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Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main · 1883-01-01 · 1883 · page 13

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Journal
Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
Volume
1883
Date
1883-01-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
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IRI
…/9643684-3089720--0864-3090482
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Gegen Ende des 17. Jahrhunderts wurde wegen eines Neubaues auf dem Friedhofe, sowie wegen Erhöhung und Ausbesserung der Mauer zwischen dem Völkerschen Garten und dem Friedhofe, auch wegen eines beabsichtigten Neubaues eiu Proceß anhängig. Die Völker'schen Erben entschlossen sich daher, den Garten zu verkaufen, und die jüdische Gemeinde kaufte denselben „umb ihrer Nutzens Willen auch zur Erweiterung ihres Kirchhofes". Es war ein ausgedehntes Terrain, nach Angabe des Kaufbriefes, „hinter der Judengassen, einerseits neben der alten Stadtmauer und drei daran gebauten Thnrmen, anderseits neben mehr erwähntem Kirchhof gelegen, oben auf die Herren Verkäufer selbsten, unten aber beim Eingang auf das gemeine Gäßlein stoßend, da durch man aus der Allerheiligengassen nach dem Wollgraben gehet." Diesen Garten „samt dem Wohnhaus und Stallung so an der alten Stadtmauer bei und neben gedachten Türmen ist," kaufte die jüdische Gemeinde „mit allen Rechten wie solchen die Herren Verkäufer und ihre in Gott ruhenden Voreltern von uralten Zeiten her ingehabt, besessen und genutzt" für den Preis von 9000 Gulden. Für den Consens zu dem Verkauf hatten die jüdische Gemeinde 3000 fl., die Völkerschen Erben 500 Gulden zu zahlend) Die Absicht, das erworbene Grundstück zu Erweiterung des Friedhofes zu verwenden, wurde nicht ausgeführt; es wurde zunächst als Bleichgarten benutzt, bis es nach dem „großen Brande" eine andere Bestimmung erhielt. Mittwoch den 14. Januar 1711 abeuds halb neun Uhr brach jener große Brand aus, der in 24 Stunden die ganze Judengasse vernichtete. Auch in jener Schreckensnacht flüchteten viele auf den Friedhof, dort Weiber, Kinder und gerettete Habe bergend und auf den Gräbern der Väter die göttliche Barmherzigkeit anrufend. Vor dem Brande befanden sich hinter der Synagoge der jüdischen Gemeinde gehörige Backöfen; sie wurden schon der Feuersgefahr wegen dort nicht wieder hingesetzt, vielmehr wurden im Jahre 1713 fünf Backöfen mit darüber liegenden Wohnungen in dem 1694 erkauften Bleichgarten an der Mauer des Judeneckgrabens erbaut; von dem daran stoßenden Platz aber wnrde der an die Friedhofmauer grenzende Teil als Bleichgarten, der südliche Teil als Holzplatz benutzt. Das einzige Haus, welches vom Brande verschont blieb, war das am Kirchhof liegende Armenhospital. Hinter dasselbe, dem Friedhofe näher, wurde um 1715 ein neues Hospital gebaut zum Ersatz für das früher in der Judengasse befindliche, durch den Brand zerstörte. In der Nähe des Der oben erwähnte Pächter des Völker'schen Bleichgartcns, der nicht blos selbst, sondern mit seinem ganzen Hausgesinde jederzeit seinen Weg über den Friedhof zu nehmen pflegte, wurde klagbar, weil er von dem „Ochsen" gestoßen worden war; die Juden behaupteten, er habe das Tier gereizt. Der Streit wurde anfangs unmittelbar nach erfolgter Klage kurzer Hand zu gunsten des Klägers entschieden, der Ochs wurde abgethan. Dann ließen es aber die jüdischen Baumeister an näherer Begründung ihres Eigentumsrechtes nicht fehlen und erlangten eine Modification des Urteils. Bei dieser Gelegenheit erfahren wir, daß damals, 1640, auf dem Friedhof noch folgende Gülten in Zinsen lasteten; es war zu zahlen: dem Kasten (Almosenkasten) hier 5 fl. 8 kr., dem Johanniterhof 12 kr., dem Edlen von Neuhausen 1 fl., dem Karmeliterkloster 17 kr. und dem Bartholomäus-Stift 2 fl. und 3 orth. „Dahero auch solcher Ort wieder eingeschlossen und bezirkt uns zu einer Begräbnus ohn wonniglichen Eintrag so lange urvordenkliche Zeit ruhig gelassen" laus dem Schreiben der jüdischen Baumeister an den Rat äawm 6. Aug. 1640.) Das oben erwähnte Gemeindebuch reicht bis in das Jahr 1546 zurück. Wie alle früheren Gemeindebücher war auch dieses im Fettmilch'schen Aufstande verloren gegangen, wurde aber von einem gelehrten Juden außerhalb Frankfurts in fremder Hand zufällig entdeckt, käuflich erworben und der Gemeinde zurück gegeben. So steht im Kaufbriefe. Näheres habe ich darüber bis jetzt nicht ermitteln können. 2) Original-Kaufbrief im Stadtarchiv. Dat. 1694, Montag 4. Juni (nicht 19. Juni wie Battonn V, 316 nach Schudt hat) unterschrieben uud untersiegelt von Johann Ernst Völker und Phil. Heinrich Flekhammer einerseits und Salamon Judt zum schwarzen Bähren, Nathan Judt zum gülden Strauß anderseits.

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