Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
- Volume
- 1876
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
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— 28 — Am 14. Januar wohnte Herr Provinzial-Schulrath Kreisch el während der Vormittagstunden dem Unterrichte in den beiden obersten Klassen der Realschule bei und nahm Gelegenheit sich von der Unterrichtsmethode der Lehrer und dem Stand der Leistungen unserer Schüler in der mathematischen Geographie, der Geometrie, Geschichte, im Deutschen, Französischen und Englischen von Neuem Kenntniß zu verschaffen. Der uns darauf in dankenswerther Ausführlichkeit von dem Königlichen Provinzial- Schulcollegium mitgetheilte Rivisionsbericht wird seine ermunternde und anregende Wirkung nicht verfehlen. Am 10. März wurde der hundertjährige Geburtstag der Königin Luise durch eine Schulfeier begangen, bei welcher Herr vr. Röder die Gedenkrede hielt. In hergebrachter Weise wurde am 22. März der Geburtstag unseres Kaisers und Königs durch Gesang und Declamation festlich begangen; die Festrede hielt Herr Maximilian Schulz. L. Lehrer-Collegwm, Unterricht, Schüler. Aus dem Lehrer-Collegium sind mit Beginn des Schuljahres die beiden Senioren desselben, die Herren Trefousse und Tendlau geschieden. Herr Trefousse gehörte dem Lehrer-Collegium seit dem 28. Mai 1834 an, Herr Tendlau ertheilte schon im Jahre 1833 Unterricht an unserer Schule und wurde nicht lange darauf an derselben angestellt. So sind beide Männer nach einer mehr als Vierzigjährigen, durch treueste Pflichterfüllung und hingebende erfolgreiche Arbeit ausgezeichneten Lehrtätigkeit in den Ruhestand getreten. Die Gemeindebehörden haben den darauf bezüglichen Beschluß in einer Form gefaßt, welche die höchste Anerkennung in sich schließt und der Schulrath hat jedem dieser, um unsere Schule hochverdienten Männer in einer durch eine Deputation ihnen überreichten Adresse in warmen Worten seiner Anerkennung und seinen Dank ausgesprochen. Möge es beiden verehrten Collegen beschieden sein, sich noch recht lange bei guter Gesundheit des Gedeihens der Schule zu erfreuen, welches sie an ihrem Theile so wacker gefördert haben! Mit dem Beginn des Schuljahres sind in das Lehrer-Collegium eingetreten: 1. Herr vr. Joseph Ferwer, 2. Herr Jacob Scherer, 3. Herr Maximilian Schulz. Joseph Ferwer, geb. den 17. December 1844 zu Kaiserswerth a. Rh., besuchte das Gymnasium zu Kempen a. Rh. von 1859—1865, studirte neuere Sprachen zu Löwen, Bonn und Marburg, machte sein Staatsexamen zu Bonn 1869, durch welches er die Berechtigung erhielt, das Französische, Englische und Deutsche in allen Klassen höherer Lehranstalten zu lehren, promovirte in Freiburg i/B. mit der Abhandlung „0n 8kake8x6are'8 Iroiws anä OresLiäg.", machte sein Probejahr an dem Königl. Friedrich-Wilhelms Gymnasium in Köln, erhielt einen Ruf an die Realschule in Magdeburg, von wo er an die Gewerbeschule in Gleiwitz und am 1. April 1875 nach Frankfurt a. M. kam. Jacob Scherer, geb. den 7. Mai 1838 zu Sinsheim bei Heidelberg, erhielt den ersten Unterricht in der höheren Bürger-Schule seiner Geburtsstadt. Im Jahr 1855 trat er in das Seminar in Karlsruhe ein. Nach seiner Abiturientenprüfung wurde ihm die Schulstelle in Gernsbach übertragen. 1861 bestand er die Dienstprüfung in Karlsruhe. Vom Frühjahr 1865 bis Herbst 1866 bekleidete er die Stelle eines ordentlichen Lehrers in Freiburg und hörte während 2 Semester Vorlesungen an der dortigen Universität. Darauf wurde er an die Stadtschule und im Jahre 1872 an das Gymnasium in Karlsruhe berufen, welche Anstalt er verließ, um am 1. April 1875 die ihm übertragene Lehrerstelle an der Realschule der israelitischen Gemeinde in Frankfurt zu übernehmen.