Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1927
- Issue
- Heft 50 (9.12.1927)
- Date
- 1927-12-09
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 12 Hfl DIE WAHRHEIT Von Wodie mu Wodkc"^ Tempeleinweihung in OttakrinQ. Ein langgehegter Wunsch der Ottakringer und Hernalser jüdischen Bevölkerung ist dank der rührigen Tätigkeit des „Jüdischen Kultur- und Tempelbauvereinesu dieser Bezirke in Erfüllung gegangen. Ein kleines, schmuckes Gotteshaus mit einer sehr praktischen Damengalerie und stilvoll kassettierten fiolzdecke, bei dem sich Anklänge an die alten Synagogen des Mittelalters finden, wurde dank der Anteilnahme aller beteiligte Kreise in kürzester Zeit als Wintertempel geschaffen. Die Pläne stammen von dem bekannten Architekten Ignatz Reiser, nach dessen preisgekrönten Entwurf jetzt auch der neue israelitische Friedhof erbaut wird. Das imposante Gebäude ist aus feuersicherem Beton hergestellt. An dem Bau, von den beiden Stadtbaumeistern Architekt Oskar Dohan und Ing. Ernst Dohan geleitet, wurden ausschließlich j ü d i s c h e Handwerker beschäftigt. So wurde für die Bezirke Ottakring-Hernals ein jüdisches Kulturzentrum geschaffen und können wir die daran Beteiligten nicht besser ehren als indem wir den Inhalt der drei Votivtafem*) hier wiedergeben, die für ewige Zeiten das Lob der emsigen Mitarbeiter an diesem Gott gewidmeten Werke verkünden sollen: In aufrichtigster Dankbarkeit und Verehrung unserem hochverdienten geistigen Führer, Herrn Professor Dr. Julius Max Bach, Rabbiner der Kultusgemeinde Wien, gewidmet. Dank seiner Anregung und durch seine unermüdliche Tatkraft wurde dieses Gotteshaus im 29. Jahre seines segensreichen Wirkens erbaut * * * Dieses Goti und seiner Lehre gewidmete Haus wurde mit Unterstützung der Israelitischen Kultusgemeinde Wien unter dem Präsidium Professor Dr. Alois Pick, Dr. Jakob Ornstein, Dr. Josef Löwenherz von dem Jüdischen Kultur- und Tempelbau-Verein Wien-Ottakring-Hernals nach den Plänen und unter der Leitung des Architekten Ignaz Reiser und dessen Mitarbeiter Karl Koblitschek, Oberbaurat, von den Stadtbaumeistern Architekt Oskar Dohan und Ing. Ernst Dohan im Jahre 5687/88—1927 ertourt * * * Der Vorstand des Jüdischen Kultur- und Temoelbau-Vereines Wien—-Ottakring—Hernais: Obmann Dr. Julius Max Bach, Rabbiner der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, Obmannstellvertreter: Ottomar Katz, Leopold Sitzmann, Siegmund Weiler. Kassier-Stellvertreter: Samuel Deutsch, Schriftführer: Heinrich Rosenzweig. Kassier: Leopold Löiinger. Revisor: Alexander Goldblatt. Sekretär: Sigmund Schlesinger. Revisor: Kommerzialrat Jakob Holzer, Robert Beck, Dr. Sal. Bohin, Gottlieb Drab, Sam Fischer, Markus Glücksmann, Robert Glücksmann Franz Goldstein, Direktor Benuo Kahane, Salamon Klawier, Ignaz Kohn, Sigmund Kornmehl, Edmund K o t a n y i, Samuel N e u m a n n, Leopold Reiß, Josef S aJ a m o n. Rudolf Urbach, Leopold Weiß. Die Einweihungsfeier fand Donnerstag, den 1. Dezember, 6 Uhr abends statt. Als Festgäste waren unter anderen erschienen: Das Präsidium der Wiener israelitischen Kultus?, gemeinde, Präsident Prof. Dr. Alois Pick; die-VizeprÄsldett-. ten: Dr. J. Ornstein, Dr. J. Löwenherz. Öberrabbiher: Dr. H. P. Chajes; die Rabbiner: Dr. D. Feuchtwang, Dr. S. Funk, Dr. A. L. Mandel, Dr. M. G. Mehr er, Dr. J. Taglicht; die Kultus Vorsteher: Viktor Bau.minger, Dr. Desider Friedmann, Edmund Ho 1 man,n. Architekt A. Kar plus, Kommerzialrat B. Markus, S. Meister, Regierungsrat Dr. H. Oppenheim; Präsident des Bethausvorstandes der Israelitischen Kultusgemeindc Wien: Dr. E. Münz; die Amtsdirektoren: Regierungsraf Dr. E. Ad 1 er, Regierungsrat G. Fuchsgelb; die Amfsrleiter: Förster, R. Kraus, S. Rochmik. Architekt E.¬ Li n d n e r, Verwalter Max Popper. Tempelverwalter" M. Schwager; Bezirksleiter von Ottakring Regierungsrat Kärf Nemetz; ferner Vertreter verschiedener Korporationen und Tempelvereine: Obmann Oskar Schrammel (Pazmaniten-> tempel), Obmann Adolf Hoftnann (Margareten-Wieden) Obmann Direktor Anton Stein (Josefstadt). S. Oester^ reich (Müllnertempel), Obmann Dr. J. Winter. Vorsteher^ Josef Nossig, Leopold Subak (Währing), Vorsteher;Karl. A11 m a n n. Eine Abordnung des Oesterreichischen Kantoren» verbandes unter Führung des Präsidenten I. Löwit, ferner die Herren Karl M e d a k, Dr. Karl Mittler. Kommerzialrat A. Wasservogel, Direktor des Teppichhauses S. Sc be i nV Direktor Otto S c h i c k 1 e r, Stefan K u f f n e r. Direktor Arffluir Kubie. M. A. Raubitschek, Julius Krupnik, Maximilian Krämer; die Chefredakteure: Regierungsrat Doktor Wilhelm und L. Hirschfeld u. a. m. v * * * Nachdem Oberkantor Rudolf Kogan mit einem verstärktem Chor das „Maatauwu" wirkungsvoll zum Vortrage gebracht hatte, erfolgte durch Rabbiner Professor Dr. I. M. Bach die Begrüßung der erschienenen Festgäste. Sodann übergab Architekt Ignaz Reiser den Bau an den Obmann des Tempelbauvereines Rabbiner Dr. Bach, wobei er seinen innigsten Dank für die werktätige Unterstützung, aussprach, die allein es ermöglicht hatte, das Gotteshaus in sq kurzer Zeit herzustellen. Das Anzünden des ewigen Lichtes nahm Oberrabbiner Dr. H. P. Chajes mit einer inhaltsvpÜen Ansprache vor. Unter den Klängen des Psalm 150 (U wer nucho) holten nun die drei Präsidenten der Kultusgemeinde und der Oberrabbiner die Thorarollen ein. In einer geistvollen Festrede schilderte hierauf Rabbiner Dr. Bach dle.JSnfr. stehung und Bedeutung des neuen Gotteshauses, dankte allen, die an dem schönen Werke redlich mitgeholfen, und schloß mit einem Segen auf das neue zur Ehre Gottes erbaute Haus,, auf die Gemeinde und ihre Führer. Nun folgte die herrliche Schöpfung Sulzers: Adon Olom. die von Oberkäntbr Rudolf Kogan unter Assistenz der Chorherren G r Anberg, Klein, Perl (Chordirigent), Redlich. Rejeil. Striks und Wachmann eindrucksvoll zum Vortrag gebracht wurde. Die schöne Feier fand ihren Abschluß mit der Uebergabe des Tempels an das Präsidium der israelitisc|e}| Kultusgemeinde, für welche Präsident Professor Dr. A..Piick auf die herzliche Ansprache des Obmannes des Tempelhau? Vereines Herrn Rabbiner Dr. Bach tiefgerührt erwiderte. Er betonte, daß es der Wiener Kultusgemeinde zur ganz .besonderen Ehre gereiche, dieses herrliche Werk jüdischer .ilHIlHIIlSSIHBIIIIMlIUllllMlllfl *) Die Votivtafeln aus schwedischem Granit sowie der Waschbecken aus Marmor wurden von der bestbekannten Stetometeßrma Friedländer & Deutsch. Wien I.f SeJfenstettengasse 2, kunstvoll ausgeführt Bollinger-Eiskasten sind seif 1870 die bestell Fabrik: Wien XV., Staglgasse Nr. 10, Telephon B 38-4-1» Filiale: VII., Burgzasse Nr. 17, Telephon B 32-3-80 WOBELFABRIK ' SIGM. r O FERNSPRECH-NUM MER 45-1*91 P P E N H E I M WIEN, X BEZ., PRA TERSTRASSE NR. 30 Belebe Auswahl solid gearbeiteter Möbel zu billigsten Preise*