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Die Wahrheit · 1928-09-28 · Heft 39 (28.9.1928) · page 17

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1928
Issue
Heft 39 (28.9.1928)
Date
1928-09-28
Page
– (sequence 17)
Language
German
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DIE WAHRHEIT iiiiiiiiiiiiiiuuiiiiuiuiiuiiiiuiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiuuiM Seite 17 weitausgreifende Gedenkrede hielt, in welcher er das Entstehen und Wirken des jubilierenden Vereines beleuchtete und insbesondere auf die Errichtung des Heldenfriedhofes verwies, dessen Weihe mit Enthüllung einer Gedenktafel sich zu einer überaus eindrucksvollen und für die Klagenfurter Gemeinde sehr ehrenvollen Feier gestaltete. In anerkennenden Worten gedachte Max Stößl jener Mitglieder, die dem Verein durch fünfundzwanzig und mehr Jahre angehören, und zwar Adolf Preis, Emanuel Neumann, Ignaz Ostermann, Josef Müller, David Fleischmann und David Duschinsky. Die zur Feier des vierzigjährigen Bestandes der Chewra Kadischa von Rabbiner Häuser verfaßte und mit Bildern geschmückte Festschrift gibt in chronologischer Reihenfolge Aufschlüsse über die Entwicklung der israelitischen Kultusgemeinde in Klagenfurt und den von ihr begründeten Wohltätigkeitsverein und finden wir unter den Männern, welche den Grundstein zur Schaffung einer israelitischen Kultusgemeinde legten, den auch heute noch unvergessenen Freiheitskämpfer Dr. Adolf Fischhof in Emmersdorf, dessen hervorragender Ruf als Arzt, gepaart mit einem dankbar anerkannten Wohltätigkeitssinn armen Kranken gegenüber, im ganzen Lande verbreitet war. Weiters hielten beim Festabend Ansprachen der Präses-Stellvertreter des Wohltätigkeitsvereines Josef Müller und Rabbiner H a u s e r. welcher die Festteilnehmer durch seine von gedankentiefen Ideen getragene Festrede zu fesseln verstand. Die Feier verlief in schönster Harmonie und erst gegen Mitternacht verließen die Festgäste den prächtig geschmückten Saal. — Gratulationen sind eingelaufen: vom Bundespräsidenten Dr. Michael H a i n i s c h, vom Bundeskanzler Dr. Ignaz S e i p e 1. von den Kultusgemeinden und Chewra-Kadischa-Vereinen Wien. Graz, Linz, St.-Pölten usw., aus der Tschechoslowakei. Deutschland, Italien. Jugoslawien usw. Berichtigung. Auf Seite 25 der letzten Nummer der „Wahrheit" sind infolge eines technischen Versehens die Uebersetzungen zu den beiden hebräischen Inschriften verwechselt worden. Die zweite Uebersetzung soll an erster, die erste an zweiter Stelle stehen. Dem Andenken Oberkantors M. B. Kaufmanns. Wenn in unserer raschlebigen Zeit eineinhalb J^ihre nach dem Hinscheiden eines Mannes sein Name noch auf allen Lippen schwebt, seine imposante Erscheinung mit dem ausgesprochenen Charakterkopfe in ungetrübter Frische in aller Herzen lebt, so ist dies der untrügliche Prüfstein für die Bedeutsamkeit dessen, was er war und wie er wirkte. Mit Oberkantor M. B. Kaufraan n, der am 5. April 1927. einem Herzschlag erlegen ist, ist ein Mann von uns gegangen, der sich und seine Kunst in den Dienst einer heiligen und erhabenen Sache gestellt hat, ein großer Künstler, der zur Ehre Gottes gesungen und zur Ehre des Judentums gewirkt hat. Er war ein einsamer Gottsucher, ein nach Vollendung und Vollkommenheit Strebender, das in seiner reinen Seele lodernde Feuer hat diese allzufrüh verzehrt. Seine dankbare Gemeinde widmete dem allzufrüh Heimgegangenen ein E h r e n g r a b. An den Gräbern der bedeutendsten seiner Zeit auf dem Gebiete der Musik und Tonkunst reiht sich nun sein Grab. Julius Epstein, Elise E I i z z a und Leo Fall ruhen an seiner Seite und träumen in ewigem Schlafe. Von Natur aus mit einer angeborenen Vornehmheit ausgestattet, repräsentierte er den würdigen Vorbeter der ehrwürdigen jüdischen Gemeinde. Diese Vornehmheit, gepaart mit hoher musikalischer Bildung und Gesangstalent ermöglichten ihm jene gewaltige Wendung vom Ethischen in das Aesthetische, die allen großen Künstlern eigen ist. Diese Vornehmheit bewahrte Oberkantor M. B. Kaufmann bis zu seinem letzten Atemzuge und Vornehmheit charakterisiert auch sein Grab, das die Reihe der Ehrengräber ziert. Seine Freunde widmeten ihm unter wesentlicher Beitragsleistung der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde ein würdiges Grabdenkmal, dessen Enthüllung Mittwoch, den 26. d. M., an seinem 51. Geburtstage stattfand. Wir werden hierüber in der nächsten Nummer unseres Blattes berichten. Den siebzigsten Geburtstag beging am 24. d. M. der Präses der israelitischen Kultusgemeinde in Klagenfurt, Max Stößl, in voller geistiger Frische und körperlicher Gesundheit. Die Klagenfurter israelitische Kultusgemeinde verdankt ihm ihre Gründung sowie jener aller anderen wohltätigen Einrichtungen der Kultusgemeinde. Dem Jubilar, der sich ob seines rechtlichen Wesens allgemeiner Sympathien erfreut, mögen noch viele Jahre segensreichen Wirkens im Interesse der Kultusgemeinde gegönnt sein. Silberne Hochzeit. Herr Hofrat Ingenieur Moritz K o b 1 e r, Wien VI., feierte vor kurzem in engstem Familienkreise mit seiner Gattin Dora, geb. N a t h a n s o h n. die silberne Hochzeit. Todesfälle. Am 5. d. M. ist hier nach langem, schwerem Leiden im Alter von 63 Jahren Oberstabsarzt I. Kl. i. R. Dr. Hermann Chajes gestorben. Mit ihm ist ein Mann aus dem Leben geschieden, der, ein Vetter des verstorbenen Oberrabbiners Prof. Dr. Chajes und Schwager des gewesenen Direktors der Universitätsbibliothek Hofrat Prof. Dr. Frankfurter, in den verschiedenen Stellungen, die er bekleidete, Hervorragendes geleistet und verdienstlich gewirkt hat. In Lemberg am 8. August 1865 geboren, alten berühmten Gelehrtenfamilien väterlicher- und mütterlicherseits entstammend, studierte er in Wien an der medizinischen Fakultät und ging dann als junger Doktor nach Leipzig, um Wundt, nach Frankfurt am Main, um Edinger. nach Paris, um Charcot. und nach Zürich, um Forel zu hören. Immer mehr wandte er sich der Psychiaterie und dem Irrenwesen zu. Nach Vollendung seines militärischen Dienstjahres ließ er sich aktivieren und wurde Militärarzt. In pilen Ganiisonon, in denen er diente, in Krakau und Tyrnau, wo er die große militärische Irrenanstalt, die einzige in Oesterreich-Ungarn, leitete, in Temesvär und in Lemberg, zuletzt beim Korpskommaudo in Leitmeritz in Böhmen, war er auch in der Zivilbevölkerung als tüchtiger, fürsorglicher Arzt anerkannt. Nach Ausbruch des Krieges meldete er sich sofort zum Felddienste, da jedoch seine Tätigkeit beim Korps dringender erschien, konnte seinem Wunsche erst später entsprochen werden. Fr hat cinnn auf dem P|pro >n von rvVrdn. in Heidenschaft, als Leiter eines großen Spitals, endlich in Udine als Sanitätschef und Organisator rühmlich gewirkt und sein Wirken fand, wie schon im Frieden, nunmehr auch in der Kriegszeit die wohlverdiente Anerkennung und Auszeichnung. Nach dem ZiKf'Tt'renNnic'i. c1i>r if'n «rhwer trnf — er konnte sich in die neue Zeit nicht leicht hineinfinden — war er zunächst am Rainer-Spital in Wien tätig. Er kehrte dann nach Leitmeritz zurück, optierte jedoch für Deutschösterreich und lebte hierauf in Wien, wo er zunächst bei der Hilfsaktion des Joint, dann Anläßlidi des Jahreswechsels entbieten tord nöwi toto Allen Verwandten, Bekannten, Vorstandskollegen und^; Mitgliedern des „Jüdischen Hilfsvereines" und »»Temj pelbaukomitees Prater" i Obmann Salo Natovic und Familie XX., Engerthstraße 124 Herzlichsten Glückwunsch zum neuen Jahr allen Bej kannten, Freunden und Verwandten fibersendet! Familie Oskar Stedtfeld j 14. Bez., Reindorfgasse 37,39 Allen Verwandten, Freunden und Bekannten Familie Wilhelm Stern 2. Bez., Praterstraße 56 Allen Verwandten und Freunden Max Zucker und Frau 1. Bez., Gonzagagasse 1

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