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Die Wahrheit · 1927-12-09 · Heft 50 (9.12.1927) · page 9

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1927
Issue
Heft 50 (9.12.1927)
Date
1927-12-09
Page
– (sequence 9)
Language
German
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DIE WAHRHEIT flllijllia Seite M Öpferfreudigkeit und Opferwilligkeit in Besitz nehmen zu dürfen, und sprach allen, die zum Gelingen beigetragen hatten, ganz besonders Herrn Rabbiner Dr. Bach und Herrn Architekt Reiser,,den wärmsten Dank namens der Kultusgemeinde aus. Der Abend vereinigte die Festgäste zu einem Bankett im Restaurant Barschak, das stimmungsvoll verlief. In verschiedenen Festreden wurde nochmals die Bedeutung des Tages der Tempeleinweihung betont. Geistvolle Ansprachen hielten Präsident Professor Dr. A. Pick. Vizepräsident Dr. J. Ornstein, Rabbiner Professor Dr. M. J. Bach, Obmann des Bethausvorstandes XVI—XVII., S. Weiler, Obmann der Bezirkskommission XVI—XVIL, Leopold Sitzmann, ferner wurden eine Anzahl von Toasten und Gratulationsreden gehalten, in denen Rabbiner Dr. Bach, das Präsidium der Kultusgemeinde, Amtsdirektor Regierungsrat 0. Fuchsgelb und Architekt Ignaz Reiser in herzlicher Weise gefeiert wurden. * Dreifaches Jubiläum in Floridsdorf. Ein selten schönes Fest vereinigte Sonntag, den 10. Kieslew, die Floridsdorfer Judenschaft: handelte es sich doch um das 50jährige Jubiläum des Bethauses und der Chewra Kadischa sowie des 30jährige Amtsjubiläum ihres überaus verdienstvollen Rabbiners Dr. M. Rosenmann. Auch zahlreiche Festgäste hatten sich eingefunden, u. a. in Vertretung der Wiener israelitischen Kultusgemeinde Präsident Professor Dr. A. Pick, die Vizepräsidenten Dr. I. Ornstein und Dr. I. Löwenherz, die Kultusvorsteher Kommerzialrat B. Buchwald und Edmund Hof mann, Oberrabbiner H. P. Chajes, in Vertretung des Rabbinerverbandes Rabbiner Dr. D. Feuchtwang, ferner die Rabbiner Dr. Frankfurter und Dr. Mehrer. Professor Dr. S. Kraus, Schulrat Dr. Pollak; für die politische Beziksvertretung Floridsdorf Vorsteher Franz Bretschnelder und Vorstandsmitglied Ignaz Beck; die Amtsdirektoren der Kultusgemeinde Regierungsrat Dr. E. Adler und Regierungsrat G. Fuchs gelb; die Oberkantoren Bohomolny. Fischer und Margulies, die Amtsleiter Kraus und Förster, Dr. Freudmann; sämtliche Gemeindetempel und Tempelvereine waren durch Abordnungen vertreten. Die schönen Feierlichkeiten wurden durch eine imposante Tempelfeier eingeleitet. Zunächst wurde das herrliche „Maatauwu" sowie der „Psalm 100" von Oberkantor D. Groß mit verstärktem Chor, unter Leitung des Chordirektors Josef Zellnik, meisterhaft zum Vortrage gebracht. Es folgte das Maariwgebet und hatte auch hier Oberkantor D. Groß Gelegenheit, sein großes Können zu dokumentieren. Nun hielt Herr Rabbiner Dr. M. R o s e n m a n n die Festrede. Er schilderte in beredten Worten, wie vor 50 Jahren sich einige mutige Männer zusammenfanden, die ihrem Glauben die Treue wahrten, an der Tradition ihrer Eltern festhielten, um ein Gotteshaus, zu bauen*), wo sie in gewohnter Weise ihre Andacht verrichten könnten. Der Opferfreudigkeit dieser wackeren Männer ist auch die Erwerbung eines eigenen Friedhofes zu danken, womit sich dieselben ein Denkmal für ewage Zeiten errichtet haben. Die gedankenreiche Festrede rief tiefen Eindruck hervor sowohl durch Angabe neuer wichtiger historischer Daten als auch durch ihren rhetorischen Aufbau. Besonders ergriffen waren die Herren Adolf Redlich und der gegenwärtige Obmann Gabriel Dukes, die seit den ersten Gründungsjahren der Floridsdorfer jüdischen Gemeinde angehören. Nach dem schönen Festgottesdienste versammelten sich die zahlreichen Festgäste im Sitzungssaale, wo die Enthüllung eines künstlerisch ausgeführten Bildes Seiner Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. M. Rosenmann anläßlich seines 30 jährigen Amtsjubiläums stattfand. Zunächst würdigte der Präsident der Kultusgemeinde Professor Dr. A. Pick die überragenden Eigenschaften des Jubilars auf dem Gebiete seiner rabbinischen Sendung, auf der Lehrkanzel, der Schule und auf dem Felde des großen Wissens und der echt jüdi- 3 | Sorgfältigste Lieferung in plombierten Säcken von 1 H 1 Sack — 50 kg angefangen franko Haus* ebenso in ü» M Fuhren und Waggons §f 1 * | JULIUS HABER | Kohlen- und KoksgroBhandlung II i Für Tempel- und Wohlfahrtsvereine AusnahmsprolM Nordbahnrutschen 3. Kohlenhoi Nr. 372-376 Wten IL, Taborstraße % Fernsprecher Nr. 41-0-22 *) Siehe die in unserem Blatte erschienene Artikelserie „Materialien zur - Geschichte der Entstehung des Kultusgemeindebezirkes Wien XXI", von Rabbiner Dr. M. Rosenmann. sehen Wohltätigkeit. Obmann Gabriel Dukes feierte die großen Verdienste Seiner Ehrwürden um die Gemeinde und die Herstellung der Einigkeit in derselben. In formvollendeter Rede überbrachte Rabbiner Dr. D. Feuchtwang die Glückwünsche der Berufskollegen, die in Dr. Rosenmann den Mann hochschätzen, der zur Hebung der Standesehre und des Ansehens des Rabbinerstandes sehr viel beigetragen. Bezirksvorsteher Franz Bretschneider dankte dem Jubilar mit herzlichen Glückwünschen im Namen aller Bewohner des Bezirkes für die überaus ersprießliche Tätigkeit auf charitativem Gebiete. Frau Präsidentin Henriette Grünwald überreichte dem eifrigen Förderer des Frauenvereines für den 21. Bezirk mit herzlichen Dankesworten namens desselben eine kunstvoll ausgeführte, sehr wertvolle Adresse. Für den Verein der Zurawner in Wien gratulierten die Herren Dr. Horowitz und Adolf Reiß, welch letzterer einen kostbaren Silberpokal übergab. Es sprachen noch Kultusvorsteher Salomen W e i n i n g e r für den vom Jubilar ins Leben gerufenen Wohltätigkeitsverein „Chaunen-Dal" und Obmann Dr. Max T i c h o namens des Talmud-Thora-Vereines, dessen Ehrenpräsident Dr. Rosenmann ist, dem Freund und Lehrer der Jugend, die er so herzlich herangezogen, die innigsten Dankesworte aus. Tiefgerührt dankte der Jubilar allen Gratulanten und ließ in einer geistvollen Rede die dreißig Jahre seiner Tätigkeit gewissermaßen Revue passieren. Er betonte» daß es ihm besonders zum Stolze gereiche, in dieser echt jüdischen Gemeinde die Einigkeit hergestellt zu haben, für deren Erhaltung er auch weiterhin wirken wolle. Den Abschluß der Festlichkeiten bildete ein schönes Bankett im großen Saale des Hotel „Goldener Engel" (beigestellt vom bestbekannten orthodoxen Restaurant I. Nagel, „Hotel New York"), an dem mehr als 150 Personen teilnahmen und das so recht ein anschauliches Bild von dem festen und vorbildlichen Zusammenhalten der Gemeinde bot. die sich um ihr geehrtes geistiges Oberhaupt Rabbiner Dr. M. Rosen mann schart. Die gehaltvollen Reden und herzlichen Toaste der Herren Präsident Professor Dr. Alois Pick, Vizepräsident Dr. J. Ornstein. Obmann Gabriel Dukes, Kultusvorsteher <Kotnmerzialrat B. Buchwald. Kultusvorsteher S. Weininger und Dr. Max T i c h o, riefen große Begeisterung hervor. Es wurde m diesen Reden viel Treffliches gesagt, was wohl wert wäre, festgehalten zu werden, doch würde dies den engen Rahmen der Berichterstattung weit überschreiten. Tief gerührt dankte Rabbiner Dr. M. R o s e n m a n n für die ihm entgegengebrachten zahlreichen Beweise der Liebe und Verehrung und sprach auf das Kultuspräsidium einen geistreichen Toast aus. Oberkantor Heinrich Fischer gab zur Freude der Festteilnehmer mehrere Proben seiner Gesangskunst zum besten und erntete lauten Beifall. Das Tischgebet sprach Oberkantor D. Groß. Um das Gelingen der Festlichkeiten haben sich Ohmann Gabriel Dukes, Kultusvorsteher Weininger sowie sämtliche Herren des Vorstandes und der Chewra Kadischa sehr verdient gemacht. Amtsdirektor Regierungsrat Guido Fnchsgelb war vor einigen Tagen Gegenstand herzlicher Ehrungen. Es jährte sich nämlich zum 30. Male der Tag, an dem er definitiv in den Dienst der Kultusgemeinde trat. Was der verdienstvolle Amtsdirektor für die Entwicklung derselben geleistet, ist In diesen Blättern bei verschiedenen Anlässen schon oft gebührend gewürdigt worden, es kam sinnfällig wieder bei

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