Mannheim
Compact Memory

Die Wahrheit · 1928-11-02 · Heft 44 (2.11.1928) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1928
Issue
Heft 44 (2.11.1928)
Date
1928-11-02
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3062972-3064248-3064290--16687-3089451
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

DIE WAHRHEIT ÄHiiiiiM^ Seite i ratReißenberger mit Sektionsrat Hof er, das Kammerbüro mit Generalsekretär Z i n s 1 e r an der Spitze. Ferner sah man: Präsident des kaufmännischen Gremiums Leopold Langer, Direktor des Spitals Generalstabsarzt Raschkes, die Bankdirektoren Kux, Kassel, Ornstein, Dr. Fr. Popper, Langstein, Spitzer, Prager, Hofrat Prof. Weinberger, riofrat Dr. Holzmann, Hofrat Bettelheim. Der von Oberkantor S. Postolow mit Unterstützung eines verstärkten Chores geleitete Festgottesdienst nahm einen ebenso würdigen als erhebenden Verlauf. Nachdem der Jubilar als Maftir zur Thora gerufen worden war, erschienen alle offiziellen Vertreter und der Gesamtvorstand des Müllnertempels, dessen Präsident der Jubilar ist, vor der Bundeslade, um dem Gefeierten die herzlichsten Glückwünsche darzubringen. Fs sprachen: Für den Tempel und die Funktionäre Se. Ehrw. Herr Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz, für die Wiener israelitische Kultusgemeinde Präsident Prof. Dr. Alois Pick, für den Verband der Wiener Tempelvereine Vizepräsident Direktor Anton Stein, für den Vorstand des Tempel Vereines in der Müllnergasse Vizepräsident Hofrat Doktor S. Frankfurter, für die „Soziale Hilfsgemeinschaft" der Präsident Kommerzialrat Karl K1 e mp e r e r. Aus allen Reden, welche den Jubilar als Mensch und als unermüdlichen Kämpfer für die Interessen seiner Glaubensbrüder und das Wohl aller Armen und Schwachen feierten, konnte man sich ein Bild vom Wirken und Wesen des Gefeierten machen, welcher trotz seiner Vielseitigkeit alles, was er unternimmt, mit jugendlicher Begeisterund und Tatkraft durchführt. In Börserat I. G1 ü c k besitzen wir einen jener seltenen Menschen, welcher mit allen jenen Eigenschaften ausgezeichnet ist, die der eingangs zitierte Bibelvers für einen idealen Führer vorschreibt. Mit der ihm eigenen Liebenswürdigkeit dankte der Jubilar allen zusammen und jedem Einzelnen der Redner für die ihn sehr ehrende Anerkennung seiner Tätigkeit, die aber nach seiner Meinung nichts anderes gewesen sei als die Erfüllung einer selbstverständlichen Pflicht seinen Glaubensbrüdern und Mitmenschen gegenüber. Besonders herzlich gestaltete sich die an den Gottesdienst anschließende Gratulation, welche im Zeremoniensaal des Tempelgebäudes stattfand und bei welcher Gelegenheit Präsident Prof. Dr. Alois Pick dem Jubilar eine kunstvoll ausgeführte Adresse der Kultusgemeinde überreichte. Tiefen Eindruck machte die Ansprache des Seniors der Obmänner der Wiener Tempelvereine Adolf Hof mann, der in zu Herzen gehenden Worten dem Jubilar seinen persönlichen und auch auch den Dank der Tempelvereine aussprach. Rührend waren die Ansprachen, welche die Sprecher der Kinder an ihren über alles geliebten Onkel hielten und die überaus herzliche Antwort, die Onkel Glück ihnen gab. Qtossen. Zu den Kultuswahlen. Seit Menschengedenken, man kann das Datum sogar genauer bestimmen, seit 100 Jahren haben Wählerversammlungen vor Wahl des Kultusvorstandes kein solches leidenschaftliches Interesse erregt wie diesmal. Wer sich erinnert, welch idyllisches Stilleben all die Zeit über die meisten jüdischen Wählerversammlungen charakterisierte, wie die gähnende Leere in den Versammlungslokalen häutig die selbst zum Gähnen verlockende Leere mancher Kandidatenrede überstieg, wird sicherlich zunächst mit Freude das so mächtig gesteigerte Interesse begrüßen, das sich jetzt in so weiten Kreisen für eine jüdische Angelegenheit bekundet. Aber da es im Leben bekanntlich wenigungemischte Freuden gibt, wird man leider auch in diesem Falle feststellen müssen, daß das intensive Interesse sich nicht durchwegs auf die rein jüdische Seite der Angelegenheit bezieht. Die Kultuswahlen haben, wie schon der Name deutlich besagt, mit der R e 1 i g i o n, d. h. mit allen auf diese bezüglichen Fragen und nichts, aber schon gar nichts mit Politik zu schaffen. Nun aber sieht man oder, richtiger gesagt, sieht jeder, der sehen will, daß gewisse Parteien seit einigen Jahren daran arbeiten, auch aus der Kultusgemeinde und den Kultuswahlen ein Politikum zu machen, sie als Vorwand zur Propagierung und Förderung gewisser politischer Parteiinteressen auszunützen. Das will die Religion der Juden nicht. Es entbehrt nicht einer gewissen Pikanterie, daß die auf das sozialdemokratische Parteiprogramm sich stützende Gruppe der „Werktätigen Juden" schon durch das Pseudonym, unter ........... Ausschneiden und aufheben! ............... mmmiiimuiiiiiuinmiiiiiiiiS Kulluswlltleiveisammlunneni der „Union" i niiiiuiiiuiiwiiiiiiiiiiiiiiiii« g Montag, den 5. November 1928 ■ Vo8 Uhr abends, ■ Weißer Engel, XIII., Am Platz g Referenten: Reg.-Rat Dr. H. Oppenheim £ Dr. Josef Tlcho ■ A. Philipp ■ Dienstag, den 6. November 1928 V28 Uhr abends, Restaurant Operer, 11., Taborstraße 12 Referenten: Dr. Jakob Ornstein Komm.-Rat Morls Reif Dienstag, den 6. November 1928. 8 Uhr abends, „Goldener Engel", XXL, Am Spitz 3 Referent: Börserat Ignatz Glück Donnerstag, den 8. November 1928 £ V38 Uhr abends. ■ Cafe* Rembrandt, IL, Untere Augartenstraße H ■ Referenten: Med.-Rat Dr. H. Haase 5 Dr. Ernst Feldsberg ■ IIIIIIIIIIIIIHIIIIIIIUIIIIUUIIWH«

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.