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Die Wahrheit · 1928-10-05 · Heft 40 (5.10.1928) · page 5

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1928
Issue
Heft 40 (5.10.1928)
Date
1928-10-05
Page
– (sequence 5)
Language
German
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DIE WAHRHEIT iiliiWiiiiiiiHiiiHiiiiuiHiüiitM Sdlte 5 eine Bettstiftung für einen männlichen Anstaltspflegling errichtet werde und daß die Stiftungstafel die Inschrift tragen möge: „Bettstiftung, errichtet am 16. September 1928 anläßlich des 60. Geburtstages des Herrn Siegmund K o r n m e h l von seiner Gattin Halene". Das Präsidium hat der Stifterin für diese Bekundung edlen Sinnes den geziemenden Dank zum Ausdruck gebracht und Herrn Kornmehl, der durch seinen stets bewährten Wohltätigkeitssinn und seine rege Anteilnahme an den Angelegenheiten unserer Gemeinde sich Verdienste erworben hat, zu seinem Geburtstage beglückwünscht. Das Präsidium hat dem durch Werke der Humanität sehr verdienten Gemeindemitgliede, Herrn Max Stern, anläßlich seines 70. Geburtstages Glückwünsche zum Ausdrucke gebracht. Mit seinem Dankschreiben hierfür hat der Genannte S 1000.— als Spende zur freien Verfügung des Präsidiums übermittelt. Das Ehepaar Sigmund und Rosa Süß, Insassen unserer Versorgungsanstalt, beging am 2. Juli d. J. seine Diamantene Hochzeitsfeier. Das Jubelpaar wurde vom Kultusvorstande beglückwünscht und es hat in der Versorgungsanstalt aus diesem Anlasse auch eine Synagogenfeier stattgefunden.!n üblicher We.se wurden anläßlich der Goldenen Hochzeit den tihcpaarrvi Gustav und Rosa Schmidt, Moses und Helene Reich und isidor und Fanny K a t z Gratulationen und Ehrengaben überreicht. Auch während der Sommermonate sind eine Reihe von Spenden an die Kultusgemeinde gelangt, welche ihrer widmungsgemäßen Bestimmung zugeführt wurden. Dem Präsidialbericht, ebenfalls erstattet von Herrn Regierungsrat F u c h s g e 1 b, entnehmen wir: Am 18. Juni d. J. hat die letzte Plenarsitzung des Kultusvorstandes bei den Sommerferien stattgefunden, in welcher dem Vertreter-Kollegium, bzw. dem Präsidium die üblichen Vollmachten für die Geschäftsführung während der Sommermonate erteilt wurde. Seitens des Präsidiums waren die Urlaubseinteilungen derart getroffen, daß zumindest ein Mitglied desselben jeweils in Wien anwesend war und fortlaufend die Geschäfte der Gemeinde führte. Von den erteilten Vollmachten wurde nur soweit Gebrauch gemacht, als es sich um dringende und unaufschiebbare Angelegenheiten handelte. Trotz der Sommerferien konnten am 2. und 16. Juli, am 29. August und am 19. September beschlußfähige Sitzungen des Vertreter-Kollegiums abgehalten werden, in welchen jene stattliche Reihe von Angelegenheiten der Erledigung zugeführt wurde, die im Rahmen der Tagesordnung der heutigen Plenarsitzung teils dem Plenum zur Kenntnis gebracht, teils zur nachträglichen Genehmigung unterbreitet werden. In jenen Angelegenheiten, welche zu einer der vom Kultusvoxstande gewählten Kommissionen ressortieren, wurde jeweilig vor der Entscheidung durch das Vertreter-Kollegium oder das Präsidium das Einvernehmen mit dem Kommissionsobmanne oder dessen Stellvertreter gepflogen. Mit Schluß des Schuljahres 1927/28 wurde der letzte Jahrgang des im Jahre 1920 von dem seligen Oberrabbiner Prof. Dr. H. P. Chajes begründeten und in den letzten Jahren fast zur Gänze aus den Mitteln der israelitischen Kultusgemeinde erhaltenen „Religionslehrer-Seminars" durch die vorgenommene Lehrbefähigungsprüfung der Absolventen abgeschlossen. Damit hat dieses Seminar seinen Bestand beendet, denn der Zweck, den erforderlichen Nachwuchs an tüchtig ausgebildeten Religionslehrern für den Wirkungsbereich der israelitischen Kultusgemeinde Wien zu schaffen, ist nicht nur für lange Zeit hinaus erfüllt, sondern es wurde eine solch stattliche Zahl von Studierenden beiderlei Geschlechtes an dieser Lehranstalt ausgebildet, daß auch für die privaten Erziehungsanstalten und jüdischen Schulen, sowie für etwaigen Bedarf der auswärtigen Kultusgemeinden ein wohlausgebildetes Material von Religionslehrern und Lehrerinnen zur Verfügung steht. Von den 23 Absolventen haben neun Zöglinge die Reifeprüfung, bzw. die Lehrbefähigungsprüfung mit Auszeichnung, 13 mit gutem und einer mit genügendem Erfolge bestanden. Nach Maßgabe des Bedarfes werden Absolventen unter Bedachtnahme auf ihre Qualifikation sukzessive für den Dienst als Religionslehrer der Kultusgemeinde herangezogen werden und es konnte bereits für das Schuljahr 1928/29 die Bestellung von drei vorzüglich qualifizierten Bewerbern erfolgen. Das Vertreter-Kollegium hat in seiner Sitzung vom 2. Juli 1928 nach Entgegennahme des Berichtes des Obmannes der „Unterrichts-Kommission", Herrn Dr. Josef T i c h o, Anlaß genommen, dem Leiter des Seminars, sowie den einzelnen Mitgliedern des Lehrkörpers für die während des Bestandes der Anstalt entfaltete vorzügliche Tätigkeit den Dank und die Anerkennung des Kultusvorstandes auszusprechen. Sfeder Strenggläubige kann ohne Bedenken zur Zubereitung der Speisen Kunerol verwenden. DieKunerolsErzeugung steht bis zur Verpackung des gebrauchsfertigen Natura fettes unter strengster Aufsicht des Herrn Bezirksrabbiners S. Ehrenfeld zu Mattersburg. KUNEROL IOO% REINES KOKOSNUSSFETT Während der Sommermonate wurden vom Steueramte die administrativen Arbeiten für die am 2. Dezember d. J. stattfindenden Wahlen in den Kultusvorstand durchgeführt, so daß termingerecht, und zwar mit 8. Oktober 1928 die Verzeichnisse der wahlberechtigten Personen für die Dauer der Reklamationsfrist öffentlich aufgelegt werden können. Das Präsidium hat die Vervielfältigung der aufzulegenden Listen verfügt. Schon während der Sommermonate mußten alle jene Vorkehrungen getroffen werden, welche in Anbetracht des in diesem Jahre bereits mit 1. September begonnenen Schulbetriebes erforderlich waren. Bereits vor Ablauf des Schuljahres 1927/28 wurden beim Stadtschulrat Schritte unternommen, um zu bewirken, daß an einer Reihe von Schulen, an welchen dies nach Maßgabe der Schülerstände und der Stundenplanverhältnisse möglich ist, der Religionsunterricht statt als Sammelunterricht, intern erteilt, bzw. Religionsstunden, die bisher für den Nachmittag festgesetzt waren, auf den Vormittag verlegt werden. An zwei Bürgerschulen und fünf Volksschulen ist diese Umänderung bereits vollzogen, hinsichtlich zweier Volksschulen sind die bezüglichen Verhandlungen noch in Schwebe. Im Schuljahre 1928/29 wird der Religionsunterricht der Volks-, Bürger-, bzw. Hauptschulen in 141 öffentlichen Schulen erteilt, und zwar an 84 Volks- und 57 Bürger-, bzw. Hauptschulen. Bei der Ansetzung der Stundenpläne wurde darauf Rücksicht genommen, daß der Religionsunterricht am Freitag-Nachmittag nicht über 4 Uhr ausgedehnt werde. Die erforderlichen Vorbereitungen für die Aufnahme des Jugendgottesdienstes sind getroffen, und es wurden zu Kolnidre in allen Wiener Synagogen an die Eltern gerichtete Aufrufe zur Verteilung gebracht, in welchen an die Eltern appelliert wird, ihre Kinder zum Besuche des Jugendgottesdienstes zu veranlassen. Auch anläßlich der Haskarah am Schemini-Azereth werden in allen Gotteshäusern Einladungen an die Eltern ergehen, in welchen sie auf die in den einzelnen Bezirken bestehenden hebräischen Sprach- und Bibelschulen aufmerksam gemacht werden, damit auch deren reger Besuch seitens der Elternschaft gefördert werde. Mit den Vorkehrungen für die gottesdienstlichen Veranstaltungen an den hohen Feiertagen waren die Bethausvorstände, das Minjamim- Komitee, das Präsidium und schließlich das Vertreter- Kollegium eingehend befaßt. Aus der Reihe der mannigfachen Verfügungen seien die folgenden hervorgehoben: Da in diesem Jahre Jomkippur auf einen Montag fiel, ist die Kultusgemeinde bei der Wiener Landesregierung um die Gestattung eingeschritten, daß am Sonntag, den 23. September am Vormittag in der Geflügelschlachtstelle die Vornahme von G'eM ü g e 1 s c Hl a c h t u n g e n gestattet werden

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