Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1927
- Issue
- Heft 52 (23.12.1927)
- Date
- 1927-12-23
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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tHE WMiRflEIT Seite Y3 Hör' sift «ad tu* das Oeg^nteih y^enn wer auf. ihre Worte hört, Ist, daß man ihri verbrenne, wen!1' Aus Mischte chachamim: Ein Chochom (Weiser) tät ftber seiner Haustür schreib*«: öott Äeb, daß alles Bös* von seiner Tür soll auSen bleiben. Da wär ein andrer Chochom hierfür gefahren. Und schrieb darunter: „Wenn du dir das hast vorgenommen —. Wenn dein Weib ausseht. Zu welcher Tür soll sie wieder herein kommen?" In einer liaggada zeigt bei den Worten Maror (Bitterkraut) der Mann auf seine Frau. Daneben die hebräischen Worte: „Das ist die Frau", wie es heißt: „eine böse Frau ist bitterer als der Tod." In einer Jüdischen Handschrift der Hamburger StadtbibliQthek führt eine Frau über die Ohrfeigen Buch, die sie dem Manne verabreicht. Die armen Frauen! Aus: Ein schön' »eäes Kaffee-Lied 1806. Sohomea (hören) mir mus'n hör'n und sehn und schwedg'u. Alle Zänk uajd Fluch las'n vorbei schleich'n. Wann uns'r Männ'r kpmm'n zur Stuben Tür erein. Schiupf n mir gern in Maus Loch eneän. Nur ihr Roges (Zorn) zu verhüt'n, Daß mir bekomm'n unser Kafe mit Fried'n. Hein (Ja) wan die Gesera (Verhängnis) wert botet (vorüber) gehn, Wer'n mir die Männ'r nicht flattieren mehn. Jellinek über das jüdische Weib. Der jüdische Stamm S. 101. Weiches ist der Wirkungskreis des Weibes? Welche Arbeit entspricht seinen natürlichen Anlagen? Wie soll es aui seinen künftigen Beruf vorbereitet werden? Nach welchen Voraussetzungen sollen Töchterschulen eingerichtet werden? Kann die Arbeit des Weibes dahin gelenkt werden, daß es imstande sei, die Familie zu ernähren, wenn das Haupt desselben stirbt? Diese Fragen hat der jüdische Stamm praktisch gelöst, und das jüdische Weib hat sich in den verschiedenen Gattungen der Arbeit erprobt und bewährt. Im Dorfe besorgte es alle Geschäfte in Abwesenheit des Mannes: Einkauf und Verkauf von Getreide, Wolle und Baumfrüchten. Bezahlungen und Einkassierung von Schulden. Gänge zum Ortsrichter und Pfarrer, die Ueberwachung der Fabrikation, die Gespräche mit Honza und Pawlow, den Leitern der öffentlichen Dorimemung, die, wenn auch keine Großmacht, nicht minder diplomatischer Klugheit bedarf, so daß es fähig war, nach dem Ableben des Mannes allein das Geschäft fortzuführen. In der Stadt verstand er "sich auf Manufacte, auf deren Einkauf und Absatz, leitete es die Korrespondenz, nahm es Notiz von den gebuchten Äctivis und Passivis, berechnete es die Konjunkturen des Handels, und bevor man noch Versuche machte, Frauen an Eisenbahnkassen zu verwenden, hat das jüdische Weib an dem sozialen Verkehr sich tätig und umsichtig beteiligt, um zu erwerben. In uralter Zeit „sinnt es auf ein Feld und erwirbt es" (Spr. 31, 16) durch eigene Arbeit, und in unseren Tagen gibt es ausgezeichnete- Männer, die in ihrer Kindheit von jüdischen verwitweten Müttern durch Arbeiten ernährt wurden, die der lebende Vater begonnen hatte. Vor zwei Dezennien wäre derjenige, der die Tätigkeit des Weibes über die Grenzen des Hauses hinaus erweitert hätte, des Mangels an Zartgefühl und an germanischem Sinn für die Bedeutung des Weibes beschuldigt worden: heute bildet die «Arbeit des Weibes" ein wichtiges Thema volkswirtschaftlicher Untersuchungen, das unter den Juden zwar wenig Federn, aber desto mehr weibliche Hände in Bewegung gesetzt hat. Die Arbeit ward beim jüdischen Stamme als ein Schmuck und eine Zierde des „Biederweibes" gehalten, und heute noch erzählen die Juden, die nicht gedankenlos germanisieren, viel Rühmliches von der „eschet chajii", welche die Tugenden ihres Stammes* das jüdische Herz, die jüdische Barmherzigkeit, den Familiensinn, die häusliche Fürsorge, das lebhafte Gefühl für die Ehre des Hauses und-den regen Fleiß am schönsten betätigt. (Fortsetzung folgt.) «■■■■■■■■■■■■■■99«aiiB0ma«aB9aBB«Bs«aaa>. Bollinger-Eiskasten sind seit 1870 die besten Fabrik: Wien XV., Staglgasse Nr. 10, Telephon B 38-4-19 Filiali: Vit., Burggasse Nr. 17, Telephon B 32-3-80 iptm^ | Sorgfältigste Lieferung In plombierten Sateke« *ea H I Sack 50 kg angefangen franko Haus, ebenso in §§ Fuhren und Waggons 3 - 1 * I JULIUS HABER <= [ Kohlen- und KotagraMaadlimpj =5 ff Für Tempel- und Wohlfahrtsvereine AnsuahmnprefaKi Nordbahnrntschen 3. Kohlennot Nr. 372-37» Wien a. TaborstraSe 9 FvnMprttber Nr. 4J-A-22 Glossen. Bevor die Interpellationen jüdischer Abgeordneten und Senatoren die Ableugnung der von den rumänischen Studenten verübten Greueltaten unmöglich machten, erinnerte die Haltung der Regierungsmänner an den berühmten Zigeuner, der sich wegen eines zerbrochenen Kruges zu verantworten hatte, für den er keinen Schadenersatz leisten wollte. Erstens wollte der Brave überhaupt nicht zugeben, daß er den Krug entliehen, zweitens behauptete er, den Krug in unversehrtem Zustand zurückgegeben zu haben und drittens aber wäre der Krug schon zerbrochen gewesen, als er ihn geliehen bekam. So wurde anfangs offiziell verlautbart, die Exzesse seien überhaupt nur erfunden, später hörte man, es seien in der Tat zwar keine Köpfe, wohl aber einige Fensterscheiben eingeschlagen worden. Dann aber wurden mit sittlicher Entrüstung die blutigen Ausschreitungen verdammt, die von den — Juden inszeniert worden waren. * « * Da aber das Ausland nicht länger irregeführt werden konnte, überließen die rumänischen Staatsmänner die Judenhetze im Lande der so bewährten antisemitischen Presse, während sie selbst die antisemitischen Exzesse verdammen. Der Minister Duca erklärte sogar im Parlament, die Regierung sei entschlossen, das Land „von dieser Psychose unserer Universitätsjugend, die der alten rumänischen Kultur und den Interessen des Staates, zuwiderläuft, zu heilen". Eine merkwürdige Psychose, unter der gerade diejenigen nicht leiden, die von ihr befallen sind. Der Minister Duca fürchtet mit Recht, daß die ungeheuerlichen Bestialitäten, die von der geistigen Elite des Landes verübt wurden, bei de-i Interessenten für die nächsten Auslandsanleihe m Rechnung gebracht werden könnten* aber er täuscht höchstens sich, wenn er meint, daft die antisemitischen Exzesse der rumänischen Kultur |»inni(:i<«uuHuii»i>unwnmuiroimnniNniHnm«MnHin' i Herren- und Damenkleider ■ 5 nach Maß sowie fertig lagernd, wir Qualitätsware, billigst«.Fraise. 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