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Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main · 1872-01-01 · 1872 · page 48

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Journal
Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
Volume
1872
Date
1872-01-01
Page
– (sequence 48)
Language
German
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IRI
…/9643684-3089700--0331-3090131
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— 49 — Encyclopädieen, historischen und geographischen Wörterbücher, der Übersetzungen griechischer und römischer Klassiker, daneben aber finden sich zahlreiche geschichtliche, geographische, naturwissenschaftliche Werke und Unterhaltungsschristen von sehr verschiedenem Werthe. Im Ganzen umfaßt die Bibliothek über 500 Werke und mehr als 1800 Bände. Aus Anlaß dieses beträchtlichen Zuwachses ist eine neue Katalogisirung unserer Schulbibliothek, der diese Sammlung unter namentlicher Bezeichnung ihres Herkommens und der edlen Stifterin einverleibt wird, beschlossen und begonnen worden. I. David und Emanuel Höchverg'sche Stiftung. Man hört hier in Frankfurt zumal von älteren, mit den Verhältnissen vertrauten Männern es oft aussprechen: die hiesige israelitische Gemeinde verdanke ihren Aufschwung und ihre geachtete Stellung wesentlich der israelitischen Realschule, und in Pädagogischen Kreisen wird dieser Schule noch ein weiteres Verdienst zugeschrieben: sie habe, sagt man, durch ihre über alle Theile der Erde zerstreuten, trefflich vorgebildeten Schüler mit dazu beigetragen, den Frankfurter Schulen weithin einen guten Namen zu machen. — Bedenkt man, daß unsere Schule in der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts hier in Frankfurt fast die einzige Bildungsstätte der heranwachsenden israelitischen Jugend war, vergegenwärtigt man sich die Männer, die an derselben gewirkt haben, sucht man in ihre Bestrebungen einen Einblick zu gewinnen, so wird man allerdings erkennen, daß man hier von Anfang an in unablässiger Arbeit bemüht gewesen ist, auf dem Boden echter Religiosität die Jugend zu edler Menschlichkeit zu erziehen und neben der Pflege des idealen Sinnes sie mit den für das praktische Leben nützlichen Kenntnissen auszustatten. Liegt hierin für alle diejenigen, deren Lebensthätigkeit in erster Reihe dieser Schule und der ihr anvertrauten Jugend gehört, die Aufforderung das Auge offen zu halten und die Wirksamkeit der Schule den sich steigernden Anforderungen des Lebens entsprechend zu gestalten, so muß ihnen die Betrachtung der früher erzielten Erfolge den Arbeitsmuth erhöhen. Nicht die früheren Schüler allein, sondern alle, welche als Mitglieder der Gemeinde- und Schulverwaltung dieser Schule nahe getreten sind, haben dieser Bildungsstätte in seltener Weise eine treue Anhänglichkeit und Dankbarkeit bewährt. Ein sprechendes Zeugniß hiefür geben neben den jährlich der Schule zugehenden Spenden zur Erweiterung der Lehrmittel, die ihr gewidmeten Stiftungen, vor Allem die Creizenach-Stiftung, die Wimpfen-Goldschmidt'sche Stiftung, eine Büchersammlung, welche den Grundstock unserer Schulbibliothek bildet, ferner eine S t i f - tung zur Beschaffung von Schulbüchern für unbemittelte Schüler und Schülerinnen, die Louis Lotmar'sche Stiftung, die Zuwendungen der Frau vr. Michael Reis, die G. E. Lessing- Stistung. Diesen Stiftungen reiht sich jetzt die mit einem Capital von 30,000 fl. begründete David und Emanuel Höchberg'sche Stiftung an. Die Brüder David und Emanuel Höchberg empfingen in unserer Schule, dem damaligen Philanthropin, die Grundlage ihrer Bildung. ^) Bei der geachteten Stellung, die sie sich später als Kauflente errangen, konnte es nicht fehlen, daß sie zu verschiedenen Ehrenämtern in unserer Gemeinde berufen wurden. Das geschah in einer Epoche, in welcher man die Gemeindeangelegenheiten aus alten Verhältnissen in neue hinüber zu leiten hatte. So waren sie mit thätig bei der Reorganisation der Gemeinde- Verwaltung, bei dem Bau unseres Schulhauses, der neuen Synagoge, bei den Bemühungen, die auf eine würdigere Gestaltung des Gottesdienstes in unserer Gemeinde gerichtet waren. Der ältere der beiden Brüder, David (geboren zu Frankfurt 29. Juni 1799, gestorben dahier 5. Dezember 1864) war zwei- Im Februar 1809 war David in der 4. Emanuel in der 5. Klasse des Philanthropin. ' 7

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