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Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main · 1879-01-01 · 1879 · page 43

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Journal
Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
Volume
1879
Date
1879-01-01
Page
– (sequence 43)
Language
German
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IRI
…/9643684-3089718--0706-3090560
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— 28 — der übrige Theil der Klasse unthätig bleibt. Im Griechischen muß überdies ernstlich davor gewarnt werden, daß nicht über der historischen Genesis der Formen, welche für die Klassen, auf die es hier ankommt, eher verwirrend als fördernd wirkt, die Einprägung dieser selbst versäumt werde, ein Fehler, zu dem manche jüngere Lehrer bei Benutzung der Grammatik von Curtius und ähnlichen neigen. Für die französische Aussprache ist es von besonderer Wichtigkeit, daß in den ersten Jahren des Unterrichts eine correcte Aussprache der einzelnen Vokale und Consonanten begründet werde. Das Ineinandergreifen der einzelnen Seiten des sprachlichen Unterrichts, der Grammatik, der Aneignung eines bestimmten Vokabelschatzes, der Lectüre und der schriftlichen Arbeiten, wird an einzelnen Anstalten nach den Bemerkungen meines Commissars wohl beachtet, an anderen läßt es noch zu wünschen übrig. Indem ich die Aufmerksamkeit des Königlichen Provinzial-Schulcollegiums darauf hinlenke, bemerke ich zugleich, daß über den ... Ertemporalien das häusliche Scriptum nicht außer Uebung kommen darf. Dasselbe behält als Schule der Akribie und als Spezimen dafür, was der Schüler in Ruhe unter Benutzung aller ihm zu Gebot stehenden Hülfsmittel in der fremden Sprache leisten kann, seinen Werth und dient zur allseitigen Sicherstellung der Schätzung der schriftlichen Leistungen des Schülers überhaupt. Aus eine correcte, gut deutsche Übersetzung der Schriftsteller wird nicht überall ein gleiches Gewicht gelegt. Daß eine gute Übersetzung die halbe Erklärung bedeutet, und daß eine solche wesentlich auch mit zur Forderung des Deutschen beiträgt, beachten manche Lehrer anscheinend viel zu wenig." „Das einfache bürgerliche Rechnen und das Kopfrechnen fand mein Commissar an mehreren, besonders an gymnasialen Anstalten viel zu wenig geübt; auf verwickelte Ansätze und Operationen in größeren Zahlenkreisen war augenscheinlich mehr Zeit verwandt worden, als auf sichere Einübung der einfachen Regeln und deren prompte Anwendung auf den Einzelfall. Das sogenannte Kopfrechnen war mehrfach ein Tafelrechnen im Kopfe." „In der Mathematik verdiente das Bemühen der meisten Lehrer, möglichst alle Schüler zu fördern, Anerkennung; eine Auffrischung früher gelernter Sätze und Beweise durch gelegentliche oder planmäßige Wiederholungen wurde hier und da vermißt. Das Königliche Provinzial-Schulcollegium wird nach beiden Richtungen hin gelegentlich der Revisionen und der vorzunehmenden Prüfungen Seitens Seiner Departementsräthe das Erforderliche veranlassen. Das Bestreben mancher Rectoren von höheren Bürgerschulen, über die vorgeschriebene Zielleistung in der Mathematik hinauszugehen, ist nicht zu dulden." „Die Behandlung aller wissenschaftlichen Fächer, insbesondere der Geschichte, auf lateinlosen höheren Bürgerschulen wird eine andere sein müssen, als die auf den übrigen höheren Lehranstalten. Da die ersteren den Schülern eine in sich abgeschlossene Bildung für das bürgerliche Leben gewähren sollen, und darnach die Klassenziele in den einzelnen Fächern begrenzt sind, so muß die Auswahl aus dem geschichtlichen Lehrstoff eine sehr umsichtige und maßvolle, die Form des Vortrags eine knappere sein, die alte Geschichte wird vor der mittleren und besonders der neueren in den Hintergrund treten, das biographische Moment, besonders bis zur Quarta hin, mehr betont werden müssen. Auch erheischen einzelne wichtige culturgeschichtliche Erscheinungen auf solchen Schulen vor äußeren politischen EntWickelungen von minderer Erheblichkeit eine vorzugsweise Berücksichtigung. Diesem Gesichtspunkt ist nach dem Urtheil meines Commissars nicht genug Rechnung getragen." X.?. 8.0. I.August 1878. „Obwohl die große Bedeutung, welche beim Erlernen einer fremden Sprache das Vocabellernen für die Lectüre wie für das Uebersetzen aus der Muttersprache in die fremde hat, allgemein anerkannt wird (vergl. Wiese, Verordnungen und Ges. 2. Aufl. I. S. 80 :c.), so muß doch die von uns oft wahrgenommene Thatsache, daß einem großen Theil der Schüler auch die häufig vorkommenden Vocabeln unbekannt sind, einem jeden Lehrer sagen, wie viel in dieser Beziehung noch zu thun ist. Unzweifelhaft wird

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