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Die Wahrheit · 1928-10-05 · Heft 40 (5.10.1928) · page 10

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1928
Issue
Heft 40 (5.10.1928)
Date
1928-10-05
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Eidinger, daß sein geheimer Kompagnon — Graf Ottokar Czernin war. Wenn man sich an das famose Buch des Grafen Czernin erinnert, so wird man wohl annehmen, daß der Herr Graf jetzt in Herrn Eidinger lieber einen — stillen Kompagnon erblickt hätte. * * * Ein großes liberales Tagblatt in Budapest, „Ujsäg", stellt fest, daß die Aufnahme der Studenten an der Budapester Universität zwar auch jetzt ausschließlich vom konfessionellen Standpunkt aus erfolgt, aber dieses Moment niemals betont wird. Im Gegenteil, es wird immer ein anderer Grund für die Ablehnung angegeben. In welcher bengalischen Beleuchtung steht nun die Aufrichtigkeit des ungarischen Unterrichtsministers da! Für Genf ist der konfessionelle Punkt gestrichen. Die Rassenschützler sehen, daß Graf Klebelsberg seine Versicherung, der revidierte Numerus clausus werde keinem einzigen Juden mehr die Lehrsäle öffnen, heilig nimmt, und die ungarischen Juden können auch nicht behaupten, daß er ihnen mehr versprochen hätte. Ego. Ueber den Austritt aus dem Judentum. Ein Briefwechsel von Abraham Geiger. (Schluß.) Denn, lassen Sie es mich nur sagen und zeihen Sie mich nicht des Dünkels, die Juden beweisen eine Entwicklungsfähigkeit, die ihnen die volle Teilnahme zuwenden muß. Lange Jahrhunderte hindurch in den edelsten wie in den niedrigsten Menschenrechten gekränkt, in der Geistesbildung gehemmt, in ihrer Existenz bedroht, haben sie seit kaum einem Jahrhundert wesentliche Erleichterung in ihrer Lage erfahren: und welch ein anderes Geschlecht ist rasch aus ihnen geworden! Welcher Aufschwung in allen Beziehungen, welche Energie in ihrem Streben, welch geistige Regsamkeit, welche Vertretung in allen Gebieten, trotzdem daß ihnen so mancher Lebensberuf verschlossen ist! Das ist keine hinsterbende, das ist eine von edlen Anlagen erfüllte, von kräftigen Gedanken durchwehte, eine große Zukunft in sich tragende Genossenschaft. Und einer solchen wollen Sie nicht freudig Ihre Kräfte weihen? Es ist ein schöner Beruf der Reichen, durch ihr Ansehen und ihre Mittel der Sache der Schwächeren, wenn es auch nicht gelingen sollte, ihr zum Siege verhelfen, so doch eine gewichtige Stütze zu sein. Weihen Sie sich und Ihre Kinder diesem Berufe, und Ihr und der Ihrigen Leben hat einen schöneren Gehalt, als ihm aller äußere Glanz, alle bürgerliche und staatliche Ehre verleihen könnte. llllllllMllillllillillili 3f£u£tusn)äMet 1 Sicher Euch Euer Wahlrecht! Die Reklamationsfrist beginnt am 8. Ctotobcx. Die Wählerlisten liegen zur Einsichtnahme an folgenden Stellen auf: Doch ich breche ab! Ich habe Ihnen den unter uns besprochenen Gegenstand vielleicht von einer Seite beleuchtet, wie Sie ihn bis jetzt noch nicht vorgeführt, ich habe Ihnen vielleicht mit einem oder dem anderen Worte wehe getan. Letzteres lag außer meiner Absicht, ersteres kann, darf Ihnen nicht unangenehm sein. Bei einem so wichtigen Schritte muß man die beiden Seiten hören, man muß sie hören wollen, sie selbst zur Aeußerung auffordern. Es ist Ihre Pflicht, nicht meinen Worten zu folgen, aber meinen Ansichten die vollste Prüfung angedeihen zu lassen. Sie sagen selbst. Sie nähmen es nicht leicht damit, trügen den Gedanken schon jahrelang herum, ohne ihn in die Tat zu verwandeln. Gönnen Sie sich nun auch die Zeit, bis zu welcher es Ihnen möglich wird, meine Einwendungen unbefangen zu würdigen. Der scharfe Widerspruch, den ich Ihnen entgegengestellt, ist vielleicht ein Stachel, der reizt und verletzt: Ich weiß es, ich verstehe nicht die diplomatische Kunst, sanft zu überreden, die eigenen Gedanken dem, welchen man gewinnen will, leise zu unterschieben. Aber ich meine es redlich und ich weiß es. ich habe es mit einem ehrlichen, einem gewissenhaften Manne zu tun, der sich von der in ihm erregten üblen Laune nicht verleiten läßt, der vielmehr abwartet, bis diese vorüber ist, um dann mit ruhigerem Blute zu erwägen. — Eine schönere Freude, als wenn Sie mir sagten: wohlan, ich habe geprüft, gehen wir gleiche Wege! — eine schönere Freude, einen reicheren Lohn wüßte ich für mich nicht. So leite Sie Gott in Ihrem Denken und Entschließen! Ihr ergebenster usw. Die Juden in den kroatischen Ländern. Wichtige Entdeckungen der beiden größten kroatischen Gelehrten. Von Dr. Lavoslav Sik, Zagreb. Viele meiner Glaubensgenossen, die im Drange des Lebens, vielleicht auch in Sport und Vergnügen weniger Zeit und Interesse für die Resultate der neuesten Forschungen auf dem Gebiete der uralten Geschichte unseres Volkes erübrigen, werden heute freudig überrascht aufhorchen. Monsignore Dr. Fran Bulle. Ehrendoktor der Zagreber Universität, der Wiederentdecker des altrömischen Salona, der Erneuerer des diocletianischen Palastes, der »Heilige von Split", — wie ihn das dankbare Volk nennt. — erbringt den Nachweis, daß in Salona, im 3. Jahrhundert, eine eigene Judengemeinde bestanden hat. Don Fran Bulic, dessen — wie von den Fachleuten der ganzen Welt anerkannt wird — souverän beherrschtes Spezialgebiet die altchristliche Kunst bildet, ist ein Mann der freien, voraussetzungslosen Forschung, durch und durch Wissenschaftler und dabei, oder gerade deswegen ein Mensch, der alle seine Mitmenschen mit gleicher Liebe empfängt, dem Fachgelehrten wie dem Dilettanten gleich freundlich ent- Für die Wahlberechtigten des I. Bezirkes: I., Seitenstettengasse 4; IL Bezirkes: IL, Tempelgasse 3; III. und XL Bezirkes: HL, Untere Viaduktgasse 13; IV., V. und X. Bezirkes: V., Siebenbrunnengasse 1; VI. und VII. Bezirkes: VI., Schmalzhofgasse 3; VIII. und IX. Bezirkes: IX., Müllnergasse 21; XII. bis XV. Bezirkes: XV., Turnergasse Nr. 22; XVI. und XVII. Bezirkes: XVII., Hubergasse 8; XVIII. und XIX. Bezirkes: XVIIL, Schopenhauerstraße 29; XX. Bezirkes: XX., Kluckygasse 11; XXL Bezirkes: XXL, Holzmeistergasse 12. Reklamationen besorgt auf Wunsch das Sekretariat der „Union" (IX. Berggasse 4, Tel. A 19-2-77) gegen Beibringung der erforderlichen Dokumente.

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