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Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main · 1875-01-01 · 1875 · page 28

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Journal
Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
Volume
1875
Date
1875-01-01
Page
– (sequence 28)
Language
German
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IRI
…/9643684-3089704--0507-3090310
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- 29 — renzen kam es zu den heftigsten Scenen, so daß sie, noch dazu, da von einer Regelmäßigkeit derselben nicht die Rede war, statt einen einheitlichen Geist zu erzeugen, nur Zwietracht säeten; die gegenseitigen Eifersüchteleien einzelner Lehrer steigerten sich zur Gehässigkeit und die Kunde von alledem gelangte sogar durch die öffentlichen Blätter in's Publikum. Gegen Ende des Jahres 1815 dachte Heß ernstlich daran, sein Amt niederzulegen, um hier selbst eine Privat-Erziehungsanstalt zu gründen und der Schutrath schreckte vor der Consequenz dieses Entschlusses so wenig zurück, daß er den mäßigen und durchaus nicht unerfüllbaren Bedingungen, von welchen Heß sein Verbleiben abhängig machte, seine Zustimmung versagte.' Schließlich mag es wohl die Ueberzeugung gewesen sein, daß er für die kleinen und großen Sorgen' eines Pensionsvorstehers nicht der Mann sei und in dieser Beziehung die Concurrenz mit Jacob Sachs nicht bestehen würde, die Heß bewog, unter der Bedingung eines gegenseitigen halbjährigen Kündigungsrechtes auf seinem Posten zu bleiben. Was in diesen trüben Zeiten, in denen der Ruf der Schule litt und ihre Frequenz sich minderte, ihren Bestand dennoch sicherte, so daß derselbe niemals ernstlich gefährdet war, das war in erster Reihe der Umstand, daß die Schule zu einem unabweisbaren Bedürfniß der Gemeinde geworden war; man hätte ihrer nicht mehr entrathen können; was ihr immer wieder einen inneren Halt, Zusammenhang und Ansehen gab, das war die Persönlichkeit des Oberlehrers Heß, der durch seinen weiter reichenden, freien Blick, durch die Einsicht und Begabung, mit der er die besondere Aufgabe seiner Schule richtig erkannte und durch Schrift und Wort im Kreise der Lehrer und der Gemeinde zum Verständniß brachte, der mit einem Worte durch seine geistige Ueberlegenheit, so sehr ihm diese auch streitig gemacht und abgesprochen wurde, in Wahrheit doch der Mittelpunkt und geistige Führer des Lehrer-Collegiums blieb — das war, trotz momentaner, wie wir gesehen haben, mit auch durch die Zeiten und Verhältnisse herbeigeführter Irrungen die rüstige, hingebende Arbeit des Lehrer-Collegiums; was endlich die materiellen Bedingungen der Existenz sicherte, dem drohenden Hereinbrechen chaotischer Zustände einen Damm setzte und schließlich eine feste gesetzliche Ordnung der Schule herbeiführte, das war die unvergleichliche Energie und aufopfernde Thätigkeit Sigismund Geisenheimer's und des Schulraths überhaupt. Seine erste Sorge galt den Finanzen der Schule. Um den Ausfall des staatlichen Beitrages zur Schule decken, forderte der Schulrath, wie einst im Jahre 1804 die Gründer des Philantropin gethan, zu freiwilligenBeiträgen auf. Der erste, der seine alte Theilnahme der Schule von Neuem bewährte, zu seiner Ehre sei es erwähnt, war Simon Moritz von Bethmann. Er stellte sich an die Spitze der Subscribenten mit einer Zeichnung von 100 fl. jährlich. Ihm schloffen sich mit der gleichen Summe Mayer Amschel Rothschild und Söhne an: die Subscription brachte einen guten Ertrag. Sodann bemühte sich, der Schulrath die Zuflüsse aus den für Unterrichtszwecke bestimmten Stiftungen den sehr energischen Bemühungen der reactionären Partei gegenüber, der Schule zu erhalten und für die Dauer zu sichern. Dabei kam ihm zu statten, daß im Jahr 1819 einer der erleuchtetsten und tüchtigsten Männer, die jemals den Senat der freien Stadt Frankfurt geziert haben, der Senator Ihm, mit der Stelle eines Commissarius bei der israelitischen Verwaltungsbehörde betraut wurde. In einem umfassenden Gutachten, in welchem sich historische Unbefangenheit und Treue mit juristischer Schärfe und Klarheit vereinigen und das in seinem ganzen Umfange veröffentlicht zu werden verdient, setzte er auf Grund der von der israelitischen Schul-

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