Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
- Volume
- 1876
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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- Rezin 1× ep/1006745
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— 2 — In den Tagen des israelitischen Königs Menachem ben Gadi wurden zwar die Gefahren, die dem Zehnstämmereiche durch den ersten Einfall der Assyrer unter ihrem Könige Phul drohten, durch die Leistung eines Tributes von tausend Talenten Silbers — etwa 7,800,000 Mark — die als Steuer auf 60,000 durch Wohlstand hervorragende Männer gleichmäßig vertheilt wurden, abgewendet, dem Lande dadurch Schonung und dem Könige Befestigung in der usurpirten Macht erkauft, doch konnte es tiefblickenderen Geistern jener Zeit nicht entgehen, daß das Unglück, nur für den Augenblick beseitigt, bald wieder desto gefährlicher hervorbrechen müsse. Viel traurigere Folgen hatte denn auch in Wirklichkeit das zweite Anstürmen der assyrischen Macht unter dem thatkräftigen Könige Tiglat-Pileser, während der Regierung des israelitischen Königs Pekach. Trotz des Bündnisses mit Rezin, dem Könige von Syrien, und der Unterstützung von Seiten anderer Nachbarvölker, konnte die Absicht, einerseits das Davidische Haus gänzlich zu vernichten und an Stelle des zu entthronenden Achas den gefügigen Ben Tobal in Zuda als König einzusetzen und andererseits den Juda zu Hilfe eilenden Assyrer abzuwehren, nicht zur Verwirklichung gelangen, vielmehr wurde Israel in diesem verhängnißvollen Kriege um mehr als die Hälfte seines Landes und seiner Bevölkerung vermindert, welche letzere in die Gefangenschaft nach verschiedenen Gegenden des großen assyrischen Reiches geführt wurde. Nach den eroberten Gebietstheilen kamen gewiß Assyrer und andere heidnische Völker, wodurch die im Süden des Landes gebliebenen Israeliten noch mehr zum Götzendienste verleitet wurden, zumal auch in Juda, dem Verbündeten Assyriens um jene Zeit, die Nachahmung assyrischen Wesens in Sitte und Religion durch die Schwäche des Königs Achas und mehr noch durch die der dortigen Priester in erschreckender Weise um sich gegriffen und das Volk zu äußerster Entartung gebracht hatte. Man sah jetzt in Jerusalem sich einen Altar nach assyrischem Muster erheben, Rosse und Wagen wurden dem Sonnengotte geweiht und mit Unterdrückung jeder menschlichen Regung wurde sogar von Achas selbst eines seiner Kinder dem Moloch auf der Feuerstätte im Thale Hinnom verbrannt. Doch auch der dem Reiche Israel durch Tiglat-Pileser gewordene Schlag, durch den es eigentlich schon zu Boden geworfen wurde, war nicht im Stande, die Bewohner des Landes aus ihrem Wahne und aus ihrer Bethörung zu wecken. Anstatt sich zu mannhafter That aufzuraffen, vertrösteten sie sich, in träger Ruhe und Sorglosigkeit beharrend, auf bessere Zeiten. Eitler Hochmuth wucherte aus der allgemeinen Fäulniß hervor und trieb seine giftigen Blüthen; dem Rausche ergeben, sahen die Adeligen Ephraims ihre nebelhaften Gebilde für Wirklichkeit an. Der Griffel der Geschichte sträubt sich, alle damals verübten Gräuel niederzuschreiben. Königsmord folgte auf Königsmord, bis endlich nach neunjährigem Interregnum Hosea die verhängnißvolle Krone des israelitischen Königthums auf sein Haupt drückte. Wie es scheint, hatte Hosea ohne vorherige Zustimmung des assyrischen Königs sich die Herrschaft angemaßt — glaubte er sich doch als Mörder Pekachs dazu ermächtigt — und dadurch denselben gegen sich gereizt, denn damals, als er kaum das Seepter über Israel ergriffen, fand der dritte und letzte Ueberfall der Assyrer unter Salmanassar in den noch übrig gebliebenen südlichen Theil des Reiches statt. Wohl ließ sich der assyrische König anfangs durch die Unterwürfigkeit Hoseas und durch Geschenke bewegen, den Rückzug anzutreten, doch als kaum nach seinem Abzüge Hosea sich verleiten ließ, den Tribut zu verweigern und sogar