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Die Wahrheit · 1927-12-23 · Heft 52 (23.12.1927) · page 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1927
Issue
Heft 52 (23.12.1927)
Date
1927-12-23
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite i4 (mmmmmmmmsammmmmmmmmmmms^mmm die Wahrheit zuwiderlaufen. Darüber kann der Herr Minister ganz beruhigt sein. * * * Da darf der tiberwiegenden Mehrheit rumänischer Zeitungsschreiber nicht das Zeugnis verweigert werden, daß sie das richtige Verständnis für rumänische Külturfragen bekundete. Diese Hetzer, die erst vor Jahresfrist einen antisemitischen Jüngling, der meuchlings einen jüdischen Studenten ermordete, nach seiner Freisprechung wie einen nationalen Idealisten feierten, wissen auch die blutige Kongreßtätigkeit der rumänischen Studentenschaft mit der alten rumänischen Kultur in Einklang zu bringen. Sie könnten sich auch auf alte Rechtsanschauungen berufen, wenn sie, denen die Juden als Fremde gelten, die Forderung erheben, man möge die verwundeten Großwardeiner Juden vor Gericht stellen, da ihre Verletzungen ja deutlich beweisen, daß sie Streit mit — Rumänen hatten! Auch im alten Sodom wurde ein Fremder, der, um dem Steinwurf eines Verfolgers auszuweichen, sich bückte, für den Schaden verantwortlich gemacht, den der Stein verursachte. So sah Sodoms alte Kultur und Recht aus. * * * Man staunt, wenn auch nicht in Rumänien, so doch außerhalb dieses Kulturstaates, daß die antisemitische Studentenschaft in Großwardein, Klausenburg, Jassy usw. selbst vor der Schändlichkeit nicht zurückschreckte, Thorarollen zu entweihen. Was soll das Staunen? Der Thora, die dem Stifter des Christentums als unantastbares Heiligtum galt, hat noch kein gläubiger Christ den Zoll der Verehrung versagt. Aber wie darf man von einem rumänischen Antisemiten verlangen, daß er das Alte Testament nicht verabscheue, daß die Nächstenliebe als das höchste göttliche Gesetz proklamiert, in welchem überdies noch wiederholt betont wird, daß man auch den — Fremden lieben müsse. * « * Auch der ungarische Ministerpräsident hat sich den Männern in hervorragender Stellung angeschlossen, die mit der Verantwortlichkeit für die rumänischen' Stiidentenexzesse die rumänische Regierung belasten. Graf Bethlen hat es klipp und klar ausgesprochen: „Das Wesentliche zur Beurteilung dieser Frage ist, wie sich die Staatsgewalt, deren Pflicht es ist, für die Sicherheit des Lebens und des Vermögens seiner Bürger zu sorgen, gegen die Ordnungsstörungen verhält. In jedem Staate können Ruhestörungen vorkommen, waren ja auch bei uns antisemitische Demonstrationen im Theater und auf der Universität, die Frage aber ist, wie sich die Staatsgewalt dazu verhält. Wichtig ist, daß die Staatsgewalt energisch gegen diese Ordnungsstörungen auftritt. . . . Wenn festzustellen ist, daß die Staatsgewalt, die Sicherheitsorgane tätlich die Exzedenten unterstützte, dann ist auch unbedingt festzustellen, daß die Staatsgewalt mitschuldig an diesen Ereignissen ist." Wahre Worte, goldene Worte! Und wenn man sich vor Augen hält, was sich die Hejjas-Leute während der Bethlen-Aera ungehindert, ungestraft oder begnadigt an Greueln gegen die Juden leisten durften, wenn man noch nicht vergessen, welche verbrecherische Bubenstreiche an jüdischen Studenten noch vor kurzem an den ungarischen Hochschulen, kaum zart gerügt, verübt werden konnte, dann wird man ermessen, daß niemand berufener als Graf Bethlen war, dieses Verdikt über die rumänische Verdikt zu fällen. * * * Aber seien wir gerecht, man hört auch von schärferen Rügen. An der Budapester technischen Hochschule wurden vor einiger Zeit fünf Studenten — vier Erwachende und ein Jude — zu Rügen verurteilt und die gegen den jüdischen Studenten wurde sogar verschärft durch den Verlust der Kollegiengelderbefreiung. Dieser eine jüdische Student muß es jrar zu arg getrieben haben. Er hat sicherlich die vier Antisemiten umzingelt imd sie blutig geschlagen. Welch eine Lehre werden aus dieser Strafe die antisemitischen Jünglinge ziehen, denen im Parlament der Vorwurf niedriger Feigheit gemacht wurde, weil sie in der Regel nur zu zehn und zwanzig über einen jüdischen Studenten herfielen. * * Eine Gruppe der „Erwachenden Ungarn", die sich von der Partei losgelöst und unter dem Titel „Ungarische Nationalpartei" eine neue Organisation gebildet hat, scheint sich doch wenigstens des alten mit so vielen Schändlichkeiten beschmutzten Namens zu schämen. Die „Erwachenden" erinnern ja doch immer an die vielen Unschuldigen, die dank riejjas* und den Seinen nun den ewigen Schlaf schlafen, aus dem man nicht mehr — erwacht. Ego. Wir verkaufen] m unser reichsortiertes Pelzlaser für Damen ■■■ unser reichsortiertes Pelzlager für Damen und Herren, u. zw.: Feh / Persianer Breitschwanz Seal / Nutria Mäntel sowie alle anderen modernen Fellsorten zu überraschend niederen Preisen! Das Renommee unserer seit 30 Jahren bestehenden Firma bürgt für Erstklassigkeit der Arbeit und des Materials 1 Pclzhous Pipersberg II., Praterstrafie 9

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