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Die Wahrheit · 1927-12-16 · Heft 51 (16.12.1927) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1927
Issue
Heft 51 (16.12.1927)
Date
1927-12-16
Page
– (sequence 2)
Language
German
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ijWOili!^^ OtE ^WHRHElf vor i^irtausenden das erste, <§hanukkafiämmeheri gespeist hat, ^das heilige Osä feateref Begeisterung,, es ist lins bis%heute nicht ausgegangen* Es söÜ, es muß auch leücliten In unseren Kindern und Kindeskindern! ^Unünaußsir fkankanim naassoh ritss laschauschariim . . * * Brief aus Deutschland. Jüdische Jugendtagung. Wenn Ich meine Berichterstattungaus. Deutschland mit der Führertagung des Verbandes der jüdischen Jugend Deutschlands beginne, tue ich dies nicht etwa nur deshalb, weil der Tagungsort zitfällig identisch ist mit meinem jetzigen Domizil Erfurt, sondern vor allem unter dem Eindruck, daß hier etwas am Werke ist, was für Oesterreich unbedingt vorbildlieh sein sollte, besonders in "diesen Tagen einer gesteigerten Abfallbewegung der Wiener jüdischen Jugend vom Glauben ihrer Väter. Die jüdische Jugend in Oesterreich hat man zwei polaren Faktoren überlassen: r den Z i on i ~s4 e n und xlen von den Sozialdemokraten /'gestutzten ¥ r ei de nkern. In Deutschland hat man beiden Gefahren rechtzeitig vorzubeugen gewußt. Es gibt hier jüdisch-liberale, orthodoxe und neutrale lugendv^rbände neben den auch frier ziemlich rührigen zionistischen. Die Jugend ist also nicht .von den zwei Extremen bedroht: hie die Skylla des jüdischen Nationalismus, dort die Charybdis der Gleichgültigkeit, wenn nicht gar Feindseligkeit gegenüber dem Judentum. Am meisten für sich hat wohl die neutrale Bewegung, auf deren Boden auch die eingangs erwähnte Erfurter Tagung stand. Hier wird den unreifen Menschen nicht gleich beim Eintritt eine Marke eingebrannt, sondern die geistigen Mittel geliefert, ein eigenes Urteil heranreifen zu Feuilleton Im siebenten Himmel. Eine Erzählung von Josef Kaplan, Fulda. (Schluß.) Zu jener Zeit passierte es, daß der Fürst große Regierungssorgen hatte;-die-Last der Krone drückte schwer auf das fürstliche Haupt Da fiel es dem Fürsten ein, den Wunder - Schneider um Rat zu befragen. Er ließ Hin rufen und sprach zu ifiai also: - »Großer Mann* Mein Schneider! Es ist mir bekannt, daß du einen mächtigen Gott hast! Ich weiß, daß du diesem Gott sehr nahe bist ... Frage ihn um . Rat und verkünde mh* nach drei Tagen dSe-Antwort! Uhd:der Fürst teilte dem Schneider aus Prag seine Sorgen mit- Den Schneider traf dieser Auftrag wie ein Blitz aus heiterem Himmel. .Allmächtiger Fürst', sprach der Schneiderkmend, »wie kann ich Mensch aus Fleisch und Hut dies erreichen?1 Aber es half nichts'; der Fürst bestand darauf. - Der Schneider zog sich in sefee" Gemächer zurück und war sehr ^betrübt. Aber das' große Vertrauen zu Gott verließ ihn nicht, und er betete nach seiner Art ununterbrochen. Zwei Tage und zwei Nächte. Am dritten Tage verfiel der Schneider in einen tiefen Schlaf, und er hatte einen wunderbaren Traum. Im Traume schwebte' er hoch empor in den Lüften. Immer höher süeger, bis die Erde seinen Blicken entschwand. Er stand vor einem großen goldenen Tore. Der Schneider klopfte einigemal bescheiden an dasselbe und wartete mit pochendem Herzen; Dahinter wird das lassen. Gewiß dfese MethdÄe^^Geiäir iSps^ daß statt eehten' Feuers nur eirt^t]PÖiifeüe| fäßche||, unverdauter Phrasen erzeugt wjrd^re]&:Täfh$&k in-Erfurt geschwungenen RedenSinatdäst gezeigte Daneben hörte man aber sehr real gedachte, wenn auch öft mit übermäßiger-©rastilt > zum Ausdruck gebrachte- Ansichten „mit. Haud und FjaßV Das ist eben Sache des individuellen Intellekts. " Schließlich hört man auch - in der Diskussion E r- •w-a chs^n ei:viel Angelesenes, odex. sonst, Anjge- . flogenes, aber schlecht oder gar nicht Apperziniertes —„ wie sollte da in einer Organisation reifer dieses Uebel vermieden werden? Hier ist" immerhin noch die iMöglichkeit künftiger Ve rtjefung gegeben imd um dieser Möglichkeit willen ist die Sache aller Förderung wert. An Erwachsene wird oft aller Liebe Mühe umsonst verschwendet, bei der Jugend muß das Werk der Festlgung im Judentum: beginnen! Dr. Hugo Spieg 1 er. ■ Aufrsiff Gedenket zu Chanuka' des Kereh Hathora! -Die Thorä ist das Erbgut des jüdischen Volkes! Der Kereh, Hathora . ist der Thora-Fonds des jüdischen Volkes! ' Trägt Euer Scherflein nach Kräften bei. auch kleine Gaben' sind willkommen! v Füllet die Keren Hathora-Büchsen in Eurem Hause! In der Chanuka-Woche werden alle Büchseh geleert Auf das Erträgiiis der Büchsenleeruhgen warten Hunderte von Thora - Lehrstätten. Taüsende von Schülern, die wir mit Kleidung, Beheizung und Nahrung für das Winterhalbjahr versorgen sollen, . Mit kleinen Opfern werdet Ihr Großes wirken! Gebe jeder reichlich und freudig für die CHANUKÄ-AKTION des KEREN HATHORA. Spenden nimmt entgegen: Keren Hathora-Zentrale, Wien IL, Leopoldsgasse 26. Paradies sein, dachte er. Plötzlich öffnete sich das goldene Tor und — o Schreck! — ein leibhaftiger Teufel stand vor ihm. Dem Schneider wurde es schwärz vor den Augen. Der Teufel führte den Schneider durch das Tor. Allmählich kam er zu sich, schaute um sich und sah Herrliches. Der breite Gang, in dem er sich jetzt befand» strahlte im herrlichsten lichte. Rechte "und Mnks an den Wänden hingen faustdicke Edelsteine. Rote Saphire glänzten überall, wo das Auge hinsah. Die Wände selbst wären aus Teinem Alabaster, der Fußboden aus glitzerndem Kristall. Der Teufel war auf einmal verschwunden, Der Schneider ging den langen Gang entlang und kam vor eine eiserne Tür; Eine eiserne Tür? dachte der Schneider, das paßt nicht hierher! Aber er konnte. gar nicht viel denken, dehn die eiserne Tür wurde plötzlich aufgerissen,' zwef rote Hände ergriffen ihn und schleuderten ihn Weit, weit hinweg. Es dauerte lange, bis der Schneider zu sich kam. Als er die Besinnung wieder vollständag hätte, bekam er Schreckliches zu sehen. Er befand sich in der Hölle, tri dem weiten Raum standen unzählige Kessel. Jeder Kessel war mit siedendem: Pech gefüllt JIn jedem "dieser Kessel . hockte ein halb verkohlter Mensch und schrie jämmerlich. Ein furchtbares Geschrei erfüllte den rauchigen, unübersehbaren "Raum. Der. Schneider von Prag verlor die Besinnung, und ails' er wieder ei wachte, ' war er £anz wo anders. Er sah nfdhi mehr das grauenhafte Bild vor sich, sondern schwebte in einem reinen Aether. So,- dachte der Sehnender, jetzt werde ich wohl in das Paradies .gelangen: Wenn .man ins "Paradies will, muß man erst die Hölle gesehen haben. Auf "einmalsah erein wiriiiges, kleines Holztürchen vor sich. Er ging freudig" ^darauf los und klopfte an. Es wurde ihm durch eine unsichtbare Hand geöffnet und er trat ein. Das Türchen schloß sich wieder von selbst. Der Schneider ging einen schmalen, dunklen Gang entlang. -A^ daS Gehen war nicht so leichtEr empfand

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