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Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main · 1871-01-01 · 1871 · page 5

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Journal
Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
Volume
1871
Date
1871-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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IRI
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— 6 - lehre vieler morgeuländischen Sprachen." Aus diesen in lateinischer Sprache geschriebenen Büchern ^) begann er, sich mit dem Syrischen und Samaritanischen bekannt zu machen und auch von dem Arabischen sich Einiges zu merken. Es mag nun sein, daß die wiederholte eifrige Lectüre der Genesis den Knaben früh angeregt hat, dem Ursprünge aller Dinge nachzugehen, oder daß die früh von ihm gemachte Wahrnehmung gemeinsamer Wurzeln für verschiedene aber gleichbedeutende Wörter verschiedener Sprachen den Trieb weiteren Suchens und Vordringens bis zu eimem äußersten End» punkte in ihm weckte, — genug: die Frage nach dem Ursprünge und der Entwicktung der Sprache, deren Lösung er sich später zur Lebensaufgabe machte, beschäftigte schon den kaum dreizehnjährigen Knaben, dem freilich, wie wir gesehen haben, wissenschaftliche Betrachtungen nicht mehr fern lagen, so ernstlich, daß er nicht umhin konnte, seine Gedanken darüber aufzuschreiben. Vor mir liegt eine zwei und zwanzig gedrängte Quartseitcn umfassende, in den unfertigen aber deutlichen Schriftzügen eines Knaben geschriebene Abhandlung, datirt vom 19. Januar 1842, mit der Überschrift: „Lieblingsbetrachtungen in meinen Musestundeu (sie!). Ein kleiner Beitrag über die Entstehung und erste Ausbildung der Sprachen." Der jugendliche Forscher macht es sich zur Aufgabe: „diesen in der Bildungsgeschichte des menschlichen Geistes so wichtigen Punkt im Keime zu betrachten," er bittet wiederholt, man möge ihm dieses Waguiß „nicht als Unbescheidenheit auslegeu, da diese seine Lieblingsbetrachtungen mehr eiue Gedächtnißschrift für ihn selbst, als eine Belehrung für Andere oder gar eine Widerlegung Gelehrterer sein solle." — Als eine Gedächtnißschrift, als ein Zeichen eines ungewöhnlich früh sich zeigenden feinen Sprachgefühls, eindringenden Scharfsinns und vor Allem der Richtung seines Denkens ist die Arbeit des kaum dreizehnjährigen Knaben für uns von nicht geringem Interesse und es mag gestattet sein, Einiges aus derselben hier mitzntheilen. „Obschon ich," so beginnt der Verfasser, „schon sehr Vieles über die Frage habe sprechen hören: Welches war die erste Sprache? Wie hat Adam seine Gedanken und Empfindungen ausgedrückt? so ist mir dieselbe doch uie zu meiner Zufriedenheit beantwortet worden und größtenteils liefen alle hierher gehörigen Bestimmungen dahin aus, es sei jene Ursprache entweder die hebräische oder auch eine andere morgenländische Sprache, wie die arabische, kaldäische; aber keine dieser Meinungen schien mir richtig.....Um mich kurz auszudrücken, so ist meine Meinung über diesen Punkt: Adam hat wohl schwerlich irgend eine Sprache gesprochen. Und ist auch die hebräische die älteste Sprache, die älteste Art sich auszudrücken war sie gewiß nicht, ebensowenig die arabische oder kaldäische." — Bevor er zur Begründung seiner Behauptung übergeht, will er je« doch die erste Entstehung der Sprache im Allgemeinen ein wenig genauer betrachten. Die Meinung, „der allgütige Schöpfer selbst habe die Menschen die Sprache gelehrt", weist er auf das lebhafteste zurück. „Hat nicht selbst das Thier eine Art Sprache?... Und der Mensch, der verstandesbegabte sollte sich nicht scheuen, die Auffindung dieser ihm von Gott eingepflanzten Fähigkeit nicht sich selbst, sondern der Eingebung seines Schöpfers ohne eigenes Nachdenken zuzuschreiben 1) ^aeobi ^.ItillAi ^undanienta MvetatioiiiL linZuss savetsö ete. aeeeäit e^usÄem LzmoxsiZ ivstitutionuin 0k3.1äs63.ruiQ et L^rarum, simili institutiomim Lg.mN.i'ita.nai'um, RAddiviearum, ^rabiearuva, ^.etkioxiearum et kersieai-uiu s^opsi a (ZeorKio Otkone. ^i-aveotui-ti aä Noenuia 1730. — Der andere Band enthält die grammatischen Schriften von Joh. Andr. Danz u. A.: RaddiniLwus euuelsawL; ferner H.äitus 8MW rselusuL ete. eä. Iravkturt 1751. 2) Es mag an dieser Stelle bemerkt werden, daß der Knabe damals sich mit dem Gedanken trug, eine neue Sprache selbst zu erfinden!

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