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Die Wahrheit · 1928-10-12 · Heft 41 (12.10.1928) · page 5

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1928
Issue
Heft 41 (12.10.1928)
Date
1928-10-12
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Ölte WAHRHEIT iflilffliÄ § Kultusgemeinde das mit dem ersten Preise gekrönte Projekt zur Ausführung bringen ließ. Man kann über künstlerische Schöpfungen verschiedener Ansicht sein, aber den Schöpfer eines Werkes und die Wiener israelitische Kultusgemeinde in Zeitungsartikeln des In- und Auslandes zu verunglimpfen, wie dies seitens eines Wiener Kunstkritikers der Fall war, kann nicht als objektive Kritik gewertet werden. Vizepräsident Dr. Josef Löwenherz erstattet hierauf einen Bericht über die temporären Bethausveranstaltungen der israelitischen Kultusgemeinde. Während der hohen Feiertage fanden in 62 Bethäusern und 73 Minjamins zirka 43.000 Betende Platz. Von den von der Wiener israelitischen Kultusgemeinde bewilligten Betveranstaltungen wurden 10 Prozent der Sitze kostenlos zur Verteilung an arme Glaubensbrüder der Wüener israelitischen Kultusgemeinde zur Verfügung gestellt, so daß im heurigen Jahre zirka 3900 Petenten mit Betsitzen beteilt werden konntne. Besonders imposant gestaltete sich der Jugendgottesdienst in den Olympiasälen. Es erschienen zirka 400 Jugendliche, ein. großer Teil in Begleitung ihrer Eltern- Vizepräsident Dr. Josef Löwenherz sprach den Herren Aintsleiter Förster (Schulamt), Inspektor O e h 1 e r, Rechnungsdärektor Peterselka und Kassier A p t e für ihre hervorragenden Leistungen den Dank des Kultusvorstandes aus. Da die für die Fürsorgeeinrichtungen der Gemeinde budgetierten Beträge für das Jahr 1928 durch die große Inanspruchnahme der Fürsorgeeinrichtungen bereits erschöpft sind, wurde auf Antrag des Obmannes der Fürsorgekomtnission, Vorsteher Emil Engel, vom Plenum ein Nachtragskredit in der Höhe von 22.000 Schilling bewilligt. Die Achthundertjahrfeier der Stadt Graz. Die Stadt Graz hat, wie aus den Tagesblättern bekannt ist, am 30. September 1. J. die Achthundertjahrfeier ihrer Gründung festlich begangen. Aus diesem Anlasse veranstaltete auch die israelitische Kultusgemeinde dortselbst am zweiten Tage Sukkoth einen Festgottesdienst, bei welchem Landesrabbiner Univ.-Prof. Dr. Herzog vor massenhaft versammelter Zuhörerschaft in schwungvoller Weise folgende auch historisch bedeutsame Rede gehalten, die einen tiefen, nachhaltigen Eindruck ausübte. Wir haben uns heute hier eingefunden, nicht allein darum, um das Laubhüttenfest zu feiern und Gott für alle Gaben des Feldes im vergangenen Jahre zu danken, sondern auch um die Achthundertjahrfeier der Stadt Graz festlich zu begehen. Es ist ein seltenes Fest, das heute in unserer Stadt gefeiert wird und da durften und wollten auch wir nicht zurückstehen, da wir Juden ja vielleicht zu den ältesten Bewohnern dieser Stadt gehören. Denn schon in einer Urkunde aus dem Jahre 1147, also vor nahezu 800 Jahren, werden hier Juden, die damals allerdings zum größten Teile in Judendorf wohnten, erwähnt. Unser Geschick hier ist also innig mit dem Geschicke dieser Stadt verknüpft. Wenn man darum in anderen Städten den Juden — allerdings in den meisten Fällen mit Unrecht — Nichtbodenständigkeit vorwirft, wird man uns hier in Graz diesen Vorwurf wohl nicht machen können, es sei denn, daß man der geschichtlichen Wahrheit absichtlich und bewußt ins Gesicht schlägt. Noch sind wir nicht in der Lage, eine erschöpfende Geschichte der Juden in Graz vorzulegen, aber ich hoffe, daß es uns in nicht allzulanger Zeit gelingen wird, an der Hand eines reichen Urkundenmaterials nachweisen zu können, welche Bedeutung wir Juden für die Förderung dieser Stadt hatten und auch noch haben. Die Phantasie vermag es sich eigentlich nur schwer auszumalen, wie die Anfänge dieser Stadt ausgeschaut haben. Aber die Schönheit der Natur und der romantisch durch das Tal sich hinziehende Fluß, die sich ja kaum seit jener Zeit wesentlich verändert haben werden, werden auch in den ersten Siedlern den Wunsch und das sehnsuchtsvolle Empfinden ausgelöst haben, das einst der Psalmist in die Worte gekleidet hat: „Dies sei meine Ruhestatt für immer, hier will ich wohnen, denn ich habe Wohlgefallen an ihr." (Psalm 132, 14.) Und von da ab arbeiteten unermüdlich ernste Männer, wackere Frauen, eine regsame Bevölkerung an dem Aufblühen dieser Stadt, die ja gewiß zu den schönsten Städten unseres Staates gehört und die ja einst in der Geschichte Innerösterreichs lange Zeit eine hervorragende, die Geschicke des Reiches bestimmende Rolle gespielt hat. Wenn wir darum heute den Tag der vor achthundert Jahren erfolgten Gründung unserer Stadt feiern, geschieht es nicht nur darum, weil wir auf eine so lange Zeit ihres Bestandes hinweisen können, denn das bloße Alter einer Stadt muß noch kein Anlaß zu einer Feier sein, sondern weil sie sich zu einer so schönen, anmutsvollen und mit vielen Reizen ausgestatteten Stadt entwickelt hat. Und nicht allein die Natur hat verschwenderisch ihre Gaben über diese Stadt gestreut, sondern auch die Menschen, die hier gelebt haben, trugen redlich ihr gerüttelt Maß zur Hebung dieser Stadt bei, indem sie mit Bienenfleiß an ihrer wirtschaftlichen und kulturellen Förderung arbeiteten. .: w Wi. w w w w w v.wi^v- \s w \* wK/vw \s \s V w ^r^^^^f ^^Y Y ^Y w /V A/V S\ A/\ A/V :/V.y\:yV7\ /V/% S\ S\ ,>\ A A AkVA/\ A A A V\ A A /V WW/V S\ S\?SW\ /\ ■ ✓VW *\ Kultuswähler! Sichert Euch Euer Wahlrecht! Die Reklamationsfrist endet am 22. OhtoDer. Die Wählerlisten liegen zur Einsichtnahme an folgenden Stellen auf: Für die Wahlberechtigten des I. Bezirkes: I.» Seitenstettengasse 4; II. Bezirkes: II., Tempelgasse 3; III. und XI. Bezirkes: III., Untere Viaduktgasse 13; IV., V. und X. Bezirkes: V., Siebenbrunnengasse 1; VI. und VII. Bezirkes: VI., Schmalzhofgasse 3; VIII. und IX. Bezirkes: IX., Müllnergasse 21; XII. bis XV. Bezirkes: XV., Turnergasse Nr. 22; XVI. und XVII. Bezirkes: XVIL, Hubergasse 8; XVIII. und XIX. Bezirkes: XVIII., Schopenhauerstraße 29; XX. Bezirkes: XX., Khickygasse 11; XXI. Bezirkes: XXL, Holzmeistergasse 12. Reklamationen besorgt auf Wunsch das Sekre tariat der „Union" (IX. Berggasse 4, Tel. A 19-2-77) gegen Beibringung der erforderlichen Dokumente. ^'/if w \f Ii:W V www w w w.w wow w.w •w.-w w w \s w \ /V A A AVV /V /V v*v J\ /\ S\ s\ 'A-A:A:'A '\ *\ /»V S »VV.-A -'■^\'^\'^^\(f^\">^\l^\-.'^\ii^\.^\v^\ ■

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