Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1928
- Issue
- Heft 51 (21.12.1928)
- Date
- 1928-12-21
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 14!H»I!!1 DIE WAHRHEIT Kinde riause. Der Saal war mit Blumen, Girlanden und bunten Ketten reizend geschmückt und festlich beleuchtet. Weiß gedeckte Tische standen in langen Reihen und luden mit ihrer Fülle von Kuchen, Torten und Bäckereien zur Jause ein, und als die Kinder, von ihren Eltern und einigen Damen geführt, hereinkamen, strahlten sie vor Freude über den schönen seltenen Anblick. Harr Oberkantor Weiß zündete di-e Lichter an, dann sprach Herr Rabbiner Dr. M a r. d e 1 über die Bedeutung des Chanukah und des „Trenderls" in belehrender und wirkungsvoller Weise zu den Kindern, worauf die Vorsitzende des Vereines, Frau Dr. Mandel, die Anwesenden begrüßte und allen Vorstandsdamen, Gönnern und Freunden für ihr Interesse und ihre Mitarbeit herzlich dankte. Es folgten dann Gedichte von Morris Rosenfeld, Rosenbaum u. a.. die von einigen Kindern sehr gut vorgetragen wurden, und Tänze der Geschwister S e11 z e r, die Teichen Beifall* auslösten. Die Kinder waren der schönen und erhebenden Feier mit Aufmerksamkeit gefolgt und wurden nun durch eine wirklich reichhaltige Jause dafür belohnt. Es hatten die Vorstandsdamen und viele Mitglieder süße Sachen und Geld in so reichem Maße gespendet, daß 90 Kinder und eine fast ebenso große Anzahl Erwachsener an der Jause teilnehmen konnten. Es war ein reizender Anblick, die Kleinen in ihrer Freude und ihnsm Behagen zu sehen und die Damen, die eifrigst bemüht waren, im mütterlicher Weise ihnen das Beste zu bieten und für jeden ein gutes Wort und liebevollste Aufmerksamkeit hatten. Mit einem großen Paket voller Süßigkeiten verließen die Kinder die gastliche Stätte und versicherten voll Dank, daß sie dieser frohen Stunden stets gerne gedenken werden. Frauensektion des Bethaus Vereines „Emunas Aves", XIV., Storchengasse 21. Sonntag, den 9. Dezember, 5 Uhr nachmittags, fand im Sitzungssaale des Bethaus-Vereines ein- Kinder-Bekleidungsfest, verbunden mit einer Chanukaicier der Talmud Thoraschule desselben Vereines, statt. Die zahlreich erschienenen Mitglieder und Gäste des Frauenvereines füllten den Saal bis auf das letzte Plätzchen und folgten voll Interesse dem Verlaufe des Festes. Frau Präsidentin C. Schulz begrüßte die Anwesenden und dankte für den regen Anteil, den die Mitglieder und Gönner an der Kinderbekleidung nahmen, dann wurden von einem Schüler der Talmud Thoraschule die Chanuka-Lichter angezündet, und alle Schüler der Talmud Thoraschule vereinigten sich zu einem Chor, der unter der Leitung des Lehrers Schwarz das Muaus zur jeschüusi sang. Hierauf hielt Sr. Ehrw. Herr Rabbiner Weiß in gewohnt meisterhafter Weise die Festrede. Die schönen, zu Herzen sprechenden Worte, besonders der Vergleich der Chanukalichter zu dem neu aufgegangenen Lichte, das dem Bethausvereine durch die Gründung des Frauenvereines geworden ist, begeisterte die Anwesenden. Hierauf ergriff die Schriftführerin Frau W i n k 1 e r das Wort. In besonders sinniger Weise wandte sich Frau Winkler an die Mitglieder des Frauenvereines und führte aus, daß es nur durch deren Beiträge und Spenden möglich war, die Bekleidung der 20 jüdischer Kinder zu verwirklichen. Mit einem Appell an die weitere Opferwilligkeit aller Mitglieder und Festgäste schloß Frau Winkler ihre schwungvolle Ansprache. Hernach erbat sich der Schüler Frankl das Wort. Er dankte herzlichst als Sprecher der bekleideten Kinder dem Gesamtvorstande und Mitgliedern des Frauenvereines für die vollständige Equipierung der Kinder. Durch die hochherzige Spende der Inhaber des Cafe Mariensäle und Cafe Meier wurde für 100 Kinder eine reichliche Jause verabreicht, hierauf folgte ein Gesangsvortrag unseres Oberkantors Herrn Einhorn und reicher Beifall lohnte seinen ausgezeichneten Vortrag. Die Kinder lohnten unsere Bemühungen durch reizende, gefühlvolle Vorträge. Den Abschluß des so gelungenen Festes, das den rührigen Vorstandsdamen sowie den Fräuleins Terri Weiß, Grete Schulz und Uly Weiß zu danken ist, bildete eine ausgezeichnete Rede des Obmannes der neu gegründeten Jugendgruppe des Beihausvereines Emunas Aves, Herrn. Köwesdy E. Sch. Das Musikhaus Exzelsior, I., Adlergasse 5, teilt mit daß es ihm gelungen ist, ganz neuartige und original amerikanische Aufnahmen zu erhalten Spezieldie indischen und hebräischen SchallplaUen finden großen Absatz. Der verkauf derselben findet nur so lange der Vorrat r e j c h t statt und sind Vorführungen für die Leser unseres Blattes unverbindlich und kostenfrei. Außerdem findet derzeit ein Propagandaverkauf von allererstklassigen Schlagerplatten zu besonders billigen Preisen statt. Verein für jüdische Geschichte und Literatur. Montag, den 24. Dezember 1928. HS Uhr abends, im Klubsaal der „Hakoah", Wien I., Wipplingerstraße 24—26 (Cafe „Altes Rathaus", Eingang durchs Haustor) Vortrag von Herrn Oberrabbiner Dr. Denes-Friedmann (Neupest): „Hauptrichtungen der jüdischen- Literatu r". Eintritt frei. Gäste willkommen. Im Neuen Jüdischen Theater (Künstlerkabarett, II., Praterstraße 60), ist Freitag, den 21. Dezember, die Erstaufführung von Landstreicher (Brodiage), Lebensbild in 3 Akten von Max Gebel, Musik von Sch. Schloßberg. Samstag und Sonntag wird die Novität wiederholt. Montag, den 24. Dezember wird nicht gespielt. Dienstag, den 25. Beginn um 7 Uhr 30 „Die Frau ohne Sprach e", um 10 Uhr 30 „Masel Tow". Mittwoch, den 26. und Donnerstag, den 27. „Eine Nacht in K a 1 i f o r n i e n". In sämtlichen Vorstellungen wirkt das ganze Ensemble mit. Das Lehrlingsheim „Zukunft" hat gemeinsam mit dem Jugendbund „Bri th-Haraischmar" eine „Jüdische Theaterge mein schaff" gegründet, die es sich zur Aufgabe macht, Bilder aus dem jüdischen Volksleben aufzuführen. Die Theatergemeinschaft lehnt jeden Professionalismus in ihrem Kreise ab und setzt sich durchwegs aus Jugendlichen und Dilettanten zusammen. Ihr Zweck ist eine neuartige Kulturarbeit im Rahmen der jüdischen Jugend und steht die Gruppe jeder Jugendveranstaltung zur Verfügung. Eventuelle Wünsche, Anregungen oder Meinungsäußerungen zu diesem Versuch erbitten wir an die Adresse: Jüdisches Lehrlingsheim Zukunf t", IX., Grünetorgasse 26. Das Wiener Beth Hamidrasch. Bezugnehmend auf die Notiz der „Wahrheit" vom 23. November 1. J., wo auf die große Bedeutung der Wiener Beth-Hamidrasch hingewiesen wird, beehren wir uns folgende Bemerkungen hinzuzufügen: Wir waren bei der diesjährigen Eröffnung des Wintersemesters im Beth-Hamidrasch zugegen, bei welcher Gelegenheit Hein Lektor Dr. S. Rub'fn einen tiefgründigen formvollendeten Vortrag über das „Jüdische Lehrhaus" hielt, der auf uns einen unauslöschlichen Eindruck machte. Es wäre zu wünschen, daß der Vorstand mehrere solche Vorträge für Damen veranstalten würde. Wir sind mit Herrn Dr. Rubin nicht verwandt. Unser seliger Vater war der bekannte Oberkantor Emanuel Rubin in Karlsbad. Lotte Rubin und Schwester. I nuglenfedies 1 KOMgSliCM 3 ÖMHHHHHHMHHMMHHHHHMUHa