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Die Wahrheit · 1928-08-31 · Heft 35 (31.8.1928) · page 13

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1928
Issue
Heft 35 (31.8.1928)
Date
1928-08-31
Page
– (sequence 13)
Language
German
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DIE WAHRHEIT üöimHmifflfflmiinnmimifflmfflniiimmmnniminii Seite 13 anstalten gestellt und von beiden erfüllt werden?" (vieröffentlkht in der vom Verband der jiüdiischen Lehrervereine im deutschen Reiche herausgegebenen Denkschrift „Zur Frage der Lehrerbildung"), ebenso einen — mit großem Beifall aufgenommenen — Vortrag: „Die Bedeutung der Bibel für die religiös-sittliche Bildung der Jugend". Auch' die anderen Vorträge, die er in Vereinen, Verbänden, Logen und ähnlichen Organisationen gehalten hat, sind über den Kreis der Zuhörer hinaus, für die sie zunächst bestimmt waren, in die weitere Oeffentlichkeit gedrungen. Im Auftrage der Großloge für Deutschland des U. O. B. B. leitete er bis zum Ausbruch des Weltkrieges, wo er sein Erscheinen einstellen mußten den monatlichen „Wegweiser für die Jugendliteratur". Von seiner Gemeinde Magdeburg, die man dank der festen Verwurzelung in ihr wohl seine zweite Heimat nennen darf, erhielt er den Auftrag, ihre Geschichte zu schreiben, eine Aufgabe, die er ohne nennenswerte1 Vorarbeit — lediglich G ü d em a n n, der Rabbiner dieser Gemeinde von 1862 bis 1867 war, um nachher einem ehrenvollen Rufe nach Wien zu folgen, hatte ein Büchlein „Zur Geschichte der Juden in Magdeburg" verfaßt — mit einer tabellarischen Darstellung in Angriff nahm, um sie später mit der „Geschichte der Juden in Magdeburg" zum Abschluß zu bringen. Nach seiner vor etwa einem Jahrzehnt erfolgten Versetzung in den Ruhestand hat unser Jubilar gleichwohl nicht geruht, sondern — immer der Alte, der Unermüdliche — emsig und unverdrossen gewirkt und, wie er es in seiner bescheidenen Art heißt, „Lesefriichte" auf den verschiedensten Geistesgefilden gesammelt und sie in Beziehung zu Judentum und Judenheit gesetzt. Mit besonderer Betonung sei da seine hingebungsvolle Arbeit für das „Jüdische Wochenblatt für Magdeburg und Umgegend", das Organ der dortigen Gemeinde, erwähnt, dessen leitender Redakteur er eine Zeit lang war und dessen literarischen Teil er heute noch versorgt. Diese Würdigung des Lehrers und Gelehrten, des Schriftstellers und Schriftleiters, des Vortragenden und Geschichtsschreibers wäre aber ganz unvollständig, gedächte sie auch nicht des — um es gleich zu sagen — vorzüglichen Menschen, der Persönlichkeit. Schließlich empfängt doch alles Schaffen Wert und Wirkung von dem Schaffenden her, der hinter dem Schaffen steht, ja, über dem Scharfen steht. Und wenn, nach einem Worte des Talmuds, Gott das Herz verlangt, so werden wir für die Würdigung einer echten, rechten Persönlichkeit Charakter verlangen dürfen und müssen. Eine solche Persönlichkeit, einen solchen Charakter verehren wir in unserem Fünfundsiebzigjährigen. Wir schätzen an ihm die Graldheit seines Lebensweges, die Schlichtheit und Wahrhaftigkeit seines Wesens, dieses Einssein von Lehre und Leben, dieses ungebrochene „Ganzsein mit dem Ewigen, Deinem Gotte", wie die Lehre Israels es heischt. Wir erkennen und, was mehr ist. wir anerkennen in ihm den treu- und warmherzigen, selbstlosen Freund, der wie selten einer Freundschaft zu pflegen weiß, dem Gutsein ein Teil des Frommseins bedeutet, der im wahren Sinne des Wortes ein „guter JvirJe" ist und das heißt ein guter Mensch. Von Abraham lesen wir, daß Gott ihn im Alter von-75-Jahren berief und zu seinem Werkzeuge erkor. Unser Jubilar hat seine Berufung schon vorher erhalten und ausgeübt. Wir wünschen ihm aber, daß jetzt, wo er in das Beruiungsalter Abrahams eintritt, sich seine Kraft erneuere und verjünge und noch lange Jahre vorhalte, ihm und den Seinen zur Befriedigung und dem Judentum und der Menschheit zur Ehre und zum Nutzen! Rabbiner Dr. Haipersohn - Breslau. Salzburg. Wie wir erfahren, verläßt Herr Rabbiner Dr. M. P a p o nach ersprießlicher Wirksamkeit Salzburg, zum größten Bedauern der dortigen Gemeinde, wo er sich viele Freunde erworben, um eine Lehrstelle in Wien zu übernehmen. Das 40jährige Amtsjubiläum Dr. Zieglers. Mittwoch, den 15. August, feierte die Karlsbader Gemeinde das 40jährige Amtsjubiläum des allverehrten Rabbiners, des Herrn Professors Dr. J. Z i e g 1 e r, in solenner Weise. Am Vorabend des Jubiläumstages versammelte sich die Repräsentanz der Kultusgemeinde zu einer Festsitzung, in der der Vorsteher Herr Dr. Karl Moser, in freudig bewegten Worten die Verdienste des Jubilars um das Aufblühen der Gemeinde schilderte und ihm die Glückwünsche der Repräsentanz übermittelte. Ein Jubiläums-Komitee unter der rührigen Leitung des Herrn Emil Koretz sammelte bei den Gcmeindemitgliedern zirka 70.000 tschech. Kronen als Jubiläumsgabe für das Lebenswerk des Dr. Ziegler, das zu errichtende jüdische Altenheim. Auch die Kultusgemeinde widmete diesem Zwecke 50.000 tschech. Kronen, zahlbar in fünf jährlichen Raten. Namhafte Beträge wurden auch von anderen jüdischen Korporationen und Kurgästen gespendet. Die Hauptfeier bildete der Festgottesdienst, abgehalten um 11 Uhr vormittags in der blumengeschmückten Synagoge. Die Zu Rosch - Haschonoh gratulieren Sie allen Ihren Verwandten, Freunden, Bekannten, Kunden und Gästen in der Neujahrstestnummei der „WAHRHEIT" Sie ersparen damit Mühe. Porto und Zeitaufwand! Da im vorigen Jahre infolge verspäteten Einlangens viele Auftiäge keinen Raum mehr rinden konnten, bitten wir, uns die geschätzten Aufträge schon jetzt zu erteilen. Muster : Anläßlich des Rosch-Haschonoh-Festes entbieten hier, mit ihren Verwandten und Freunden die herzlichsten Gluckwünsche (Einfaches Feld) Eugen Rottmann und Familie III., Marxergasse 6 Ausschneiden! — An die Administration »DIE WAHRHEIT", Wien II., Heinestraße 13 Ich bestelle hiermit einen Rosch-Haschonoh-Glückwunsch a) Einfaches Feld zum Preise von S 6'— b) Doppelfeld zum Preise von S 12 — Textangabe:........................................................... U.iterschrifc :

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