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Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main · 1879-01-01 · 1879 · page 56

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Journal
Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
Volume
1879
Date
1879-01-01
Page
– (sequence 56)
Language
German
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IRI
…/9643684-3089718--0719-3090573
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— 41 — ward mir's im Herzen wie brennendes Feuer, das eingeschloffen wäre in meinem Gebeine." Durch die Geschichtserzählung der Bibel, welche die Ereignisse der Zeiten im Lichte der höheren Weltanschauung betrachtet, soll das Kind den Lauf menschlicher Dinge verstehen lernen. Die Stellen aus den nichtgeschichtlichen Büchern werden zunächst in die Geschichte eingewoben. So z. B. sind mehrere Psalmen an das Leben Davids anzuschließen und können andere wieder bei anderen Theilen der Geschichte ihre Anwendung finden. Andrerseits wird beim Lesen nichtgeschichtlicher Abschnitte, namentlich aus den Propheten, auf die Geschichte eingegangen. (S. das Lebensbild Jeremia's in den Anmerkungen zu S. 324—327 der ersten Abtheilung der „Kleinen Schul- und Hausbibel".) Die Begleichung der Parallelstellen bietet ebenfalls ein Mittel, die Schüler in Selbsttätigkeit zu setzen. Auch Begleichungen anderer Art dienen zur Belebung und Vertiefung des Unterrichts. (Der Segen Jakobs und der Segen Mose's. Das Lied nach dem Durchgange durch das Schilfmeer und das Lied Debora's. Mose und Samuel. Mose und Elia. Das Stiftszelt und der erste Tempel, mit Rücksicht auf das Weihegebet, wie auch der zweite Tempel, mit Anwendung von Ps. 137 u. 126. Berufung Mose's und die Prophetenweihe Jesaia's u. A. Hirten und Propheten. Sprüche Sal. Cap. 8 und Hiob Cap. 28 u. dgl. m.) Der Unterricht soll, wie es im Judenthume immer üblich war, sich nicht mit der Mittheilung des Bibelwortes begnügen, sondern dasselbe durch die angemessene Deutung zu beleben suchen, wozu besonders auch die überlieferten agadischen Auslegungen dienen. Wie die jüdische Predigt sich allmählig von den fremden Mustern frei gemacht und ihre eigentümliche Form ausgebildet hat, so soll sich auch der Religionsunterricht der jüdischen Schule — mit Berücksichtigung aller pädagogischen Anforderungen der Neuzeit — auf dem ererbten Gebiete aufbauen. Bibellesen und Bibel künde bezwecken nicht die blose „Bibelfestigkeit". Es verhält sich damit etwa wie mit der Einführung in die vaterländische poetische Literatur. Das richtige unterrichtliche Verfahren bei der Erklärung deutscher Dichtungen kann in mancher Beziehung auch für die Methode des Bibellesens als Muster dienen. „Wir müssen in den tiefern Sinn der Bibelworte einzudringen suchen, das in ihnen waltende fromme Gefühl durch geeignete kurze Bemerkungen in dem jugendlichen Herzen anregen und zuweilen die heiligen Lieder und erhabenen Lehren der gottbegeisterten Sänger und Seher von dem Urgründe aus und so zu sagen neugestaltend lebendig machen, so daß sie dem Schüler zum Ausdrucke der in seiner Seele erweckten Empfindungen und Gedanken werden und er sie sich in der vollen Bedeutung des Wortes anzuzeigen vermag." (Vorwort zur Kl. Schulu. Hausb. II.) Wo es ungezwungen geschehen kann, soll beim Religionsunterrichte auch auf andere Unterrichtsgegenstände Bezug genommen werden. Die biblische und die spätere jüdische Geschichte hängt mit der Geschichte der wichtigsten Culturvolker zusammen. Auch einzelne Lesestücke kommen in dieser Hinsicht in Betracht, z. B. Cap. 27 des Buches Ezechiel, welches bekanntlich die Hauptquelle für die Geschichte des phönizischen Handels bildet (könnte etwa bei der Geschichte Salomo's eingeschoben werden). Selbstverständlich sind zur biblischen Geschichte die wichtigsten chronologischen Daten anzugeben. Ebenso ist fortwährend die Geographie Palästinas zu berücksichtigen. (Als eigentlicher Lehrgegenstand gehört sie in den allgemeinen geographischen Unterricht.) Wie wir bereits bemerkt haben, läßt sich die Vertheilung des Lehrstoffs für die mittleren und oberen Klassen nur nach den Hauptpunkten bestimmen. Im Nachfolgenden sind nur diejenigen biblischen Bücher genannt, aus-denen die Lesestücke vorzugsweise ausgewählt werden. IV. Klasse. Abschnitte aus dem Pentateuch, besonders aus dem gesetzlichen Theile desselben. Übersichtliche Wiederholung und weitere Ausführung der biblischen Geschichte bis zum Tode Salomo's. Psalmen, und Abschnitte aus den Sprüchen Salomo's. 6

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