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Die Wahrheit · 1928-09-28 · Heft 39 (28.9.1928) · page 5

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1928
Issue
Heft 39 (28.9.1928)
Date
1928-09-28
Page
– (sequence 5)
Language
German
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DIE WAHRHEIT üiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiUÄ Seite 5 aufgelesen aus der Masse, ausgewählt aus der Schar der uns sklavisch ergebenen Kreature n". Dr. Huber hat die in Wien im Jahre 1924 erschienene, „von einem Kreis Wissender textlich richtiggestellte" Ausgabe der „Protokolle" benutzt, deren Text vielfach von den übrigen deutschen Uebersetzungen abweicht. Wir stellen zu allererst fest, daß Dr. Huber an dem von ihm zitierten Text eine Fälschung dadurch begangen hat, daß er die dort zu lesende Vergangenheitsform „setzte n" in die von uns in dem Zitat fett gesetzte Gegenwartsform „setzen" verwandelt hat. die in diesem Zusammenhange die Bedeutung des Futurums hat. Dieser österreichische Schriftsteller hat aus dem in Betracht kommenden Abschnitt der „Protokolle", der von der Vergangenheit handelt, nur einen einzigen Satz abgedruckt und ihn so durch Fortlassung eines einzigen Buchstabens für seine unlauteren Zwecke umgefälscht. In dem Abschnitt behaupten die „Weisen von Zion" — und das geschah hauptsächlich zum Zwecke der Beeinflussung des russischen Zaren in antisemitischem Sinne —, daß sie das selbstherrliche Königtum, auf dem das Heil der Nichtjuden beruhte, durch den Konstitutionalismus verdrängt hätten, der aus der liberalen Weltherrschaft geboren worden sei. Dann heißt es wörtlich: „Die Rednerbühne nicht weniger wie die Presse hat die Monarchen zur Untätigkeit und Machtlosigkeit verurteilt und sie dadurch unnütz und überflüssig gemacht. Deshalb wurden sie schon in einigen Ländern gestürzt. Damit begann die republikanische Aera". Hieran schließt sich unmittelbar der von Dr. Huber zitierte Satz, in dem natürlich „setzten" und nicht „setze n" steht, und unmittelbar darauf folgt der Satz: „So wurde die Mine unter die Nichtjuden, oder richtiger gesagt, unter die Völker der Nichtjuden gelegt". Ein sauberer Herr, dieser Dr. Huber! Die Dummheit dieses Herrn ist aber doch noch größer als seine Böswilligkeit. Wer hat denn Hindenburg, diese „Karikatur eines Herrschers". um mit dieser erleuchteten völkischen Kapazität zu reden, „aus der Masse aufgelesen, aus der Schar der den „Weisen von Zion" sklavisch ergebenen Kreaturen ausgewählt?" Die Deutschnationalen waren es mit den Deutschvölkischen, der Deutschen Volkspartei, sowie mit denjenigen diesen Parteien nicht zugehörigen Protestanten, die sich nicht dazu entschließen konnten, den Katholiken Marx, den Kandidaten des Zentrums, der Demokraten und der Sozialdemokraten zu wählen. Ferner haben die Kommunisten Hindenburg geholfen, indem sie auch im zweiten Wahlgange hartnäckig an ihrem Kandidaten Thälmann festhielten. D i e „W eisen von Z i o n" üben doch einen wahrhaft fürchterlichen Einfluß in Deutschland aus! Nach ihrem Diktat müssen sogar die rechtsstehenden Parteien, und unter diesen besonders die Antisemiten, so stimmen, wie sie es befehlen! Das. was uns hier der österreichische „Michel" vorsetzt, ist doch wahrlich Tollheit, aber ohne Methode. Dieser Fall verdient es, in die Reihe der antisemitischen Rekordleistungen aufgenommen zu werden. Er ist mindestens ebenso schön wie die einstige Behauptung des Professors Bartels, daß die Antisemiten die anständigste Partei sein sollen! Der von Dr. Huber zitierten Stelle liegt natürlich eine entsprechende Stelle aus der in den Sechzigeriahren des vorigen Jahrhunderts erschienenen, gegen die Selbstherrschafts- und Weltherrschaftspläne Napoleons III. gerichteten macchiavellistischen Schrift J o 1 y s, der Hauptquelle der ..Protokolle" zugrunde. B. Segel hat in seiner im Jahre 1924 im Philo-Verlage erschienenen Schrift „Die Protokolle der Weisen von Zion" auf den Seiten 82—113 die Parallelstellen aus den „Protokollen" und der Schrift Jolys einander gegenübergestellt: die Gegenüberstellung der von Dr. Huber zitierten Stelle aus den ..Protokollen" und der Stelle aus Jolys findet man dort auf Seite 95 am Anfang des Kapitels „Vom Präsidenten zum Selbstherrscher". Joly hat bekanntlich, auf der berühmten Schrift Macchiavellis „Principe' fußend, seinem Macchiavelli-Napoleon die Absicht unterleer, die Verfassung aufheben, sowie die Rechte des Parlaments, der Preise usw. beschränken zu wollen, um so ein selbstherrliches Regiment zu führen. Es ist gewiß nicht uninteressant festzustellen, daß Joly seinen Ausführungen dieselben Stellen aus Macchipvell's pnch vom ..Fürsten" unterlegt hat. auf die ietzt Mussolini und Pilsudski ihr faszistisches Regiment in ihren Vaterländern erfinden. Die Verfertieer der ..Protokolle" haben die betreffende Stelle bei Jolv in breiter und kindischer, zumeist in geradezu unsinniger Darstellung in dem Sinne umgemodelt. kann ohne Bedenken zur Zubereitung der Speisen Kunerol verwenden. Die Kunerol«£rzeugung steht bis zur Verpackung des gebrauchsfertigen Natur» fettes unter strengster Aufsicht des Herrn Bezirks» rabbiners S. Ehrenfeld zu Mattersburg. KUNEROL 100% REINES KOKOSNUSSFETT daß dem Zaren und seinen cbenialls geistig keineswegs hochstehenden besonderen Vertrauten der Glauben beigebracht werden sollte, die jüdischen Geheimmächte gingen damit um, den Zaren zu stürzen und die jüdische Weltmacht aufzurichten. Es verlohnte sich vielleicht der Mühe, den Weg zu verfolgen, der von Macchiavelli über das Buch von Joly zu den „Protokollen der Weisen von Zion" führt, doch dazu ist hier nicht der Ort. Dr. Huber, der in der angegebenen unsinnigen Weise den Reichspräsidenten von Hindenburg mit den „Geheimnissen der Weisen von Zion" in Verbindung bringt, hat, wie sein Doktortitel zeigt, eine wissenschaftliche Bildung an einer deutscheu Universität genossen. Sein Fall zeigt wieder einmal mit aller Deutlichkeit, wie derAntisemitismus auch wissenschaftlich gebildete Leute geistig und moralisch korrumpiert. Jugendliche Ursachen — antisemitische Wirkungen. Der durch die Herausgabe des B r a f m a n tischen „Buches vom K a h a 1" berüchtigte ordentliche Professor der Geographie an der Universität Hamburg, Dr. Friedrich Passarge, hat nunmehr einen zweiten Band zu diesem Machwerk herausgegeben, das im Hammerverlag Theodor Fritsch erschienen ist. Dieser zweite Band enthält einen erfolglosen Versuch Passarges, das durch ihn selbst im ersten Band widerlegte Kahal-Märchen zu stützen, ferner hat Passarge in diesem zweiten Band einige neue Begriffe erfunden, nämlich den „R a b b i n i s m u s'\ den „Rabbinasmus" und den „C h e s k e 1 h a IT, Absurditäten sondergleichen. Die „A b w c h r b l ä 11 e r'\ Berlin, berichten hierüber tinter anderem folgendes: „Auf Seite 367 macht Professor Passarge den „geistvollen" Unterschied zwischen Rabbinismus und Rabbinasmus und interpretiert ihn dahin: „Man sollte den bekannten Rabbinismus — diese fanatische orthodoxe Religion des Ghettos mit ihrem Cheskelhaß — trennen von dem Rabbinasmus

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