Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1927
- Issue
- Heft 52 (23.12.1927)
- Date
- 1927-12-23
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3062972-3064299-3064349--15943-3089682- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 12 f i 3} P fffliil]Aü« mßmi Dm WARKflüEi f Gottesidee sein Haupt Auch er wagt nicht zu sagen, was Qott ist; er behauptet aber absolut daß Gott ist Er zeigt «fftgehend. daß es. im Bereich der exakten Erkenntnis nichts Metaphysisches gibt; daß Atheismus, Pantheismus und Deismus €ieicüerweise transzendental sind, da sie alle über unsere Sfmne hinausgehen. (Ii Spencer. Reine Vernunft, erste Prinzipien, p. 36.) Er sagt ferner: „Der Gottesbegriff ist keine Erfindung .... genau betrachtet haben alle die verschiedenen Pörmen religiösen Glaubens in irgendeiner allerletzten Tatsache eine Grundlage... sie als absolut grundlos hinaus teilen, das diskreditiert die mensch- ILche Intelligenz . . . Religiöse Ideen der einen oder dir anderen Art sind stets allgemein und allgegenwärtig. Eine eferliche Prüfung der Tatsachen widerspricht geradezu der Meinung« daß Glaubehsarten eine Erfindung von Priestern säen . . . ihre Universalität ihre Entwicklung, ihre große Vitalität zeigen, daß ihre Quelle tief eingewurzelt ist . . . Wir sind logischerweise genötigt anzunehmen, daß sie, wenn steht übernatürlich, aus menschlichen, allmählich angehäuften uftd organisierten Erfahrungen abgeleitet sind." Sokrates. Plato. Aristoteles. Pythagoras uöd Plotin glaubten vollkommen an die Existenz Gottes. Die •Brahmanischen Weisen der Hindus, die Kabbalistischen Dinker sowie Maimonides akzeptierten diesen Glauben und Uferten ihn als selbstverständlich. Ebenso glaubt Spinoza, der vielumstrittene Hebräisch-holländische Philosoph an Qott als die einzige Realität im Weltall, welches Weltall nach ihm ephemer, ein Weilchen am Spiegel des Ozeans ist: Gott allein ist ewig und wirklich. In unserer modernen Zeit hat der bittere Kampf ums Dasein mancherlei Verwüstung in dieser größten Konzeption der zivilisierten Menschheit angestellt. Itehtsdestoweniger schrecken die zweifelnden Massen in ihrem nüchternen Sinn instinktiv vor atheistischen Folgerungen zurück. Sie fühlen, was Heine so geistreich zutreffend ausspricht: „Wenn ich an der Existenz Gottes zweifle, komme tfk mir wie in einem Irrenhaus befindlich vor, in dem ich gerade meinen Führer verloren habe." (Fortsetzung folgt.) Jüdische Frauenideale. (Fortsetzung.) Eine Ahnfrau von S. R. Hirsch. 016 Bra«t de» Mendel Frankfurter, eines Vorfahren von S. R. Hirsch, an ihren Bräutigam. (Vgl. Duckes im „Jahrb. d. jücL-Kt Ges. 1926.) Altona 8. Adar II 5529. rasonder Hochzueirrender, wohlqua4ifiziert<er, tugendreiefief schätzbarer spezieller Freund und Gönner. In mein ganzes Wesen kam eine Gemütsveränderung und ich wurde erfüllt von höchster Freude und Vergnügung, da ich das Glück hatte, Ihr geehrtes, au mich abgelassenes, angeaffases Schreiben von 24. Adar I zu erblicken, was mich fNufe und woraus ich gerne ersehe seine Dispositon, die an jäeteeegfctefeen avisiert ist. Gott der Herr kontinuier die beiden FamflieB «ach eigenem Wunsch um alle Contenments. Obngeachtet ich habe nie erlangt, Ihnen mein wertester Freund, persönlich, sondern per renommee zu kennen, befiehlt mir mein Herz getreulichst wie schuldig zu avisieren wegen der gehabten Vergnügungen der getroffenen Vereinigung, «reiche ntft vieler Freud© vollführt wurde, mich mit einer schuldigen Gratulation einzufinden vom Grund meines Herzens benebst Wünschung Massoltow. Gott der Allmächtige erlängere und erfreue uns viele folgende Jahre und beschütze uns öfid unsere Familien, ferner volle Vergnügung, und daß er alles nach eigenem Wunsch und Begehr restituieren möchte. Ich binde mich nicht kuropabei genug, um zu obligleren, da ersehen haben, daß mein sehr wertester Freund das Geschenk abgesandt halte solches für ein besonderes Merkmal für die gründliche Freundschaft und Treue, Wogegen ich Zeit meines Lebens ein Exempei hoher Achtung trage und Millionen Danksagungen statuiere für das getreue Andenken. Ich werde mich bemühen, alle erdenklichen Okkasionen zu suchen, um Ihnen, mein allerliebster Freund, meiner Liebe und Treue zu zeigen. Schließe und verbleibe Zeit meines Lebens gehorsamste untertänigste Freundin, die da nach sehuldigermaßen betet für sein langes Leben und Wohlergehen. Z i p o r a. Keine Frauenldeale. (Aus dem „Wieaberfaind" des Jehuda bea Sabbajtai.) Wie mancher starke Mann, Erhaben wie ein Tann4 Ward4 ach, durch Frauenstreich* Verachtet Gesträuche gleich! ~ Glaub's, wenn mein Mund dir4s schwört. Die Schlang4 hat Eva nicht betört; (Ihr ward die Baumfrucht nicht verwehrt), Doch durch sie ward Adam des Unglückes Raub. Und die arme Schlange muß fressen Staub 1 Sinkt nun der Mensch in der Sünde Schmach; Ahmt er nur der lieben Mutter nach! — Sieh4 doch! Weil Rahel stahl die Götzen Tat Laban ihrem Manne nachsetzen; Rebekka hüllte Jakob in Trug, Dafür hat auch Esau geklagt genug, Der Dina Eitelkeit Hat Vater und Brüder gestürzt in Streit; Und hielten die Frau'n ihre goldenen Sachen, War jenes verderbliche Kalb nicht zu machen. — Ward nicht von Midjan's schönen Kindern Der Tod gebracht zahlreichen Sündern? Und Zlophchad Früchte der Sünde aß, Indem er statt Söhne nur Töchter besaß, Doch Abraham Früchte der Tugend genoß. Denn ihm war verliehen kein Töchtersproß; So hat der gnäd'ge Herr der Welt Vollkömm4nen Segen ihm bestellt; Und Hiob gab zwiefach er alle Gaben, Die Töchter sollt4 er nur einfach haben, Und wer da sein will ein frommer König* Gott warnt ihn: „nimm dir der Weiber wenig!" — Durch wen fiel Benjamin Fast der Vernichtung hin? Und wer hat Simson so oft betrogen, Dem Helden seine Kraft entzogen. Bis er zuletzt in die Brüche fiel. Ein Mühlrad trieb? Ha welch ein Ziel! — Und als mein Volk zum Bösen ward verführt, Da heißt es: „Frauen haben es regiert!" Aus dem „Buch der Tändeleien4* des Josef ibn Sabara (Sulzbach, Dichterklänge). Die Tendenz der Schrift scheint eine Verherrlichung der Frau zu sein: die Bösen und Tückischen fürchten den geraden Sinn und das gesunde Urteil der Frauen, darum suchen sie die Männer zu bewegen, dem Rat der Frau kein Gehör zu schenken und durch allerlei Erdichtungen dem weiblichen Geschlechte alles Böse anzuhängen. Der Pardel, der sich vom Fuchs betören läßt, den Rat seiner Frau zu verachten, geht dadurch unter. Der Dämon hingegen wird durch eine gute Frau gebessert. Die Bösen sagen: 0, trau bei Leib4 den Frauen nicht! Sie sind so bös4 und herzensschlecht, Wem gäben sie wohl jemals recht? Gefühllos bleibt ihr enges Herz Bei fremdem Leid, bei fremdem Schmerz, Im Widersprechen webt ihr Sein, Sagt der Mann: ja, die Frau sägt: nein. Hab4 acht auf dich, der Weise warnt Daß Frauenlieb4 dich nicht umgarnt. Daß du vollführest keine Tat Ifech Frauen tück'schem. bösem Rat; Vielmehr rat4 ich zu deinem Heil: MÖJJELFABjHK SIGM. WIEN, 2. BEZ., WATERSTRASSE NR. 30 Belebe Auswahl solid gearbeiteter FERNSPRECH-NUM MER 43.1-91 P P E N H E I M MS bei zu billigsten Preisen