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Die Wahrheit · 1928-09-28 · Heft 39 (28.9.1928) · page 10

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1928
Issue
Heft 39 (28.9.1928)
Date
1928-09-28
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 10 ms^M^m fät WAHKläÜl t * H * i t , *' ihrer Kinder Sorge zu tragen, daß diese regelmäßig den Jugendgottesdienst besuchen. Jüdische Eltern! Es handelt sich um Euer Teuerstes, um Eure Kinder, von denen Ihr doch sicherlich erwartet und wünscht, daß sie Eurem und Eurer Väter Glauben, Eurem Volke, Euch und sich selbst treu bleiben. Unterstützt uns daher in unserem Bestreben, Eure Kinder religiös zu erziehen, zunächst dadurch, daß Ihr sie veranlasset, allwöchentlich an dem sabbatlichen Jugendgottesdienst teilzunehmen. Begleitet sie zum mindesten von Zeit zu Zeit dahin, damit Ihr Euch selbst durch eigene Wahrnehmung überzeugt, welch großen ethischen Wert der Jugendgottesdienst dem jugendlichen Gemüte Eurer Kinder zu bieten vermag und in welch hohem Maße Ihr in ihm Unterstützung in Eurem Bestreben, die sittlich-religiöse Entwicklung Eurer Kinder zu fördern, finden werdet. Wien, im September 1928. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien. . * * Zum Bau der neuen Zeremonienhalle. Im Anschlüsse an die Berichte über die Schlußsteinlegung der neuen Zeremonienhalle wurde in offenbar mißverständlicher Weise von mehreren Zeitungen die Mitteilung veröffentlicht, daß die gesamte Baudurchführung und Bauleitung durch die Baumeisterfirma Edmund MeIcher und Ingenieur Steiner erfolgt sei. Demgegenüber wird vom Vorstande der Israelitischen Kultusgemeinde Wien richtiggestellt, daß die genannte Baumeisterfirma wohi im Vereine mit anderen Baufirmen die Baumeister- Eisenbeton- und Straßenbauarbeiten durchgeführt hat, während alle übrigen Arbeiten und Lieferungen vom Vorstande der Israelitischen Kultusgemeinde an die betreffenden Kontrahenten direkt vergeben wurden. Die Bauoberleitung für die gesamte Anlage oblag in technischer und administrativer Hinsicht ausschließlich dem Technischen Amte der Israelitischen Kultusgemeinde Wien. * * Einmahnung von Kultussteuerrückständen. In Gemäßheit der Bestimmungen des § 5 der „Wahlordnung" haben bei den diesjährigen Wahlen das aktive Wahlrecht jene Kultussteuerträger, welche mindestens seit dem Verwaltungsjahre 1926 in Kultussteuervorschreibung stehen und die ihnen für das Verwaltungsjahr 1927 oder für das Verwaltungsjahr 1928 statutengemäß vorgeschriebene Kultussteuer bis zum Ablaufe der Reklamationspflicht, das ist bis einschließlich 22. Oktober 1928, entrichtet haben. Der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde hat nun gelegentlich der Anlegung der Wählerliste an jedes einzelne Gemeindemitglied, welches bisher wegen seiner Steuerrückstände in die Wählerliste nicht aufgenommen werden konnte, unter detaillierter Angabe des Steuerrückstandes, den dringenden Appell gerichtet, tfurch Leistung einer Zahlung im Sinne der vorstehend angeführten Bestimmungen des § 5 der „Wahlordnung" vor Ablauf der Reklamationsfrist die Aufnahme in die Wählerliste zu bewirken. Kutift und Literatur „Das neue Europa" (Zürich, Wien, Berlin). Der diesmaligen Tagung des Völkerbundes hat ein mächtiger Zusammenklang aller Friedensglocken verheißungsvoll präludiert. Daß es dazu, daß es zur Schaffung eines hpchbedeutenden Friedensinstrumentes kommen konnte, ist nicht zum geringen Teile auch ein Verdienst der zielbewußten völkerversöhnenden Arbeit jener Presse, die immer mutig und kampfbereit, eben nur dieser Mission lebt. In ihren ersten Reihen begegnen wir seit jeher der Zeitschrift des Dr. Paul Hohenau, der es verstand, sich die wertvolle Mitarbeit erleuchteter Geister aus allen Lagern der Politik, des Parlaments und der Weltwirtschaft zu sichern. In der eben erschienen September- Oktober-Nummer finden wir wieder Namen von Weitbedeutung. Der englische Staatsmann Lord Robert C e c i 1 spricht mit überzeugender Kraft und großer Klarheit von den Wegen, die zum Weltfrieden führen und bezeichnet eine lückenlose englisch-amerikanische Verständigung als eine Vorbedingung dafür. Herbert H o o v e r zeigt in einem hochinteressanten und überaus lehrreichen Artikel, wie die Völker zur Demokratie erzogen werden müssen. In gewohnt geistvoller Weise äußert sich der geniale französische Minister des Aeußeren, Aristide Briand, über seine Arbeitsweise, Der ehemalige Außenminister Spaniens, de Janguas M e s s i a, der griechische Ministerpräsident Venizelos sprechen über die Richtlinien der Außenpolitik beider Länder mit bemerkenswerter Offenheit. Höchst beachtenswert ist auch, was der Wiener Gesandte Frankreichs. Graf C1 a u z e 1, der der französischen Delegation in Genf auch diesmal angehörte, über die Bedeutung des Völkerbundes und dessen Arbeiten ausführt. Es sind auch die übrigen Beiträge, vom ehemaligen Botschafter Constantin D u m b a. vom Reichsgrafen Kageneck über das Paneuropa-Problem, von Jeremiah Smith über die Verantwortlichkeit der politischen Führer vor dem Richterstuhl der Oeffentlichkeit und von Dr. Hans Honegge r, einem bekannten pazifistischen Schriftsteller, der den erfolgreichen Werdegang der publizistischen Friedensarbeit an der Hand interessanter Daten schildert, und mehrere andere lesenswert. Auslieferung, Wien IX., Türkenstraße 9. DQülcnlsüics KöniöslicM Seit vielen Jahren das anerkannt beste M^TlÖiW Man achte auf die ges. gesch. Marke ,Hygien. Könlgsllcht* und Name Schulz Fabrik und Büro; Wien XIV., Braunhlrschengasse 9 Telephon P 33-1-87

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