Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1927
- Issue
- Heft 50 (9.12.1927)
- Date
- 1927-12-09
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Seile S HiilM DIE WAHRHEIT HOTEL ,,NATIONAL" mRestaurant Wien II., Taborstraße 18 S^USS "ISO Anträte Lage, 200 Zimmer, fließen- -4eskaÜesund wannesWasseru.Zentral- 'Reizung. In allen Zimmern Telephon Unter der bewährtenfLeitung des bestbekanhten Restaurateursi S. Grüner. VorzUgl. Wiener, ungarische u orientalische (rumänische) Küche. Wienerbräu «. Pilsner Urquell. hjäf zu Frankfurt a. M. Ihr Orab bedeckt ein einfacher Sfein mit der Inschrift: r Preiset sie nach den Früchten ihrer Hände. . ihre Werke werden sie loben in den Toren. *-f öraCe Aguilars Tod wurde in der ganzen Welt innig rfetrauert; sie war ein goldenes Glied in der Kette der Menschheit, ein Weib, das, obwohl es kühn und mutig hervgr^iPaV- «ar nichts von Jenem Ewig-Weiblichen abstreifte, eine gottbegeisterte Tochter ihres Volkes und Glaubens. „Wir sind fest davon überzeugt" — schreibt eine nichtjüdische Genossin von ihr ~ „daß. wenn dieses junge Weib in den schrecklichen Zeiten der Verfolgung gelebt, sie um ihres Glaubens willen den Scheiterhaufen bestiegen und sterbend für ihre Mörder gebetet haben würde." Daß das Beispiel eines einzigen solchen Weibes gar mächtig zündete und ihr Leben ein Segen ward für ihre Glaubensgemeinde und ihre Umgebung, davon möge folgender Brief Zeugnis geben, der der höchsinnigen Frau von mehreren hundert jüdischen Damen Englands überreicht wurde, als sie nach Deutschland «ing: ■ ^Teuerste Schwester! , Unsere Bewunderung Deiner Talente, -unsere Verehrung Deines Charakters, unsere Dankbarkeit für die ausgezeichneten Dienste, welche Deine Schriften unserem Geschlechte, unserem Volke und unserem Glauben geleistet haben, alle diese Gründe vereinigen sich, uns zu veranlassen, daß wir uns Dir aufdrängen, um den Gesinnungen* welche vvir hegen, Ausdruck zu verleihen. Bis Du Dich erhoben, ist es in neuerer Zeit; nicht vorgekommen, daß ein Weib in Israel als. der Öffentliche Verteidiger des Glaubens Israels aufgetreten wäre, daß es mit jener Tiefe und Reinheit, welche das Kleinod des Weibes ist, und jener Geistesstärke und umfangreichen Kenntnis, welche den Stolz des Mannes ausmachen, seine eigenen Glaubensgenossen aufgefördert hätte, die Wahrheit, wie sie in Israel ist, wert und teuer zu erhalten, und Andersgläubige, sie zu achten. Durch Dich haben wir unsere eigene Würde kennen und schätzen gelernt, Du hast uns gelehrt, zu fühlen und zu beweisen, daß kein weiblicher Charakter reinersein kann, als 4er des jüdischen Mädchens — keiner frömmer, als der der Frau in Israel. Dil hast "uns soziale und religiöse Gleichheit vindiciert; durch Dein glänzendes Beispiel hast Du triumphierend die Verleumdung widerlegt, daß die jüdische Religion das Herz des Weibes: unberührt lasse-— zugleich aber haben Deine Schriften uns jene höheren Motive, jene heiligen Tröstungen näher gebrächt, welche von dem geistigen Wesen unserer Religion -herrühren und die Seele dazu drängen, mit ihrem Schöpfer-in Gemeinschaft zu treten, und sie auf seine Gnade als: den besten Leiter und Beschützer hier und jenseits hinweisen." Gastfreundschaft der Jüdischen Frau. , IL; Steinthal schreibt über den Chasan seines Geburtsortes Gröbzig u. a.:. , . Er. "war nicht bloß Chasan, sondern auch" Seelsorger. Und wie machte er als solcher seinen Einfluß geltend? Ein junger Mann hatte sich ein Mädchen aus" einer änderen Gemeinde zum Weihe genommen. Die junge Frau tat in aller Unbefangenheit so, wie sie es in ihrem Geburtsorte gesehen bafti:'sle* ging nüt Ihrem eigenen "Haar und "setzte hur Sonnabenäs^ejn Häubchen"auf zum Schmucke, aber nicht um' das Haar* zu-'versie^&''Wäs' gab' ^das, -für, ein Rumoren" unter den Frauen "dies Öertchens! „Die versündigt die Kebflle!. Die Chasente muß es ihr sägen." Die Chasente sägte ihr, wie sie den Kopf tragen müsse; sie aber erklärte kurz, daß sie davon nichts wisse-und In ihrem Orte gehen alle Frauen so. wie .. sie, imd so-wolle sie aucn .gehen. Die Chasente klagte ihrem." Manne. Nun ging der Chasan zu der jungen Frau, und sägte ihr, sie müsse so gehen, wie nach jüdischem Oesetz gefordert werde; und wenn sie das nicht tue, so werde er ihr kefii^n Aurech (Gast) schicken. Diese Drohung wirkte. Zum Sabbat und Feiertage keinen Aurecht am Tische haben 1 Nein, Heber kein Haar! Und die Frau "setzte eine Haube auf. wie die anderen jüdischen Frauen des Ortes. - (Fortsetzung folgt.) : - Glossen. Die noch immer im Wachsen. begriffene Abrallbewegung wird in den ihrem Glauben treu gebliebenen jüdischen Kreisen mit schmerzlicher Aufr: merksamkeit; verfolgt. Ihre Ursachen sind so. mannigfache, daß. der Trost, nur der. ."ohnehin faule;: Abfall ginge damit dem Judentum verloren, nur eine Selbsttäuschung ist. ,* „. * •r * - - -- So mannigfach auch nun die Ursachen der Beklemmenden Abfallbewegüng^sindv so dankenswert sind: sicherlich alle Bemühungen, alle Vorschläge zu, ihrer Bekämpfung. Sollte da der Sturm, den-die'' Sprecher der aus fünf Mann bestehenden Partei für soziale Tätigkeit, in der letzten Plenarversammlung. des Kultusvorstandes für den erhöhten Religionsunterricht unternahmen, weil sie in dem angeblich* gegenwärtig unzureichenden jReligionstmte^richte, mit einen Grund für den Abfall erblickeri nicht uh-" getrübte Freude erwecken? Und doch regen sich da mehr als zarte Bedenken. Seltsamerweise sind ja gerade diese Kultusvorsteher dieselben," die Vinter der unverhüllten sozialdemokratischen Pätröhanz ihren Einzug in die Gemeindestube gehalten und,; dort aus ihrer Zugehörigkeit zur soziaidemo-. kratischen Partei niemals ein Hehl machten: Diese aber Tiat bisher wahrhaftig alles eher als Begeisterung für Religion und ReligiöTisünterricht verraten. Gerade in letzter Zeit haben Führer der Sozialdemokraten.in offenkundiger Verhöhnung des schönklingenden Mottos ,/ReIigion ist Privatsache-4 etne? mit ' leidenschäftfiehem Fanatismus;;; getriebene: Kampagne eröffnet, um die Kinder der söziaÄmoX kratisch organisierten: Eltern vor jedem Religions-v. unterrichte zu bewahren. Man kennt die Formulare; die diesen Eltern zur Verfügung gestellt würden, um" den betreffenden Schulleitungen zur Kernitrföbringen, daß sie ihre Kinder an dem Religionsunterrichte nicht teilnehmen lassen wollen; den-sie.-Ui a. auch dazu: "nicht geeignet halten, „Kindersittticfcaaibeeinftes^enn-----*-lMd gerade-1 tetzVhmU$f^:?^: Hej^n^r':^ in r4er; Gemeind"estül)e für #eh: er-hto Unterricht! Sollte die Zweiseeieh-TTieorie auch solche wunderliche Blüten treiben? Odergeht es. vielleicht der r^nMänhW#äffei;: r: die1 :näelr vMfe^- stolzen Ankündigung jetzt im Begriffe steht, unter