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Die Wahrheit · 1928-09-07 · Heft 36 (7.9.1928) · page 12

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1928
Issue
Heft 36 (7.9.1928)
Date
1928-09-07
Page
– (sequence 12)
Language
German
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§ejte 12 täffiMM^ DIE WAHRHEIT Anzeige, so daß eine Verfolgung durch das Gericht nicht stattfindet." Wenn die Polizei, wie aus dieser Nachricht hervorgeht, die richtige Ausfüllung der Rubrik ohnehin nicht genau nimmt, was übrigens sehr aufallend ist, wozu ist dann die ganze Rubrik gut? Die Religion eines Fremden wird sich — bei richtiger Ausstellung des Meldezettels — im Bedarfsfalle auch so eruieren lassen. Wie wir erfahren, wird der Zentraiverband der österreichischen Hoteliers demnächst an die kompetenten Stellen eine Eingabe richten, die bei der Reform des Meldewesens auch eine Streichung der Rubrik „Religion" verlangt, deren Ausfüllung als Vexation empfunden wird. Jüdische Abgeordnete auf der Interparlamentarischen Konferenz. An der vor kurzem in Berlin abgehaltenen Interparlamentarischen Konferenz nahmen mehrere jüdische Parlamentäre aus verschleder^n Ländlern lbil. Aus Umgarn waren drei prominente jüdische PersönMchkeäteji erschienen: das Oberhausmitglied und Chefredakteur des „Fester Lloyd", Josef Veszi, der Reichstagsabgeordaiate Dr. Geza Desy, das einzige jüdische Mitglied der Regierungskoalition, und der oppositionelle Abgeordnete d£r Budapeslter Leopoldstadt Doktor Eugen Gal. Aus Danzig erschien der Abgeordnete Kamnitz e r. Auch aus anderen Ländern waren jüdische Parlamentarier erschienen. Eine Hitlerische Sensation. Das Münchner Hitler-Organ „Völkischer Beobachter" weist auf eine Pressemeldung hin, wonach dler Chdkagoer jüdische Philanthrop Julius Rosenwald 20 Millionen Dollars für 3769 Negerschulen mit 15.000 Lehrern und 353.000 Kindern gcspendieit hätte und die Neger Amerikas deshalb beschlossen hätten, jährlich einen Feiertag für den „Vater des Volkes" einzuschieben. „Diese Schwarzen", fügt das Hitlerorgan hinzu, „sind das kommende Reichsbanner der U. S. A., falls die Amerikaner einst beginnen sollten, die jüdische Geldherrschaft abzuschütteln." Ueberschrieben ist die Notiz, die auf der ersten Seite in großer Aufmachung und mit fetten Lettern erscheint: „Die Nigger - Armee des All Judentums." — Auf die weiteren Enthüllungen über diese neueste Verschwörung sind wir furchtbar gespannt... Die Synagoge von Smolensk bleibt jüdische Andachtsstätte. Bekanntlich wurde die Große Synagoge von Smolensk auf Wunsch der kommunistischen jüdischen Arbeiterschaft in einen Arbeiiterklub verwandelt Wie nun dem JTA-Vertreter von maßgebender Stelle mitgeteilt wird, hat die hierfür zuständige obere Instanz Ln Moskau das Dekret der Umwandlung der Synagoge in einen Arbeiiterklub annulliert, so daß die Synagoge als jüdische Andaohitsstäitte erhalten bleibt. Den JudenblutschnüfHern ins Stammbuch. Unter den zahlreichen uns überlieferten Gesprächen mit Goethe findet sich ein Bericht dies Schweizer Pastors G. Geßner vom 22. Oktober 1797 (Biedermann, Gespräche FLEiSCHH AUERE»k SIEGMUNP KORNMEHL WIEN IX., BERGGASSE NR. 19 FILIALE i XVIII., WÄHRINGERSTRASSE NR. 97 Telephon Nr. A 17-3-99 and A 16-9-34 Lieferant für Hellanstalten Abteilung für Koscherfleisch IX., HtrggassE IS find XVIII., BahringBrströße 97 unter Aufsteht des ehrsr. Rabbinates der Isr. Kultusgemeinde Wien. Sämtliche Fleischsorten von ausschließlich Prima- Qualität zu den billigsten Marktpreisen r^hrf AinA FriBdlsiifler 2 DcutsA Iii nll llrlllr Ter. U 28-1-28 XI., Zentralf riedhoff, neben dem 1. Tor, Tel. U18-0-85 mit Goethe Nr. 528). Geßner versuchte Goethe auf dem Spaziergange zu begegnen und traf ihn endliich. Da beleihtet er: „Goethe kam, Stirn und Augen Moses, lauter Geist und Feuer..." Ich weise unsere Judensdhnüffler auf diese SlteMe hin; vielleicht ist sie ihnen eine Bestätigung ihrer These, daß Goethe dooh nicht reiner Arier sei, sondern einige Tropfen judenblut in seinen Adern habe. Russische Pogrom-Rekruten. Das Moskauer Organ der Jung - Kommunisten, „Konisomolskaja Prawda" berichtet, daß 60 betrunkene Rekruten der Roten Armee aus dem Städtchen Welika-Luki einen Pogrom gegen die jüdische Bevölkerung in Mohilew veranstaltet haben. Diese zukünftigen Soldaten der Roten Armee, schreibt die Zeitung, haben schon in den Eisenbahnwagen auf dem Wege nach Mohilew Huligan-Taten vollbracht. Bei der Ankunft in Mohilew stürmten sie sofort ein jüdisches Wurstgeschäft und mißhandelten den Besitzer in brutalster Weise. Dann zerstörten sie ein jüdisches Hutgeschäft. Einen jüdischen Kürschnermeister peinigten sie in der unerhörtesten Weise und warfen seine Pelzmützen in eine Jauchegrube. Später stürmten sie die Straßenbahnwagen und warfen alle jüdischen Fahrgäste hinaus. Jüdische Straßenpassanten wurden brutal mißhandelt, die gesamte jüdische Bevölkerung terrorisiert. Darauf zerstörten sie die Inneneinrichtung eines Arbeiterklubs. Dann stürmten sie den Bahnhof und wollten der Bahnwache das Gewehr entreißen, um sich bewaffnet gegen die jüdische Bevölkerung zu wenden. Endlich traf eine Abteilung Miliz ein, die die Rekruten-Huligans umzingelte und abführte. „Komsomolskaja Prawda" tadelt es. daß die Mohiälewer kommunistische Organisation versucht hat, den Pogrom totzuschweigen und daß die kommunistische Zeitung von Weliko-Luki. „Nasch Putj", sich geweigert hat, einen Bericht darüber abzudrucken. „Komsomolskaja Prawda" hat es für notwendig befunden, einen speziellen Korrespondenten nach Mohilew zu entsenden, der die Angelegenheit untersucht hat. Die Zeitung fordert strengste Bestrafung aller Schuldigen. Femer sollen die Leiter der kommunistischen Organisation in Mohilew und Weliko-Luki sowie der Redakteur von „Nasch Putj" wegen des Totschweigens der Angelegenheit zur Verantwortung gezogen werden. 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