Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1928
- Issue
- Heft 46 (16.11.1928)
- Date
- 1928-11-16
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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DIE WAHRHEIT mmwmmummmm .........—• Ausschneiden und aufheben! ............... ■iiiniiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiniiig Kultuswählenersammlungen h\ „Iii"! ■ Samstag» den 17. November 1928, ■ ■ 8 Uhr abends, 8 ■ Restaurant New York, IL, Kleine Sperlgasse 5 8 ■ Referenten: Präs. Dr. Jakob Ornsleln S 8 Dr. Ernst Feldsberg ■ ■ Samstag, den 17. November 1928, ■ ■ Va8 Uhr abends, S ■ Schützenhaus, VIII., Albertgasse 43 8 S Referenten: Börserat Ignatz Glück B 8 Dr. Josef Tlcho ■ ■_Ing. Otto Hlawatsch_ ■ 5 Montag, den 19. November 1928 5 8 V28 Uhr abends, 5 ■ Bayrischer Hof, II., Taborstraße 39 8 ■ Referenten: Balirat Wilhelm Kempler ■ ■ Dr. Josef Ticho 8 8 _Dr. Bichard Baum _ ■ i Montag, den 19. November 1928,! ■ V28 Uhr abends, S ■ Terrassenrestaurant, V., Margaretenplatz 4 S ■ Referenten: Med.-Rat Dr. Heinrich Haase S ■ Dr. Ernst Feldsberg Jj 8 ^_David Dohan_■ ■ Dienstag, den 20. November 1928 ■ ■ 8 Uhr abends, 8 S Cafe" Baidiahof XVL, Ottakringerstraße 102 J ■ Referenten: Dr. Ernst Feldsberg u. a. 5 S Donnerstag, den 22. November 1928 ■ ■ V28 Uhr abends, ■ ■ Cafe' Wien IL, Stuwerstraße 1 S ■ Referenten: Dr. Josef TIchO 3 ■ Med.-Rat Dr. Heinrich Haase 8 ■ Dr. Jakob Ornsteln ■ J Donnerstag, den 22. November 1928 ■ ■ V28 Uhr abends, S ■ Franz Winzig's Gasthaus, X-, Favoritenstraße 111 S ■ Referenten: David Dohan S ■ Dr. Ernst Feldsberg ■ jj Donnerstag, den 22. November 1928 3 ■ 728 Uhr abends, ■ ■ Ehrlichhofs Gasthaus, XX., Klosterneuburgerstr. 10 ■ ■ Referenten. Börserat Ignatz OlOck ■ ■ Gesa Klinger ■ B Josef Kohn B ■ Montag, den 26. November 1928 5 ■ V38 Uhr abends, ■ ■ „Weißer Engel", X11L, Am Platz ■ ■ Referenten: Med.-Rat Dr. Heinrich Haase ■ B Hofrat Ing. Josef Löwy 8 8 Hof rat Dr. Wilhelm, Her zka 8 ■ Gen.-Dir. Siegfried Kubie ■ VmWoJ&zu2Cbcke Parlamentarische Gotteslästerung. * Bei der Parlamentsdebatte über den Umfang der aus Anlaß des zehnjährigen Gründungstages der Republik zu gewährenden Amnestie schlug der sozialdemokratische Abgeordnete A u s t e r 1 i t z vor, daß die Amnestie auch auf ReHgionsdelikte ausgedehnt werden solle. Amnestie ist gewiß eine edle Sache und niemand wird sie jenen verweigern wollen, die selbst so häßliche Delikte, wie es die Verletzung der religiösen Empfindungen anderer Menschen ist, begangen haben; handelt es sich hierbei doch meistens um irregeführte und verhetzte Menschen, welche stich oft der Tragweite ihrer Handlungen gar nicht recht bewußt sind. Was soll man aber dazu sagen, wenn ein Mann, der die Tragweite seiner Handlungen wohl kennt, der ein viel zu guter Psychologe ist, um die Wirkung seiner Worte zu unterschätzen, in öffentlicher Sitzung des Abgeordnetenhauses, also auf dem exponiertesten Platze unserer Republik unter dem Schutze der parlamentarischen Immunität die religiösen Gefühle der breitesten Schichten unserer Bevölkerung ohne Unterschied des Glaubens auf das gröblichste verletzt, indem er sich in höhnischen Bemerkungen über Gott ergeht und die „Allbarmherzigkeit Gottes" in sarkastischer Weise ironisiert? Muß einem nicht die Schamröte ins Gesicht steigen, wenn man aus dem Munde des Herrn Austerlitz die kühnen, um nicht einen anderen Ausdruck zu gebrauchen, Worte vernimmt, „er habe Gott aus dem Strafgesetz entfernt und in den Himmel versetzt" oder, „daß Gott Verspottungen leichter vertrage als Menschen". Mit Recht bezeichnet Präsident M i k 1 a s diese und ähnliche Ausführungen als ungebührlich und die Würde des Hauses aufs tiefste verletzend. Jeder Jude, mag er nun gottesfürchtig sein oder nicht, muß Abscheu vor solchen Reden empfinden und wird einen scharfen Trennungsstrich ziehen zwischen sich und Leuten, welche eine solche Gesinnung nicht nur besitzen, sondern diese auch öffentlich zur Schau tragen. Um aber den Verdächtigungen und Verleumdungen, die aus der Tatsache der jüdischen Abkunft dieser oder iener sozialdemokratischer Führer, däe uns von unseren Feinden gemacht werden könnten, schon im voraus zu begegnen, erklären wir hiermit klar und deutlich: Wir Juden haben mit diesen Menschen nichts gemein. Sie sind Feinde unserer Religionsgemeinschaft ebensogut wie jeder anderen. Wir werden es nicht zulasesn, daß ihre Entgleisungen uns angekreidet werden und müssen sie und nur sie für die Folgen ihrer Handlungsweise verantwortlich machen. Wir haben aber auch die Pflicht, allen Bestrebungen auf das energischeste entgegenzufreten, welche darauf abzielen, eiiner1. Partei, deren Führer Gesinnungen zur Schau tragen, wie wir sie aus den Worten des Abgeord. Auterfitz entnehmen, irgend einen Einfluß auf das Schicksal unserer Kultusgemeinde zu verschaffen. Unsere K u 11 u s g e m e i n de ist eine religiöse Gemeinde: alsJuden ist uns die Ehrfurcht vor Gott höchstes und heiligstes religiöses Gebot: Gotteslästerer, und die, welche sich zu ihnen bekennen, haben in unserer Gemeinde nichts zu suchen. Juden, erinnert Euch am 2. Dezember der Worte des Abgeordneten Austerlitz! Aus Vukovar (S. H. S.) wird uns berichtet: Sonntag, den 28. Oktober, fand die feierliche Einweihung des mit einem Kostenaufwande von einer Viertel Million Dinar erbauten schönen Zidduk-Haddin-Hauses im Beisein fast aller Gemeinde-Mitglieder und vieler Gäste statt. Der Varsteher der Chewra Kadischa Sigmund Frank begrüßte mit herzlichen Worten die Erschienenen, schilderte eingehend die Geschichte des Baues und zollte wohlverdienten Dank alten, deren Opferwilligkeit sein Entstehen ermöglichte. Hierauf trug Oberkantor Goldberger den Psalm XVI. mit Chorbegleitung wirkungsvoll vor. Oberrabbiner Dr. Diamant pries in seiner Weiherede das edle jüdische Herz, unser altes Erbe, das immer bereit ist, sich in den Dienst des Schönen und Guten zu stellen, hob die namhaften Spenden der hiesigen Holzfirma Emmerich Steiner & Söhne sowie des in Budapest wohnhaften Vukovarers Josef Landesmann hervor und erörterte eingehend die Ausdrücke und Benenungen, welche der Genius der heiligen Sprache, die Mentalität der jüdischen Gemeinschaft für die Bezeichnung des Friedhofes schuf, der als „guter Ort" unsere Blicke von dem Hause der Gräber, der Trauer und Vergänglichkeit ins Reich des ewigen Lebens, der Unsterblichkeit lenken und uns zum wahren Gebrauch unserer Lebenszeit erziehen und bestimmen soll. Dann dankte der