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Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main · 1876-01-01 · 1876 · page 12

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Journal
Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
Volume
1876
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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IRI
…/9643684-3089702--0570-3090374
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- 11 — welchem Priester, Gegner Esras, den Dienst versahen, blieb verschont und unangetastet. Doch Esra war ein Mann der Feder und nicht des Schwertes, ein Mann der Lehre und nicht des Krieges. Er bedurfte, um seine Absichten zu verwirklichen, der Stütze eines einflußreichen, von Persien mit Macht versehenen Genossen, der, wenn auch nicht so kenntnißreich, doch gesinnungsgleich mit ihm, bereit gewesen wäre, durch die kühne That seinen Lehren Kraft, Nachdruck und Bedeutung zu verleihen, und diese sollte ihm gar bald werden. Die Juden von Persien standen in beständigem regem Verkehr mit ihren Brüdern in Palästina und nahmen an ihren Geschicken den innigsten Antheil. Die angesehensten Männer verlangten von zurückkommenden Juden Bericht und Bescheid über die Verhältnisse in Palästina. In eine sehr düstre, ernst nachdenkliche Stimmung wurde durch die Schilderungen Hanains von den Zuständen in Jerusalem besonders der Mundschenk des Königs Artaxerxes, Nehemia, versetzt. Diese an ihm sonst ungewohnte Stimmung konnte dem Könige nicht entgehen und als er und seine Gemahlin auf ihre Anfragen hierüber von ihm die Antwort erhielten, daß der Schmerz über Jerusalem, wo die Gräber seiner Väter zerstört lägen, jede Freude aus seiner Seele bannen müsse, erhielt er wegen seiner außerordentlichen Beliebtheit die gewünschte Erlaubniß, mit sehr wirksamen Empfehlungsbriefen ausgestattet, für eine Zeit sich als Landpfleger nach Jerusalem begeben zu dürfen, um daselbst Stadt und Mauer aufzubauen. Nehemia war so recht dazu geschaffen Esra den Schriftkundigen, der jetzt in den Hintergrund tritt, zu ergänzen und in seinen Plänen aufs eifrigste zu unterstützen, denn wenn er auch kein Lehrer des Gesetzes war, so war er hierfür erfüllt von echter Liebe und heiligem Eifer für dasselbe. Der neue Landpfleger war mit so vortrefflichen Eigenschaften ausgerüstet, wie sie nur selten bei einem Manne sich vereinigt finden. Erfüllt von glühender Liebe zu seinem Volke, besaß er eine außergewöhnliche, unverdrossene Energie für das einmal als gut Erkannte; ehrgeizig und doch nicht neidisch, prachtliebend und zugleich geeignet, sich alle Entbehrungen, wenn es die Umstände erheischten, aufzulegen, verstand er es durch Unerschrockenheit, Einsicht, Geduld und Ausdauer die Angelegenheit seines Volkes einem gedeihlichen glücklichen Ziele entgegenzuführen, Gefahren siegreich abzuwehren, die errungenen Vortheile zu sichern und durch neue Erfolge noch zu vermehren. Er floh aus Eifer für die gute Sache nicht nur alle Annehmlichkeiten einer üppigen Lebensweise, die er in seiner Eigenschaft als Landpfleger hätte führen können, sondern entsagte, wenn es nothwendig erschien, selbst den unumgänglichsten Bedürfnissen und Gewohnheiten und gab so Anderen ein schönes Beispiel selbstloser Hingabe an die Interessen der Gesammtheit. Nehemia, durch Hanani gewiß von allen bisherigen Vorgängen bis aufs Einzelste benachrichtigt, hatte aus Furcht vor feindlichen Angriffen sich mit einer persischen Schutzwache zur Begleitung versehen. Die Samaritaner, die die Geschehnisse bei den Juden genau beobachteten, hatten es gewiß erfahren, daß Nehemia, der Günstling des persischen Königs, im Anzüge begriffen sei, sie wußten durch ihre Beziehungen zu den Satrapen von allen Anordnungen und Beschlüssen, die bei Hofe getroffen wurden. Bevor noch die Juden selbst in das nur durch persönliche Recognoscirung erkennbare Vorhaben des Landpflegers eine klare Einsicht erlangen konnten, waren bereits 2*

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