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Programm · 1888-01-01 · 1888 · p. Seite XIX

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Journal
Programm
Volume
1888
Date
1888-01-01
Page
Seite XIX (sequence 18)
Language
German
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XIX attributiven Adjektiv auf eine Stufe zu stellen, und ebenfalls als Attribute anzusehen. Dem würde meiner Meinung nach abgeholfen, und man würde das Verständnis wesentlich fördern, wenn man zwischen Attribut im engeren und Attribut im weiteren Sinne unterscheiden würde. Zur ersten Klasse wären alle diejenigen Beifügungen zu rechnen, die dem Substantiv eine das Wesen und den Charakter desselben bestimmende Eigenschaft beilegen, den Besitzer nennen u. s. w.; zur zweiten Art würden alle diejenigen gehören, welche Bestimmungen allgemeiner Natur zu dem Substantiv hinzufügen, und dies geschieht außer durch einige Arten der Pronomina und der Zahlwörter auch durch den Artikel. Denn es ist klar, daß sobald z. B. die Pronom. jeder, mancher, welcher u. s. w. als Attribut gefaßt werden, der Artikel ein gleiches Anrecht darauf hat, oder falls man diesen nicht als Attribut gelten lassen will, auch jene ohne weiteres aus der Reihe der Attribute zu streichen sind. — Der Einwand, der etwa erhoben werden könnte, daß der Artikel bei seinem enklitischen Wesen dermaßen eng mit seinem Substantiv verwachsen sei, daß er nicht wohl von demselben getrennt werden könne, ohne Sinnlosigkeit zu erzeugen, ist durchaus hinfällig. Wenn man in dem Satze: „dieser Knabe lernt nichts", als Subjekt Knabe, dieser aber als Attribut faßt, wie es allgemein geschieht, erzeugt man da nicht die nämliche Sinnlosigkeit? Stichhaltig wäre also jener Grund höchstens, wenn man dieser der Knabe, alle die Menschen u. s. w. spräche und schriebe, wie das z. B. im Griechischen und Französischen der Fall ist. — Ich kann auch gar nicht finden, daß der Artikel eine enklitischere Natur haben sollte, als z. B. das persönliche Pronomen vor einer Verbalform, wie: du trägst, — und hier ist doch du wegen der die Person genügend klar bezeichnenden Endung st völlig entbehrlich; — oder als das Wörtchen gar mit irgend einem Adjektiv, wie: ein gar unglücklicher Mensch. In beiden Fällen wird es doch niemanden einfallen, du und gar bei der Zergliederung des Satzes ganz zu übersehen! Und so falsch es ist, das Wörtchen nicht beim Analysieren eines Satzes wie: „er trank nicht" mit dem Verbum zusammenzunehmen und als Prädikat zu bezeichnen, so unrichtig ist es in dem Satze: „der Mann trank nicht" den Artikel mit dem Substantiv zusammen als Subjekt zu fassen. Wie dort „nicht" adverbiale Bestimmung ist, so ist hier „der" ein Attribut. Daß man sich sträubt, den Artikel als Attribut gelten zu lassen, mag wohl mit daher kommen, daß man die Arten der Attribute gewöhnlich bloß nach Wortarten aufzählt. Da lehren die Grammatiken, daß das Attribut ausgedrückt werden kann durch: 1) Adjektive, 2) Participien, 3) Pronomina, 4) Zahlwörter — zusammengefaßt als adjektivische Attribute — 5) durch ein Substantiv als Apposition, 6) ein Substantiv im Genitiv, 7) ein Substantiv mit Präposition — zusammengefaßt als substantivische Attribute — 8) durch Adverbia allein, 9) durch Adverbia mit Präposition — adverbiale Attribute —, zu denen 10) noch das Verbum im Infinitiv hinzutritt. (Nebenbei gesagt, ist die Aufzählung nicht einmal vollständig, denn es müßte hinter 6) doch auch noch das Pronomen im Genitiv hinzugefügt werden, z. B. die Freunde desselben, hinter 5) müßte stehen: Substantive mit als z. B. „das Pferd als Kläger"; und wenn man so streng nach Wortarten gruppieren wollte, so müßte man doch mit Rücksicht auf No. 10 auch von einem verbalen Attribute sprechen und mit diesem vielleicht No. 2 (Participien) zusammenstellen. Dies nur beiläufig). So schön geordnet jene Aufzählung erscheinen mag, so ist es doch nur eine Einteilung nach rein äußerlichen Gesichtspunkten. Weiß der Schüler einmal, daß unter Attribut jede Bestimmung des Substantivs zu verstehen ist, so fördert eine derartige Einteilung die Erkenntnis nicht im mindesten, und eine Beschränkung auf sie allein erscheint mir für den Unterricht nicht richtig, da sie gar nicht die eigentliche Verschiedenartigkeit der zu einem Substantive tretenden Bestimmungen zeigt. — Das mag folgende Überlegung darthun: Einem Schüler, der das adjektivische

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