Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
- Volume
- 1876
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
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— 20 — In neuester Zeit ist viel zur Veröffentlichung von handschriftlichen Texten dieser für Geschichte Exegese und Sprachforschung so wichtigen Paraphrase geschehen. Neben Nutt in Oxford, der Manuscript-Fragmente dieses Targums zu einigen Capiteln von Leviticus und zum größten Theile von Numeri herausgegeben hat, die sich als relativ alt und wichtig erwiesen Habens und Harkavy, der im Auftrage der Russischen Regierung gegenwärtig mit der Edition von samaritanischen Manuscripten beschäftigt ist, hat Petermann in Berlin zum Buche Genesis allein fünf Handschriften veröffentlicht, von welchen wir die als Text zu Grunde gelegte mit Codex Nablus bezeichnen ^). Wenn wir die Differenzen zwischen diesem Codex und der Edition näher ins Auge fassen, so lassen sich dieselben unter folgende Gesichtspunkte bringen. Man bemerkt an dem Cod. Nabl. eine auffallende Aehnlichkeit und Gleichheit mit den Targumim Onkelos und Jonathans, ferner eine sehr häufige Beibehaltung oder Modificirung Siehe meine kritischen Studien über Manuscript-Fragmente des Sam. Targums zu Oxford 1875. 2) Neben diesem Codex Nablus hat Petermaun Varianten aus einem Codex A. gesammelt, der sehr viele arabische Wurzeln enthält, die man gar häufig im Abu Said zur Stelle findet. Besonders die ersten 30 Capitel der Polyglotten-Ausgabe, in welchen man aus Verlegenheit alle schwierigen unverständlichen Wurzeln falsch als sogenannte kuthäische Stämme bezeichnete, sind wie Codex A. stark mit Arabisch vermischt. Gerade diese Stücke der Genesis erweisem sich ganz entgegen den Forschungen des Herrn Kohn nicht als die ältesten, sondern als die verhältnißmäßig jüngsten des samaritanischen Targums. Interessant ist im Codex A die Übersetzung zu Gen. 48, 22., wo wofür auch das Targum Jonathan O^-, KN^s? hat, mit O^dtt (arabische Schreibart) übersetzt wird. Im selben Codex 37,13. 14 steht hiefür O^OdtZ- Diese Bezeichnung für Sichem, aus dem ersten nachchristlichen Jahrhunderte stammend, findet sich auch im Talmud Jer. Abod. Sarah V, 4. als N^12^ und im Midrasch ravbs. Num. Sect. 23. als ^iS^. Eigentümlich ist der Codex A. in der Wiedergabe von Eigennamen, so wird 30, 21. mit 71Q2N übersetzt, 49, 10. 7,^ mit 7!1V), 50, 8 7^ mit 7^9. Mit wie bei Abu Said wird tziin 8, 4. auch im Cod. A. und ebenso mit vt^D 14, 14. übertragen. Cod. Nabl. hat wie Abu Said 12, 8. als Ubersetzung zu ^7,1 während Cod. A. wie die Polyglotten-Ausgabe 7,^1 hat. (Vgl. über Städtenamen im Sam. Targum vr. N. Brüll, Jahrbücher für jüd. Geschichte und Literatur, Jhrg. I. S. 61). Manchmal leistet Cod. A zur Berichtigung des Textes gute Dienste, so z. B. wenn 8, 9. für «PA der Ed. steht, was einen guten Sinn gibt. Die von Petermann mit B und C benannten Codices besitzen viele Beziehungen zu einander und sind am wenigsten arabisch versetzt. Letzteren Codex möchte ich als den verhältnißmäßig ältesten bezeichnen. Interessant in demselben ist die Übersetzung 48, 16, wo ähnlich wie bei Onkel, mit Wiedergegeben ist. Petermann hat falsch m diesem Codex Gen. 3, 3 7^-, mit der Bemerkung (7^1?) versehen, da doch Htt häufig mit 55-, fehlerhaft übersetzt wird, weil dieses Wort als die Bedeutung „Zorn" habend aufgefaßt wurde. Die Schreibart 7^ für s21 hat im Samaritanischen nichts Auffallendes. Der Cod. D. erstreckt sich nur auf die ersten Capitel und bietet nichts Beachtenswertes. 3) Es würde zu weit führen alle die belegenden Beispiele hier in Ausführlichkeit mitzutheilen, es sei darum nur auf einzelne Stellen verwiesen, zumal es dem Leser durch die unter Presse befindlichen Varianten aus dem Cod. Nabl. leicht möglich sein wird, dieselben genauer in Augenschein zu nehmen. Gen. 1, 18. 7, 4. 8. 14. 8, 7. 8. 10. 12. 9, 14. 11, 3. 5. 7. 12, 1. 3. 7. 10. 12. 13. 16. 20. 13, 4. 7. 9. 10. 11. 14. 15, 1. 3. 4. 9. 18. 20. 16, 2. 17, 11. 18, 6. 19, 2. 9. 10. 11. 13. 14. 21. 24. 26. 28. 29. 35. 20, 3. 4. 5. 6. 9. 14. 16. 17. 20. 21, 6. 7. 9. 12. 14. 15. 19. 33. 82, 6. 7. 9. 26, 8. 9. 10. 14. 15. 18. 19. 20. 21. 22. 24. 26. 27. 27, 1. 9. 16. (Petermanns Verbesserung nicht nöthig), 21. 27. 31. 36. 30, 1. 6. 7. 13.14. 31, 18. 25. 27. 32, 1. 16. 24. 33, 1. 2. 3. 6. 7. 11. 12. 18. 34, 1. 7. 8. 35, 6. 36, 8. 10. 24. 37, 2. 9. 14. 15. 22. 32. 33. 38, 11. 12. 13. 18. 26. 39, 4. 6. 8. 9. 10. 15. 19. 23. 40, 13. 41, 13. 42, 4. 9. 20. 21. 22. 27. 33. 36. 43, 14. 18. 19. 22. 29. 34. 44, 10. 11. 12. 18. 25. 28. 45, 4. 17. 21. 23. 46, 3. 8. 29. 47, 1. 4. 9. 13. 15. 20. 23. 24. 48, 6. 10. 13. 50, 3. Dagegen hat Cod. Nabl. keine Beziehungen zu Onk. wie die