Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1928
- Issue
- Heft 41 (12.10.1928)
- Date
- 1928-10-12
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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innerer Zugehörigkeit beharrlich abzusprechen. Ich wies den jungen süddeutschen Philosophen, der mir die Auswanderung nach Palästina nahegelegt hatte, auf die Unterdrückungen, Ausbeutungen, Vermögenserpressungen, Martyrien und abergläubischen Vorurteile hin, unter denen die Juden von jeher zu leiden hatten und über die sich jeder ehrliche Forscher mit Leichtigkeit informieren könne. Ich sagte ihm, daß es mir demütigend erschiene, die schöpferischen Genien aufzuzählen, Künstler, Gelehrte, Dichter, von Montaigne bis Spinoza, von Mendelssohn bis Bizet und Gustav Mahler, die der Menschheit immerhin einige geistige und seelische Nahrung gereicht hätten. Er erwiderte mir, ohne darauf näher einzugehen, die Juden seien zur Führerrolle unfähig. Ein köstliches Diktum, ungefähr so beweisbar wie ein anderer famoser Ausspruch von ihm, daß die nationale Blüte in Frankreich und Spanien erst nach der Vertreibung der Juden eingesetzt hätte. Ich erwiderte, daß für Spanien das Gegenteil zutreffe, wenigstens hätte ich etwas läuten hören von jahrhundertelanger Verfinsterung in Fanatismus und Tyrannei, die nach jenem Zeitpunkt eintrat. Unvermeidlich war dann die Rasse n frage, und ich konnte mich nicht enthalten zu sagen, daß in Deutschland jetzt ein Begriff von Rasse triumphiere, der an Elastizität das mögliche und unmögliche zuwege bringe und jeder Demagogie und jedem Irrwahn Vorschub leiste. Er kam immer wieder auf die M a c h t d e r Juden zurück. Ich sagte: gut, sprechen wir von der Macht. Welche meinen Sie:' Waffenmacht? Politische Macht? Sie lächeln selbst. Geldmacht? Geistesmacht? Ich kann nicht alle beide gleich verwerflich finden; äubern Sie sich. Die üeldmacht, als den Hauptangriffspunkt, ließ er einstweilen im Hinterhalt drohen und sagte etwas von Verführermacht. Also keine Führer, wohl aber Verführer. Verführer wozu? Na ja, zu einer materialistischen Lebensauffassung, einer die unter Heilslehren verkappt sein kann wie der Sozialismus. Ich fand, es würde zu weit führen, wenn wir diese Doktrin untersuchten, die in ihrem innersten Kern zweifellos höher rangiere als auf die Ebene einer bürgerlichen Weltanschauung, ginge sie doch auf den Stifter des Christentums zurück, und ich erinnerte ihn an das Wort, nach welchem eher ein Kamel durch ein Nadelöhr ginge, als daß ein Reicher ins Himmelreich käme. Es sei eine historische Fable convenue, den Nazarener zum Juden zu stempeln, meinte er, der Sozialismus sei ja eb en die jüdische Verwässerung seiner Lehre. Ich wollte mich nicht mit ihm auf ein Gebiet begeben, wo die Argumente vor der Wahrheit stehen wie die Nebel vor der Sonne, er ließ aber nicht nach und kam auf den Bolschewismus zu sprechen, den JAC. MAYER Kleider- und Gummimäntel-Industrie Export nach allen Ländern Wien GlOCkensasse 24 Telephon R 48-4-79 er erbittert als die modernste Emanation jüdischen Geistes bezeichnete. Ich hatte es erwartet. Es mächte nicht den geringsten Eindruck auf ihn, als ich die große kommunistische Erhebung erwähnte, deren Schauplatz Norddeutschland in der ersten Hälfte des sechzehnten Jahrhunderts war, oder die kommunistische Revolution in China, die ungefähr um die gleiche Zeit das ganze gewaltige Reich erschütterte; da sei doch vonJuden weit und breit nichts zu sehen gewesen. Er wollte nichts davon wissen. Daß fast alle russische Umstürzler Juden seien, wurde damals in ganz Europa und Amerika behauptet und geglaubt. Seitdem ist festgestellt worden, daß sich unter den Leitern der Bewegung nur ein kleinerProzentsatz Juden befand, aber auch wenn dem nicht so wäre: die zufällig Wachen in einem trägen und zerschlagenen Volk für den endlichen Weck- und Alarmruf zur Verantwortung ziehen, das heiße ich mir Billig- Ktit. beilade, üatJ Leo Tolstoi ganz bestimmt kein Jude war, seine dem Urchristentum zustrebenden Lehren, die dem russischen Kommunismus erst das Strombett gruben, würden einen fetten Posten auf dem jüdischen Sündenregister ausmachen. Aber man kann nie wissen, vor diesem Verdacht ist man nie sicher, denn es hat sich gezeigt, daß er ein äußerst bequemer Abzugskanal für alle Sorten von schlechtem Gewissen ist. Also, ermunterte ich meinen Gegner, gehen wir auf das nächste Kapitel über, spreciien wir vom jüdischen Reichtum. Ich bin darauf gefaßt, das übliche Dutzend Namen zu hören, einige europäische und einige aus der Wallstreet. Ich mache Sie aber aufmerksam, sagte ich, daß nur ein sehr geringer Teil der Wallstreet-Firmen jüdische Firmen sind, und im übrigen: wollen Sie sicher sich und mich absichtlich täuschen? Wir wissen ja, daß diese Bankfürsten genau solche Exponenten eines Systems und einer zwangläufigen Bildung des Sozialkörpers vorstellen wie die Armeen Frankreichs, Rußlands, Italiens und wie die Giftgasproduktion in allen Kulturstaaten heute, die darauf abzielt, den christlichen Nationen rascher den Garaus zu machen, als es fünfhundert Millionen Juden vermöchten, falls dergleichen in ihrer Absicht läge. Ich mache mich anheischig, sagte ich zu meinem Philosophen, Ihnen fürjeden reichen oder reichgewordenen Juden fünfzig tausend jüdische Arme zu stel- 1 e n, ich brauche gleichsam nur zu winken, und sie kommen unzählbar aus ihren verwahrlosten Dörfern in Polen, in der Ukraine und in Galizien herbei, jammervolle Gestalten, die wahren Gebrandmarkten der Geschichte. Daß einzelne unter ihnen immer wieder, sobald sie nur in günstigen Boden versetzt werden, wie lang erstickt gewesene Flammen auflodern und die Welt dabei mehr verzehren als erobern, wen dürfte es wundern, es ist wie ein physikalisches Gesetz. Ich Audi Detailverkauf 211 Fabrikspreisen! Herrenanzug nach Maß auf Seide S 200.— Herrenraglan „ „ „ „ „ 150.— Herrenhose „ „ „ „ „ 4$.-r feinst ausgeführt Zeitgemäße Zahlungsbedingungen! Kein KaufzwangI Freie Besichtigung!