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Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main · 1876-01-01 · 1876 · page 8

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Journal
Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
Volume
1876
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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IRI
…/9643684-3089702--0566-3090370
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— 7 — sie eine abschlägige Antwort, die Josephus dahin ergänzt, daß sie wohl mitbeten aber nicht mitbauen dürften. So billig und gerecht die Forderung der Samaritaner auch einigermaßen erscheinen konnte, so hatte sie nicht minder ihre gefährliche Seite, die die Keime der neuen Colonie, anstatt zum Wachsthume, zum völligen Hinsterben hätte bringen können. Die Colonie konnte den Schwerpunkt ihres Bestandes, die Erfüllungen ihrer Hoffnungen nur in ihrer eigenen geschlossenen Einheit und Reinheit suchen und finden. Jedes Einsickern von Heidenthum mußte den neuen Bau des Judenthums unterwühlen und nach und nach als ein in sich getragenes Gift zur unbedingten Vernichtung und Auflösung führen. Eine Erfahrung, die noch zu frisch und zu lebendig in Aller Geiste lebte, als daß sie nicht das Volk zur äußersten Vorsicht und Umsicht hätte ermahnen sollen. Auf die königliche Verordnung beriefen sich die Juden, was den Samaritanern einerseits bedeuten sollte, daß sie nicht eigenmächtig berechtigt wären, die Erlaubniß auch auf Andere auszudehnen, wodurch ihnen aber nicht minder Klarheit darüber werden sollte, daß sie ihre etwaigen Anklagen beim Könige nicht zu fürchten hätten. Jede Verbindung mit den Samaritanern konnte, da sie vom Könige weder ausdrücklich angeordnet, noch sonst irgendwie beabsichtigt war, leicht einen verräterischen Anschein gewinnen, und dann wäre ja alle Hoffnung und Errungenschaft mit einem Male zerstört gewesen. Die Feinde Judas und Benjamins, wie auch die Samaritaner genannt wurden, suchten in Folge dessen die Juden auf alle nur mögliche Weise einzuschüchtern und sie an dem unternommenen Tempelbau zu hindern; sie bildeten in Gemeinschaft mit den persischen Beamten, die sie für die Unterstützung ihrer Pläne gewonnen, und mit den fremden in Palästina wohnenden Völkern eine mächtige Coalition gegen die Juden, die sie noch zudem, soviel ihnen dies durch die Wohnungsverhältnisse ermöglicht war, in eine gleichgültig kalte Stimmung gegen den Tempelbau zu bringen strebten. Allerlei Verdächtigungen und Anklagen wider die Juden, gelangten nun an den persischen Hof. Neben den Unabhängigkeitsgelüsten der Juden, die wieder, wie in früheren Zeiten, ein selbständiges Reich bilden wollten, wurden namentlich die Gefahren betont, die durch den Aufbau des Tempels der Staatskasse erwachsen könnten. Die Juden haben nun von selbst, oder auf Befehl, wie Josephus berichtet, den Tempelbau eingestellt, wodurch eine mehrjährige Unterbrechung in dem einmal begonnenen Werke eintrat. Cyrus war zu sehr im Kriege mit den Indern und Massageten verwickelt, als daß er die eingelaufenen Beschwerdeschriften einer eingehenden Untersuchung hätte unterziehen lassen können, und auch sein Nachfolger Cambyses mußte sich den Kriegen mit den Aegyptern und Aethiopiern, mit Nubien und Karthago zu sehr hingeben und hatte weder Zeit noch Ruhe, um sich mit Gegeneingaben und Entkräftigungsbriefen gegen die eingebrachten Anklagen eingehend zu beschäftigen. Erst unter der Regierung des Darius Hystaspis, zu dem Serubabel in sehr freundschaftlichem Verhältniß gestanden haben soll, und der als eifriger Anhänger der Zooraster-Lehre sich mit dem Judenthume, welches auch die Verbildlichung Gottes verpönte, gewissermaßen geistesverwandt fühlte, wurde wieder Hand an den Bau gelegt, wozu nicht wenig die Wirksamkeit der beiden zeitgenössischen Propheten Chaggai und Zacharja beitrug, die unablässig, unerschrocken immer wieder von Neuem das Volk unter Hinweis auf die Pracht der eigenen Paläste und die Oede des Tempels, zu

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