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Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main · 1876-01-01 · 1876 · page 20

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— 19 — einen Brief an die vermeintlichen Brüder in England, erhielt aber statt von ihnen eine Antwort von Th. Marshall, damals Rector des College von Oxford, die sie noch in diesem Glauben bestärken mußte. Auch Frankfurt a. M. nimmt einen Platz in der Correspondenzgeschichte zwischen Samaritanern und Europäern ein. 1684 kam nämlich Jakob Levy aus Hebron, um Almosen für die palästinischen Juden zu sammeln, dahin. Hiob Ludolf benutzte diese Gelegenheit, um sich bei demselben über diese Sekte zu erkundigen, und schickte durch ihn einen hebräischen Brief in samaritanischer Schrift an sie, auf den er bald Antwort erhielt. Die Verbindung mit den Samaritanern dauerte dann noch fort. Im Jahre 1826 schrieben sie Briefe an ihre vermeintlichen Glaubensgenossen in Europa. Die Samaritaner in Nablus, die lötzten Reste dieser Sekte, die im Jahre 1853 nach Angabe des Hohenpriesters Amram 122 Seelen, nach Rogers in einem englischen Berichte im Jahre 1855 aber 195 Seelen betrugen, bedienen sich noch heute ihres Pentateuches beim Gottesdienste. Ihre Aussprache des Hebräischen ist eine von der unseren ganz verschiedene, mehr arabische. Petermann, der selbst in Nablus von dem Hohenpriester sich den Pentateuch vorlesen ließ und darauf gestützt das Buch Genesis lateinisch transcribirt herausgab, schreibt z. B. den ersten Vers der Genesis also: Laraset da.ra. elunem it a.8sa.m6m >vit aares. Ganz anders berichtet Löwe, der Reisebegleiter Montefiores über die Aussprache gerade dieses Verses ^). Auch die samaritanische Paraphrase zum Pentateuche, die gewiß, wie die an.deren aramäischen Uebertragungen desselben, bald nach der Zeit Esras in ihren Ursprüngen und Anfängen aus einem practischen Bedürfnisse hervorgegangen ist, weil man den hebräischen Urtext, den das Volk damals nicht mehr verstanden hatte, durch hierzu bestellte Methurgemanim in die Volkssprache mündlich wiedergeben ließ, erregte bald das Interesse der europäischen gelehrten Theologen, Historiker und Sprachforscher, in hohem Grade. Es liegt die Vermuthung sehr nahe, daß sowohl das Targum der Samaritaner wie auch die Targumim der Juden aus einer und derselben Quelle, aus den im Volke im Gebrauche gewesenen mündlichen Übersetzungen des Pentateuches, geflossen sei. Erst viel später bei der Niederschreibung und Redigirung erhielten die aramäischen Versionen so Vieles, was sie unterschied und von einander trennte, je nach den religiösen Anschauungen und Tendenzen, die der Uebersetzer mitbrachte, und je nach den Umwandlungen, die das Aramäische in den verschiedensten Gegenden und Zeiten als Schriftsprache erfahren hatte. Was nun speciell das samaritanische Targum, wie dasselbe uns bis heute vorliegt, anlangt, so ist der Gesichtspunkt festzuhalten, daß wir in demselben alt-palästinische Stücke vor uns haben und jüngere, in später Zeit abgefaßte oder vielmehr nach sprachlichem Bedürfnisse abgeänderte, mit Arabisch stark versetzte, welche letztere auch viel Verwandtes mit Abu Said haben, während an ersteren Beziehungen zu dem hebräischen Texte, zu Onkelos, Jonathan und zur Haggada, so wie diabetische Eigenthümlichkeiten und alte tendenziöse Übersetzungen wahrzunehmen sind. Vgl. seinen Bericht in Ginzburgs Debir (^IN), Wilna 1344 in einem daselbst vom 5 Ab 5595 abgedruckten Reisebriefe aus Nablus, wo es heißt: j^tz NM O'yllM Ntzt lldHy tt'Q N'YN) Auch die Aussprache des Schema wird daselbst mitgetheilt: IM tt^y ^dNV?'. PVP Ausführlichere Nachrichten über die Samaritaner gibt Löwe in Philivpson's Allgem. Zeitung des Judenthums Jahrg. III. (1839) und besonders über ihre Leseweise des Hebräischen S. 226 daselbst.

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