Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
- Volume
- 1876
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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— 18 - Durch ein für ' gesetztes i, indem sie Gen. 49, 5. für ^2 lesen, haben sie dem Stamme Levi, dem kein Makel anhafften sollte, weil Mose von demselben herkam, den Tadel daselbst in ein Lob verwandelt. Auch das zum Ganzen dann nicht passende -n-m, Vers 7, das auch im Talmud als zu den fünf Wörtern gehörig bezeichnet wird, von denen man nicht wisse, ob sie hinauf zum vorhergehenden, oder hinunter zum folgenden Worte gehören, wodurch nach der einen talmudischen Auffassung, die ihren tendenziösen Hintergrund wie die andere hat, auch der Fluch von Simeon und Levi abgewendet, den Ochsen treffen würde haben sie ganz einfach in i'itt verwandelt. Aengstlich vermeiden die Samaritaner alles Antropomorphische und Antropopathische, worauf manche Aenderungen in ihrem Pentateuche zurückzuführen sind^). Solche Fälschungen müssen an dem Pentateuche, der bei den Samaritanern erst in den Tagen Manasses zu Bedeutung und Ansehen gelangte, in einer Zeit angebracht worden sein, wo derselbe noch nicht in der Hand des Volkes gewesen war. Mit dem Texte des samaritanischen Pentateuches stimmt fast immer die alexandrinische Übersetzung, zumeist die Vulgata, oft die Peschito und zuweilen auch Onkelos und Jonathan überein. Doch ist in Bezug auf die I^XX nicht zu verkennen, daß sie bei solchen Stellen, wo eine Tendenz klar zu Tage liegt und über eine vorgenommene Fälschung kein Zweifel sein kann, nicht den Hebräo-Samaritaner, sondern den ursprünglicheren Text zu Rache gezogen hat. Die Beschäftigung mit diesem interessanten Pentateuch-Texte ist wie überhaupt die Kunde von der Literatur der Samaritaner noch verhältnißmäßig sehr jungen Datums. Die Ersten, die das Interesse in Europa für diese Sekte anregten, waren der jüdische Reisende Benjamin von Tudela, der in der zweiten Hälfte des zwölften Jahrhunderts Europa, Asien und einen großen Theil Afrikas durchreist hat und Peter de la Valle, im Anfang des sechzehnten Jahrhunderts. Ersterer berichtet in seiner Reisebeschreibung über die Samaritaner zu Nablus, Caesarea, Damascus und Askalon, kennt aber ihren Pentateuch nicht. Letzterer, von dem französischen Gesandten äs Lausa. in Constantinopel ersucht, ein Pentateuch-Exemplar der Samaritaner auf seinen Reisen ausfindig zu machen, berichtet in einem Schreiben aus dem Jahre 1516, daß in Nablus kein solches vorhanden sei. Erst später war es ihm in Damaskus gelungen, zwei Pentateuch-ExenHlare von den Samaritanern daselbst anzukaufen, von denen äs Lau23. das auf Pergament geschriebene erhielt, das dann in die Bibliothek des Oratoriums nach Paris kam, wo sich der gelehrte I. Morinus mit demselben beschäftigte. Dadurch wurde das Interesse für die Samaritaner wach und rege. Josef Scaliger trat in Correspondenz mit ihnen, schrieb Briefe nach Aegypten und Nablus; doch die im Jahre 1589 angelangten zwei Antwortsschreibeu trafen ihn nicht mehr am Leben, dieselben kamen nach Paris an Morinus, der sie übersetzte. 1672 hat Robert Huntington, englischer Prediger zu Aleppo, der 1701 als Bischof von Raphoe in Irland starb, eine Correspondenz mit ihnen unterhalten und bei ihnen die Ansicht erweckt, daß in England auch Samaritaner wohnen. Ab Sehusa aus Gaza richtete 1675 Jomah 52a. Mechiltha Ab. n^2- Ed. Friedmann, Seite 54a. Das samaritische Targum übersetzt mit Cod. Nabl. übersetzt dieses Wort mit O'NN, welches gleich dem aram. ist. Cod. A. hat ^xi^. 2) Num. 22, 16 O'n^>tt ^2'", für O'N*?tt NI'", u. m. A. Die Vertauschung der zu O'N*?tt gehörenden Mehrzahl mit der Einzahl findet sich Gen. 20, 13. 31, 53. 35, 7. Exod. 22, 9.