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Die Wahrheit · 1928-11-30 · Heft 48 (30.11.1928) · page 12

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1928
Issue
Heft 48 (30.11.1928)
Date
1928-11-30
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite VI MtitiHiMiii^ OJE WAHRHEIT ganz ausgeschlossen, daß es einen Juden in der Welt gäbe — mit Ausnahme etwa eines sogenannten „nationalistischen Juden" —,.der noch eine jüdische Regung im Herzen hat, der aber den Gedanken verwerfen könnte, jüdische Menschen in Palästina als Landwirte, Handwerker, Arbeiter anzusiedeln. Allein die widersinnige Verkoppelung der Palästina-Idee mit dem Nationalismus, die unsinnige Lehre, daß die Juden nur dann würdig seien, in Palästina Kolonien zu gründen und dort zu arbeiten — was alle anderen Menschen ohne weiteres tun dürfen —, wenn sie gleich damit beginnen, dort einen Nationalstaat zu gründen und sich zugleich in der Diaspora überall als besondere Minderheitsnationalität deklarieren, die Gemeinschaft mit den Nationen, unter denen sie leben, aufgeben und sich unter den Minderheitenschutz des Völkerbundes stellen —, diese kindische Verirrung hat bewirkt, daß dem Palästinagedanken zahllose Gegner erwachsen sind, so daß die Judenheit darob förmlich in zwei feindliche Lager gespalten ist. Und nicht eher wird Friede einkehren, nicht eher werden sich alle Juden zur Arbeit an dem Aufbau eines jüdischen Palästina vereinen, bis nicht die Palästina-Idee von dem wahnsinnigen und widernatürlichen nationalistischen Schweif losgelöst wird. (Ein zweiter Artikel folgt) Ein erbitterter Kampf Im Judentum tobt am die Ehrenstellen Im Kultusvorstande. Die Anhänger der „Union deutschösterreichischer Juden" führen diesen Ihnen aufgezwungenen Kampf im Bewußtsein ihrer Pflicht, die jüdische Bevölkerung unserer Stadt und unseres Staates vor der Gefahr schweres moralischen und wirtschaftlichen Schadens zu bewähren. „ Weibeslehre. Richtigstellung. Ich bitte der Rezension meines Buches „Weibeslehre" in „Wahrheit" Nr. 42 vom 19. Oktober 1928 ergänzend einzufügen, daß ich Spinoza nirgend als „geistig tot" gekennzeichnet habe. I& Jneiner auf Seite 85f in „Weibeslehre" durchgeführten Zweiteilung „Vaterjude Mutterjude" billige ich demMutterjuden Moralität, dem Vaterjuden Geist zu. Sehr wohl kann also Goethe von Spinoza (Vaterjude) geistigen Einfluß empfangen haben, und dennoch können die S\fhbpenhauer-Wgrte über Spinozas Ethik zurecht bestehen bleiben. Meine Worte vom moralisch tötsein der Vaterjuden schließen also die Möglichkeit der „Geisteslebendigkeit" nicht ans. Ich darf vielleicht daran erinnern, daß der erhabenste Mutterjude, den die Weltgeschichte kennt, Jesus, sterben mußte, damit der heilige Qeist in seinen Jüngern in Erscheinung treten konnte. Ohne die Beibringung meiner Unterscheidung Vaterjude—Mutterjude wird man mir nicht gerecht; durch sie aber werden die aus meinem Buche gezogenen Folgerungen, Spinoza und Goethe betreffend, hinfällig. Zu Frau v. Ludendorffs der meinen entgegengesetzten Ansicht über Goethe habe ich zu sagen, daß alle bisher gegen die Freimaurerei geführten Kämpfe sich bei Aufstellung des Urmotives vergriffen haben. Das Urmotiv ist Mitleid. Die Maurer schlössen sich ursprünglich zusammen, um im geheimen Gutes zu tun. Dieses wie jegliches organisierte Mitleid ist aber die Wurzel von Verbrechen, da es Heuchelei, Geheimniskrämerei, Anempfindung züchtet und neben gütigen und selbstlosen auch ungütigen und berechnenden Menschen Anschluß an die Organisation ermöglicht. Dies lehrt Schopenhauer mit den Worten: Nur in der ganz unmittelbaren (instinktartigen, mysteriösen) Teilnahme am fremden Leiden liegt der allein lautere Ursprung der Menschenliebe. In der Freimaurerei wurde eine in ihrer Absicht lautere Bestrebung zum Deckmantel von Eigensüchteleien. Das Mitleid pred.gejjde Christentum als Lebenserzieher konnte, auch eines Goethe Blick hierin trüben. Damit ist über ihn als Genie und als Edelmütiger noch nichts diesen Wesenszügen abträgliches ausgisagt. Maria Qroener. * Frau Groener stellt richtig .... Maria Groener macht in der obigen „Richtigstellung" den Versuch, die harten Widersprüche, die ich ihr nachgegewiesen habe, hinwegzuinterpretieren. I. Frau Groener behauptet in ihrem Buch „alles Artfremde muß von uns verknechtet werden" (Seite 190), die Juden sind für sie „Minderrassigen", die alles Schlechte hervorgerufen hätten. Da nun Frau Groener Goethe als die arische Idealfigur darstellt, wies ich auf den unabschätzbaren Einfluß hin, den der Jude Spinoza auf Goethe ausgeübt hat. — Frau Groener sucht nun zu beweisen, daß auch nach ihren-Auffassungen „Goethe sehr wohl von Spinoza geistigen Einfluß empfangen haben könne"; — Spinoza sei nämlich „Vaterjude" ■und als, solcher nur „moralisch tot", dem „Vaterjude billige sie aber Geist zu", — ja er könne „Geistlebendigkeit" besitzen. Dazu ist zu bemerken: 1. Frau Groener definiert an mehreren Stellen ihres Buches „jüdisch sein heißt tot sein", — über das absolute „Totsein" des Juden ergeht sie sich in längeren Ausführungen. Also ist der Jude Spinoza als „tot" zu bezeichnen. 2. Die Behauptung Maria Groeners in obiger „Richtigstellung", sie billige auf Seite 85 ff. ihres Buches dem „Mutterjuden" Moralität, dem „Vaterjuden" Geist zu. ist unrichtig. — Vielmehr führt sie an dieser Stelle zwar die sinnlose Zweiteilung „Vaterjude — Mutterjüde" ein, aber sie nennt lediglich die einen „moralsich tot", die anderen „geistig tot", ohne sich darüber "auszulassen, was sie ihnen nun positiv „zubilligt". In dem ganzen Buche läßt sie an den bösen Juden kein gutes Haar. Von jQeitlebendigkeit", die sie ihrer „Richtigstellung" wenigstens bei den „Vaterjuden" für möglich hält, ist in dem WIEDERYERK/ilffD *6 ♦ Am österreichischen Markt seä Jahren wohlbewährte erstklassige ungarische MAZZOTH Fabrik sucht Österreich sehen WIEDERVERKÄUFE*. Ware von Ndler-Mehl, sehr dünn (3338 Stück pro kg'. Lieferung: Jänner bis April. 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