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Die Wahrheit · 1928-09-14 · Heft 37-38 (14.9.1928) · page 25

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1928
Issue
Heft 37-38 (14.9.1928)
Date
1928-09-14
Page
– (sequence 25)
Language
German
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tttß WAHRHElt Seite 25 aus Preßkies auf Korkisolierung, während das Verwaltungsgebäude mit Ziegeln abgedeckt ist. Für Gesimsabdeckung und Wasserabfallrohre gelangte Blech zur Verwendung. Als Fußbodenbelag wurde teilweise Marmor, teilweise Tonplatten gewählt. Die Amtsräume und Wohnungen, dann die Zimmer für die Funktionäre, für die Leidtragenden und für das Personale erhielten Brettelböden. Alle Wände in den Leichenhallen, in der Leichenkühlanlage, den Waschräumen, Aufbahrungszellen und Toiletten erhielten Fließenbelag. Sämtliche Baulichkeiten sind durch Blitzableiter gesichert. Die Kanalisation erfolgt durch ein weitverzweigtes Netz von Steinzeugröhren, die wegen des Fehlens eines städtischen Hauptkanales teils in Sickergruben, teils in Klärgruben münden. Für die Beheizung der Zeremonienhalle und ihrer Nebenräumlichkeiten wurde eine Zentralheizung im Souterrain derselben eingebaut Die Heizung der Halle selbst erfolgt mit ausströmender Warmluft, jene der Nebenräume mit Niederdruckdampf und Radiatoren. Alle übrigen Räume der Anlage sowie die Amtsräume im Verwaltungsgebäude werden lokal mit Gas, die Wohnungen mit Oefen geheizt. Eine dem Charakter des Baues angemessene, monumentale Ausgestaltung erhielt lediglich der Kuppelraum der Zeremonienhalle. Seine Wände sind bis auf ungefähr sieben Meter Höhe ab Fußboden mit polierten Platten aus dunklem Bleubeige Marmor belegt, die an architektonisch entsprechenden Stellen durch Gesimse aus Majolika belebt sind. Die Untersicht des Kuppelgewölbes ist reich kassettiert und elfenbeinfarben abgetönt. Als Fußbodenbelag gelangte rötlicher Salzburger Marmor und dunkler sogenannter belgischer Granit zur Verwendung. Aus diesem Material bestehen übrigens auch die Fußböden im Vorsaal und im Eingangsvestibule. Alle Türen und Fenster der Zeremonienhalle und ihren Nebenräumen sind aus Eichenholz und mit Bronzebeschlägeu versehen. Das Gestühl auf der Estrade und die Lamberien in den Räumen für Leidtragende sind in dunkelgebeizter Eiche ausgeführt. Die Beleuchtungskörper sind in Bronzeguß hergestellt. Die Verglasung der Fenster in der Kuppelhalle und der Oberlichte der Kuppel erfolgte mit Kathedralglas. Als Inschrift über der Estrade ist das bei Beerdigungsfeierlichkeiten vorgeschriebene Gebet „Hazur tomim" angebracht, die beiden Inschriften rechts und links der Estrade lauten: Rechts: mir abtt uro* ihdj -r>n arvoDtfö „Ich töte und belebe; verwunde und heile" (5. Buch Moses, 32, 39) Links: kshk ""focnö rrnw rnat \»t „Eingehen mögen in Frieden, Ruhe finden auf ihren Lagerstätten alle, die in Geradheit wandeln" (Jesaias 57, Auf drei großen Tafeln aus Salzburger Marmor, angebracht an der Stirnwand des Vorsaales der Zeiremonienhalle, sind zur bleibenden Erinnerung an die Entwicklungsgeschichte des Friedhofes und seiner Baulichkeiten folgende Texte eingemeißelt: Tafel links: „Unter dem Präsidenten Dr. Alfred Stern, den Vizepräsidenten Dr. Gustav K o h n und Hofrat Dr. Benjamin Rappaport und dieim Obmanne der Friedhofskommission Dr. Leopold Kohn wurde von der Israelitischen Kultusgemeinde Wien das Gelände für die Errichtung des neuen Friedhofes erworben und dieser Friedhof im Jahre 1917 seiner Bestimmung zugeführt." Tafel in der Mitte: „Während der Funktionsperiode des Kultusvorstandes für die Jahre 1924 bis 1928, in welcher dem Präsidium. Universiitätsprofessor Dr. Alois Pick als Präsident, Dr. Jakob O r n s t e i n und Dr. Josef Löwenherz als Vizepräsidenten und dem VeTtreterkoMegiiini Dr. Edwin Bader Dr. Jakob Ehrlich Dr. Desicter Friedmann Sigmund K a u d e r s Baurat Ing. Wilhelm Kempler Regierungsrat Dr. Hermann Oppenheim Wolf Pappenheim Dr. Leopold Plaschkes und Dr. Josef T i c h o als Mitglieder angehörten, konnte dank der Opfer Willigkeit der üememdemdtgliieder das kn Jahre 1917 begonnene, durch die Ereignisse des Weltkrieges und die- Not der Nachkriegszeit gehemmte Werk der Errichtung des neuen Friedhofes der Israelütischen Kultusgemeinde Wien durch die Erbauung dieses Zeremoniengebäudes nach den Plänen des Architekten Ignatz Reiser zu Ende geführt werden." Tafel rechts: „Dem für den Baiu dieses Zeremoniengebäudes eingesetzten Komitee gehörten an: Baurat Ing. Wilhelm Kempler, als Obmann, die Mitglieder des Kultusvorstandes: Sigmund Kauders als Obmann der Friedhofskommission, Kommerzialrat Bernhard B u c h w a 1 d Emil Engel Baurat Ing. Dr. Arnold K a r p 1 u s Kommerzialrat Max Markus Regiierungsrat Dr. Hermann Oppenheim Dr. Jakob Ornstein und Kommerzialrat Moritz Reif von den Aemtern der Kultusgemeinde die Amtsdirektoren und ersten Sekretäre: Regierungsrat Dr. Emil Adler und Regierungsrat Guido Fuchsgelb der Chef des Friedhofsamtes: Wilhelm F r e i s t a d t der Leiter des technischen Amtes: Zivil-Ing. Ernst L i n d n e r." Auf einer Marmortarel im Eingangsvestibüle isit das von jenen Personen zu verrichtende Gebet angebracht, welche den Friedhof durch 30 Tage raichit besucht haben. In der Südwand der Estradie wurde der Schlußstein versenkt, der die hebräische Inschrift trägt: was nein nrx?ön sbvn Die deutsche Uebersetzung lautet: „Das Werk ist vollbracht" 1928 — 5688 Ein besonderes Lob für das Gelingen des herrlichen Werkes, das dem Wiener Judentum zur größten Ehre gereicht, gebührt dem Amtsdirektor der Kultusgemeinde Herrn Reg.-Rat Guido Fuchsgelb. Er war seit Anbeginn unermüdlich tätig und der 9. September, an dem das Werk zum Abschluß gelangte, ist zugleich auch ein Ehrentag für Reg.-Rat G. Fuchsgelb. Aus seiner Feder stammt die schöne Denkschrift, die anläßlich der Einweihung zur Ausgabe gelangte und, mit prachtvollen Illustrationen geschmückt, die Geschichte und Bauten des Neuen Friedhofes anschaulich schildert. Wir haben dieser Denkschrift in unserer letzten, sowie in der vorliegenden Nummer mehrere Auszüge entnommen; sie werden unseren Lesern gewiß vor Augen führen, welch schwere Arbeit es zu leisten galt, bis „das Werk vollbracht" war. FLE ISCHH AUEREI^ SIEGMUND KORNMEHL WIEN IX., BERGGASSE NR. 1» FILIALE! XVIII., WAHRINQERSTRASSE NR. 99 Telephon Nr. A 17-3-99 und A 16-9-34 Lieferant für Hallanstalton Abteilung für Koscherfleisch IX., BipggassB IS and XVIII., iiliPioBiratrafiB 97 unter Aufsicht «tos eh rar. Rabbinatea aar lar. Kultusaemainda aTfaa. Sämtliche Fleischsorten von ausschließlieh Prima- Qualität zu den billigsten Marktpreisen

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