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Die Wahrheit · 1928-09-07 · Heft 36 (7.9.1928) · page 9

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1928
Issue
Heft 36 (7.9.1928)
Date
1928-09-07
Page
– (sequence 9)
Language
German
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DIE WAHRHEIT MMU^^ $efte $ II.« HollandstraBe 14 Wollen Ste S^lMT &*mt SPCiSCIl?? Versuchen Sie die seit 60 Jahren bestehende Telephon R 42-3-70 und hesfrenommlerte -raft Küche im Telephon D 42-3 TO HOTEL-RESTAURANT „GUTH" Arrangiert jedes festliche Ereignis, in jeder Preislage in und außer Hause unter Beistellung von geschultem Personale und vollständigem Service Prachtvolle geräumige Säle ihr Hochzeiten, vereine und Gesellschatten Verwendung von nur Prima Gansfette — Mittags- und Abendmenfi zu S 2*20 und S 3*20 Palästinaweine vom Faß Zum Besuche ladet höflich ein Schwechater Bier JoSCl Gllttl, Hotelier UDO RCStäUTateUT Cf i CTTQ i\. Die „Reichspost" schreibt in einem Artikel über die utopistischen zionistischen Pläne in Palästina u. a.: „Selbstbewußter konnte eine Kolonisation nicht begonnen werden, als nach dem Weltkriege und unter dem Schutze des britischen Mandats die zionistische Besiedlung Palästinas. Als der Vatikan seine warnende Stimme erhob und Rücksicht dafür begehrte, daß Palästina auch das Land der heiligen Stätten der Christenheit sei, antwortete die zionistische Presse mit unfreundlicher oder hochmütiger Gest e." Man kann es der zionistischen Presse überlassen, sich mit Herrn Dr. Funder über die antizionistischen Tendenzen seines Artikels auseinander zu setzen, aber eines soll sich die „Reichspost" vom allgemein jüdischen Standpunkte gesagt sein lassen: Man kann schwerlich eine häßlichere, aufreizendere Bemerkung ersinnen, als die, daß es irgend einem Juden einfallen könnte, die Forderung der ehrfurchtsvollsten Rücksicht für die heiligen Stätten der Christenheit mit „unfreundlicher oder hochmütiger Geste" zu beantworten. so unchristlichen Ergüsse, die jedes menschliche Gefühl auf das tiefste verletzen müßten, hat die Reichspost" noch keine gefunden. & & Was vom „christlichen Standpunkte" gegen diese antisemitische Presse zu sagen wäre? Im Jahre 1887 schrieb einer der edelsten und gelehrtesten Priester Dr. Theodor Haase in einer nun wohl schon verschollenen Schrift u. a.: „Vom christlichen Standpunkte aus — hier kommt die besondere christliche Konfession absolut nicht in Betracht — kann der Antisemitismus immer und immer wieder nur als eine Verhöhnung der Grundwahrheiten des Evangeliums, als eine Versündigung an der christlichen Moral, als eine Verleugnung des Ursprunges des eigenen religiösen Bekenntnisses, als eine Verletzung der Pietät, welche wir der Person des Erlösers und seiner Apostel schulden, als eine Erniedrigung des eigenen Gottesdienstes angesehen werden. Wir beschimpfen, indem wir die Juden hassen, den Erlöser, das Christentum, unsere Kirche, unseren Glauben, unseren Gottesdienst, unsere frommen Bräuche, uns selbst." Vielleicht erinnert sich die „Reichspost" gelegentlich, wenn die hakenkreuzlerische Presse sich in Beschimpfungen des Alten Testamentes ergeht, dies — Neuen Testamentes! Wir wüßten der „Reichspost", wenn es ihr um die Schonung religiöser Gefühle zu tun ist, für ihre Belehrungen eine gute Adresse anzugeben. Die „Deutsche Arbeiterpresse" schleudert in ihrer Nummer vom 1. September wieder die greulichsten Beschimpfungen gegen den „Jahwe-Kult". Buchstäblich ist da u. a. zu lesen: „Wie heißt es doch? Du sollst Vater und Mutter ehren. Warum? Weil dein Gemüt dich zur Ehrfurcht vor deinen Eltern treibt? Nein, sagt Jahwe, sondern darum, „daß es dir wohlergehe auf Erden". Von einer seelischen Befriedigung, von einem sittlichen Glücksgefühl wußten die Juden nichts und hätten mit solchen Dingen, wenn sie ihnen als Lohn verheißen worden wären, nichts anzufangen gewußt. Der Jude hat nichts Seelisches, was einen Menschen vom Tiere unterscheidet . . ." Das ist aber noch eine der zahmsten Stellen aus dem Artikel, der zahllose Unflätigkeiten enthält, die kaum wiederzugeben sind. Die „Reichspost" ist bei mehr als einer Gelegenheit der „Deutschen Arbeiterpresse" zu Hilfe gekommen. Brandmarkende Worte für ihre antisemitischen und eben- Ein Professor namens Gregor Schwartz- Bostumitsch veröffentlichte kürzlich ein Buch, welches den Antisemiten zumutet, an die Authentizität eines von der „jüdischen Geheimregierung" an die „Kinder Israels" gerichteten Aufrufes zu glauben, der u. a. folgenden Passus enthält: „Die Stunde unseres endgültigen Sieges ist gekommen. Wir stehen am Anfang unserer Weltherrschaft usw. usw." Wenn „Professor Gregor Schwartz Bostumitsch" nicht die volle Berechtigung hätte anzunehmen, daß sein Buch schließlich auch nicht trottelhaftere Erfindungen bietet als die „Protokolle der Weisen von Zion", könnte man glauben, daß er sich in eine törichte Spekulation eingelassen hat. Aber wie die Sache liegt, dürfte der Herr Professor ein gutes Geschäft machen. * * * Der junge Horthy ist selbstverständlich mit Zustimmung seines Vaters Vizedirektor der Britisch- Ung.-Bank geworden. Es ist wahrhaft erfreulich, daß der ungarische Reichsverweser sich so erfolgreich bemüht, die lügenhafte Behauptung, daß die Juden alle leitenden Stellen bei den Banken usurpieren, zu widerlegen.

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