Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1928
- Issue
- Heft 51 (21.12.1928)
- Date
- 1928-12-21
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Chanuka^Feiera. Bibelschule Pazmanitengasse. Donnerstag, den 13. U. M.. fand im großen Sitzungssaal des Tempelvereines „Aeschel Awrohom" die diesjährige Chanukafeler der Bibelschule statt, die einen würdigen Verlauf nahm. Nach Begrüßung der erschienenen Gäste sowie der Vorstandsmitglieder des Tempelvereines mit Obmann Oskar Schramek an der Spitze durch den Obmann der Sektion Bibelschule Redakteur Ludwig H i r s c h f e 1 d, entzündete ein Knabe die Chanukalichter, worauf von den Schülern das „Moaus zur . . gesungen wurde. Das übrige reichhaltige Festprogramm wurde ebenfalls von den Zöglingen in ausgezeichneter Weise bestritten und ernteten die Knaben und Mädchen für ihre Darbietungen reichen Beifall. Herr Prof. M. A. A n t s c h e r 1 erfreute die Kleinen durch eine Ansprache über die Bedeutung des Chanukafestes. Für die Vorbereitung der Zöglinge gebührt Herrn Dir. Dr. Camillo Baumgarten volles Lob. Nach dem gelungenen Feste wurden den Schülern Chanukageschenke verabreicht. Im Anschlüsse an das Fest fand die B e t e i 1 u n g von 36 Kindern mit Schuhen und Kleidern statt, um welche sich besonders Herr Bernhard N i w e s sowie die Damen Politzer und B r e i n d 1 e r bemüht haben. Die Feier im Freiherrn von Sprinxer'schen Waisenbaus und Heimstätte für arme Kinder erbrachte den schlagenden Beweis, welch guten Händen die Kinder anvertraut sind, ein Verdienst des Herrn Dir. M a r g u 1 i e s, seiner tüchtigen, umsichtigen Gattin und ihrer braven und talentierten Kinder. Das haben das Kuratorium, dij Kultusgemeinde. die Angehörigen und Freunde dieser Anstalt voll anerkannt. Im ersten TeTi der Darbietungen konnte man den tiefen religiösen Sinn der gesundien kräftigen Jungen beobachten. Verschiedene Lieder, das Anzünden der Licht-Lein rührte manchen zu Tränen. Ein Spiel „Aus bewegter Zeit", sowie eine richtige „Chanukkah-Revue" („Was sich die Lichtlein erzählen") zeigte die schauspielerischen Talente der Kleinen, die um so höher anzurechnen sind, als alle Dekorationen, Kostüme, Requisiten usw. von den Zöglingen allein ausgeführt wurden. Am ersten Tage wurden die Kinder reichlich beschenkt, auch erhielten sie eine Festjause. Präsident der Isr. Kultusgemeimle, Professor Dr. Pick, der die Anstalt besuchte, schloß sich der Anerkennung weiter Kreise' an. s;Thoras Chajim." Sonntag, den 9. d. M. veranstaltete der seit Jahren bestehende Verein „Thoras Chajim", der in den Räumen des Bethauses „Adass Jeschurun", IX., Pfluggasse 5, eine erfolgreich wirkende Talmud-Thoraschule unterhält, eine Chanukah-Feier. Nach dem von Kantor Josef Schiffmann verrichteten Minchagebet wurden die Lichter entzündet, worauf Kantor Schiff mann mit seiner klangvollen schönen Stimme in formvollendetem Solo und im Chore mit Schülern der „Thoras Chajim", „Haneros halolu" und „Moaus zur" zum Vortrage brachte. Herr Rabbiner S. Benedikt würdigte in längerer Rede die Bedeutung des Chanukah-Festes und forderte die Jugend auf, durch fleißiges Lernen dem Geiste der Vorfahren näherzukommen. Dann folgten Rezitationen einzelner Gedichte und die Aufführung eines Einakters „Hannah und ihre 7 Söhne" durch Schüler und Schülerinnen der „Thoras Chajim". Die Regie dieser Darbietungen hatten Frau Halberstamm und Lehrer Zelenko in mustergültiger Weise besorgt und so konnten die zahlreich erschienenen Gäste mit Befriedigung den echtjüdischen Geist der Erziehung durch die „Thoras Chajim" konstatieren. Den Schluß bildete die Verteilung kleiner Geschenke an die Kinder und das Maariwgebet. Um das Gelingen der eindrucksvollen Feier haben sich außer den genannten Personen noch die Vorstandsmitglieder der „Thoras Chajim" und der „Adass Jeschurun" und namentlich die Herren B. Kolb und Elias Schön verdient gemacht. Der jüdische Frauen-Wohltätl«keitsverein X., der seit .seinem Bestehen die große Not im Rez^ke nach jeder Richtung bin zu inü'dern sucht, veranstaltete Dienstag, den 11. d. M. im „Jüdischen Ve!k.?K-im" eliK Chanukah-Feier und VciiWcehezu IDocke Rabbiner Dr. Bernhard Templer* Zum Amtsjubiläum. (29. Dezember.) Als Dr. Templer vor einem Vlerteljahrhundert das Amt in dem Erdberger Tempel antrat, durfte er bereits auf eine wissenschaftliche und praktisch-rabbinlsche Laufbahn zurückblicken, deren Erfolge ihn zu einem hervorragenden Posten empfahlen. Diese Eignung verdankte er, 1865 als Sohn eines Rabbinatsassessors in Brzesko (Galizien) geboren, schon durch Erbschaft seiner Herkunft von zwei Größen wie dem Hohen Rabbi Low und R. Moses Isseries. Er selbst lenkte bereits in den Kinderjahren als Iluj, als Leuchte der Talmudwissenschaft, die Aufmerksamkeit weiter Kreise auf sich. Mit 12 Jahren schrieb er über Arithmetik, mit 15 war er Mitarbeiter hebräischer Zeitschriften, wie Haibri, Machsike Hadath u. a. Als 17jähriger behandelte er in seiner Schrift „Dober Tob" talmudische Gegenstände, ein Jahr darauf veröffentlichte er unter dem Titel „Pekudath Hazadlkim" eine geistvolle Beleuchtung zahlreicher Bibelstellen. In demselben Jahre erhielt Templer seine Rabbinerautorisation von dem bekannten Lemberger Oberrabbiner J. Schmelkes, zu dessen Lieblingsschtilern er zählte. Ebensolche Anerkennung zollte ihm hier in Wien, wo er nach Absolvierung der Gymnasialstudien Vorlesungen im Beth Hamidrasch hörte, unser I. H. Weiss. „Ich bin stolz darauf," schreibt er einmal an Templer, „Sie zu meinen Schülern zählen zu dürfen." In gleichem Tone ist das Rabbinatszeugnis gehalten, das er ihm ausstellte, sowie die Hattarat Haraah, die Templer von der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums in Berlin erhielt, die er gleichzeitig mit der dortigen Universität besucht hat. Auch von Universltäts Professoren, wie Steinthal, Lazarus und Eduard Zeller, besitzt Templer Zeugnisse, die seine philosophischen Kenntnisse und Fähigkelten rühmen. Seine Monographie über „Die Unsterblichkeitslehre bei den jüdischen Philosophen des Mittelalters" wurde nicht nur von Fachgelehrten günstig besprochen, sondern auch in einem umfangreichen Feuilleton des „Pester Lloyd" aus der Feder Ad. Silbersteins eingehend gewürdigt. Templers „Hebräische Grammatik" hat einige Auflagen erlebt. Ueber seine Studie „Die Enstehungsgeschichte des Opferkultus im Mosaismus" — um unter seinen anderen geistvollen Veröffentlichungen gerade diese herauszugreifen — heißt es in einer Besprechung in der „N. Fr. Presse": „Der Verfasser hat sich bereits einen wohlverdienten Namen in der Gelehrtenwelt errungen. Seine mannigfachen Schriiten und Aufsätze über verschiedene Gebiete der wissenschaftlichen Disziplin legen beredtes Zeugnis von der eminenten Bedeutung dieses Gelehrten ab." Vom Nestor der Wiener jüdischen Gelehrten, Hofrat Dr. Schwarz, besitzt Templer eine Zuschrift des Inhaltes: „Ich wertle mit der allergrößten Bereitwilligkeit Sie als einen ebenso talmudisch gelehrten wie philosophisch gebildeten Rabbiner aufs allerwärmste empfehlen." Als solcher wirkte Templer in Mähr.-Aussee, Mähr.- Schönberg, dann im XXI. Wiener Bezirk, dessen Tempel er eingeweiht hat, und nun, wie erwähnt, im III. Bezirk, wo er sich der Wertschätzung seiner Vereinsmitglieder, darunter die bekannten Herren Vereinsobmann Gremialrat Ad. Ungar, Hermann Engel und seine Söhne Hans und Eduard, Juwelier Rausnitz, Jac. Mayer, Spitzmann u. a. erfreut. Während des Weltkrieges wurde Templer für seine Leistungen als Feldrabbiner wiederholt ausgezeichnet. Wir wünschen dem Jubilar noch lange Jahre rüstiger Arbeitskraft und ungetrübter Schaffensfreude. Dr. Grunwald. Werbet und verbreitet die „Wahrheit"! ........................................ 8 KleiderkreditZaWbar &££alb elae" £ ■ Sämtliche Herren- und Damen kleide r " ' Nur Qualitätsware! nach Maß sowie fertig lagernd. Billigste Preise! J ■ KLEIDERHAUS WERTER, WIEN XVI., ■ ■ Telephon A t-50i Ottakringerstraße 17 Telephon A 1-501 5 BETTFEDERN En gros SPEZIALHAUS en detail Leo Schotten, Wien XIV,, Braunhlrscbengasse Mr. 21 Telephon R38-3-83 — Provinzversand — Samstag geschlossen Zentrale: Mattersburg, Burgenland.