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Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main · 1876-01-01 · 1876 · page 16

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Journal
Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
Volume
1876
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
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IRI
…/9643684-3089702--0574-3090378
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— 15 — das jetzige Nablus, wo noch heute die letzten Trümmer des samaritanischen Volkes zu finden sind, zum Jerusalem der neuen Sekte ausersehen, und auf Garizim, dem heiligen Berge, wo noch heute die Samaritaner beten und opfern, sollte sich der neue Tempel erheben. Die Wahl der Plätze zu geistigen Mittelpunkten des Samaritanismus zeigt von Verständniß und Klugheit, war es ja gerade die Stadt Sichem, mit der die Geschichte der bedeutendsten Persönlichkeiten Israels verknüpft war, und hatte ja dieselbe bei der Entstehung des Zehnstämmereiches, dessen Namen Israel die neue Sekte im Gegensatze zu den Juden für sich in so geschickter Weise in Anspruch genommen, eine solch bedeutende Rolle gespielt. Von nun ab stehen die Samaritaner den Juden nicht blos als politische Partei, sondern auch als religiöse Sekte gegenüber. Anfangs zwar treten die dogmatischen und rituellen Differenzen noch nicht so entschieden hervor. Der Pentateuch, an dem die Samaritaner die althebräische Schrift beibehielten, die Esra durch die noch heute bei den Juden übliche assyrische Quadratschrift ersetzte, war auch ihnen göttliches Buch und Grundgesetz. Erst mit der Aufnahme der Propheten und Hagiographen in den Kanon und der EntWickelung der mündlichen Lehre erweiterte sich die Kluft immer mehr. Während das Judenthum seit den Tagen Alexanders des Großen ganz neue Bahnen der EntWickelung eingeschlagen hat, hielten die Samaritaner fest und zähe an dem alten, todten Buchstaben der Schrift. Nichts dazu, nichts davon! Das war die Devise, mit der diese Sekte die Bahnen der Weltgeschichte betreten hat. Sie hatten nicht den Trieb, die Lehre, die sie nur entlehnt, aber nicht geschaffen, weiter zu entwickeln und fortzubilden. Währendem im Judenthume immer frische Keime aus dem Boden des Volksthumes hervorsproßten, die nach Gestaltung und Wachsthum rangen, und Geist und Gemüth mit neuen Bestrebungen erfüllten und da in seiner Mitte, als das Feuer des Prophetenthums erloschen und der erstarrenden Hand der Gottesmänner der Griffel entfallen war, die Soferim die Feder ergriffen und Belehrung gespendet und die Männer der großen Synagoge den Faden der Ueberlieferung aufgenommen, der dann von den Tanaim, Amoraim, Saburäern und Geonim weiter fortgeführt bis auf die durch Wissenschaft und Wirksamkeit hervorragenden Lehrer und Führer des Judenthums in unserer Zeit gelangte, stehen die Samaritaner heute wie damals noch auf dem Garizim, mit dem Pentateuche in der Hand höchstens Zeugniß ablegend von der unsterblichen Macht des jüdischen Gedankens, von der Unverwüstlichkeit eines Zweiges, der obwohl seit Jahrtausenden durch Stürme vom Urstamme losgerissen, sich dennoch bis auf unsere Tage erhalten hat. Treu hielten sie zum Mosaismus, sowohl zur Zeit der Ausbreitung des Islam, sowie dann, als man sie mit Gewalt zum Christenthume zwingen wollte, und sind nur einmal durch Verläugnung, in den Tagen der Syrerherrschaft, ihrem Glauben untreu geworden. Das Mischvolk der Samaritaner, das aus asiatisch-heidnischen, israelitischen und judäischen Volkselementen hervorgegangen war, stellte sich als eine geschlossene Religionsgenossenschaft den Juden gegenüber, von denen sie Kuthäer genannt und wie Fremde betrachtet wurden. Das Bestehen dieser Sekte ist kein organisches, von einer inneren Lebenskraft und Geistesthätigkeit getragenes. Nur durch die träge Liebe zu den Sitten und Gewohnheiten der Väter und durch gedankenlose Ergebung in deren Anschauungen, konnte sich bis auf den heutigen Tag noch ein spärlicher Ueberrest von ihnen erhalten, der große Theil wurde wie eine todte Masse von dm

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