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Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main · 1876-01-01 · 1876 · page 15

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Journal
Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
Volume
1876
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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IRI
…/9643684-3089702--0573-3090377
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— 14 — das Verbot der Verbindung mit Söhnen und Töchtern der fremden Völker ausgesprochen. Im Innern der Gemeinde steuerte Nehemia dem Wucher und der Erpressung, und mit voller Befriedigung, die aus dem Bewußtsein erfüllter Pflicht erwächst, konnte er auf seine heilsame Wirksamkeit zurückblicken, als er wieder nach Persien zog, begleitet von den ^Dankes- und Segensworten eines ganzen Volkes. Doch kaum hatte Nehemia Palästina verlassen, da erhob die Gegenpartei mächtig ihr Haupt. Eljaschib der Priester hatte sogar dem Tobia, jenem erbitterten Feinde der Juden, eine Wohnung im Vorgebäude des Gotteshauses eingeräumt. Eine solche Führung und Haltung der Priester war durchaus nicht dazu angethan, das Volk in seinen guten Vorsätzen und Plänen zu bestärken. Lässigkeit in der Leistung der nöthigen Tempelbeiträge, Schlaffheit in der Erfüllung der übernommenen Pflichten war die Folge davon. Unter Nehemia gelöste Familienbande wurden gewiß wieder geknüpft, Mischehen waren nach wie vor an der Tagesordnung. Nehemia von einem Theile des Volkes sehnlichst herbeigewünscht, kam wieder nach Jerusalem. Er verfuhr mit äußerster Strenge und suchte durch Herstellung einer neuen Ordnung jede Verbindung der Juden mit den Heiden in Sitte, Sprache und Ehe unmöglich zumachen und, wo sie sich bereits vollzogen, durch schwer durchführbare Maßregeln zu lösen. Sowohl Priester wie Laien, die sich nicht fügten, sollten unnachsichtig aus dem Verbände der Gemeinde gewiesen werden, und diese schroffe, nicht durch das Gesetz, nur durch die Zeitverhältnisse gebotene Härte trug am meisten zur eigentlichen Entstehung und Festigung des Samaritanismus bei. Einen ganz besonderen Anlaß hiezu bot die Thatsache, daß Manasse, der Sohn des Hohenpriesters Jojada, mit Nikaso, der Tochter Sanballats, vermählt, sich widersetzte der Anordnung zu folgen und sich von ihr zu trennen. Nehemia schrak vor den Consequenzen seines Principes nicht zurück, er besaß vielmehr genug Entschlossenheit, auf Fortführung des einmal Begonnenen zu beharren. Er blieb jetzt nicht auf halben Wege stehen, sondern wagte das Aeußerste, glaubte er ja gerade an einem angesehenen Priester ein Beispiel äußerster Strenge statuiren zu müssen, sollte nicht der Willkür und Gesetzlosigkeit Thür und Thor geöffnet werden. Der renitente Priestersohn wurde von den ihm zukommenden Tempelfunctionen ausgeschlossen und da er in seinem Widerstande beharrte, zum Abzüge von Jerusalem gezwungen. Unter Führung des geächteten Priestersohnes verließen jetzt viele Unzufriedene, die mit einer solch strengen Handhabung des Gesetzes nicht übereinstimmten, die heilige Stadt, unter ihnen Männer von Ansehen und Bedeutung und wiederum viele Andere, durch Geschenke und Versprechungen, sowie durch günstige Aussichten für die Zukunft gewonnen und angelockt. Die Samaritaner, welche jetzt jede Hoffnung auf Vereinigung mit den Juden aufgeben mußten, hatten durch den Abfall ManaHes sich von denselben gänzlich losgesagt, doch konnte man, da die Ausgewanderten Juden ihrem Glauben und Stamme nach die Bräuche, Sitten und Anschauungen der Väter beibehielten, denselben mit stolzem Siegesbewnßtsein, mit sorgloser Freude folgen, denn diese Colonie hatte in Samaria den letzten Rest des Heidenthums erdrückt und gab dem Judenthume daselbst, wenn auch in einer anderen, durch die geschichtlichen Ereignisse bedingten Auffassung, bleibende Dauer und allgemeine Anerkennung. Manasse und Sanballat haben gewiß sogleich den Plan gefaßt, an einem durch Herkommen geheiligten Orte einen Tempel zu erbauen und ihn ganz nach dem Muster des jerusalemischen einzurichten. Wahrscheinlich auf Anrathen und Vorschlag des mit der Geschichte seines Volkes vertrauten Manasse, wurde Sichem,

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