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Die Wahrheit · 1928-08-31 · Heft 35 (31.8.1928) · page 14

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1928
Issue
Heft 35 (31.8.1928)
Date
1928-08-31
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 14 aiiiiiinniiHiuraniBiiininiiraiiiüuiuüiiiiiiii DIE WAHRHEIT staatlichen und städtischen Behörden sowie die Karlsbader Logen und Vereine entsendeten Vertreter. Deputationen kamen auch von den Kultusgemeinden Marienbad, Franzensbad, Eger, Teplitz, Saaz, Komotau, Falkenau und Kaaden. Auch die 'Großloge U. O. B. B. sowie der Verband der Kultusgemeinden mit deutscher Geschäftssprache waren vertreten. Die Festrede hielt Herr Rabbiner Dr. Julius Bach aus Wien. In einer rhetorisch wie inhaltlich hervorragenden Predigt huldigte er dem Jubilar und schilderte ihn als Rabbiner und Führer der Gemeinde, als Mann der Wissenschaft und als Altruisten und Organisator der sozialen Fürsorgetätigkeit in Karlsbad. Diese wohldurchdachte und formvollendete Predigt machte auf die Zuhörer tiefsten Eindruck. Herr Direktor Blau, ein intimer Freund und Schulkollege des Jubilars, überbrachte die Grüße und Glückwünsche des Franz- Josef-Rabbiner-Seminars in Budapest, in dem Dr. Ziegler zum Rabbiner ausgebildet wurde. In einer interessanten und geistreichen Rede führte er aus, daß der Rabbinerberuf ein direkter Fortsetzer der Prophetentätigkeit und nicht der Priesterschaft sei und erläuterte die hohe Bedeutung dieses Berufes für die Erhaltung des Judentums. Tief bewegt dankte zum Schlüsse der Jubilar für die Huldigungen. In einer ergreifenden, zu Herfen gehenden Rede gab er einen kurzen Ueberblick über seine 40jährige Amtstätigkeit und über die Umstände und Verhältnisse, unter denen er sein Amt ausübte. Zum Gelingen der Feier trug in ausgezeichneter Weise der harmonisch wirkende Chor unter der Leitung des Chordrrigenten, des Herrn Sekretärs Weißmandl, bei. Besonders hervorzuheben wären auch die hervorragenden Gesangsleistungen der Herren Oberkantoren L ö v i n g e r und P e r 1 m a n n, sowie die Mitwirkung des Herrn Prof. L e dv i n a von der Musikakademie in Preßburg und des Violin- und Cellosolisten der Kurkapelle „Pupp". Alles in allem eine schöne und erhabene Feier, die allen Teilnehmern lange in Erinnerung bleiben wird. J. B. Asilo Israelltico. Das Genesungsheim des Vereines „Asyl für mittellose kranke Israeliten. Meran" wird heuer, wie alljährlich, am 15. Oktober eröffnet Gesuche um Aufnahme sind zu richten an: Asilo Israelitico (Genesungsheim), Merano, Italien. PazmanitentempeL Der allgemeine Verkauf der wenigen restlichen Tempelsitze beginnt Sonntag, den 2. September von 10 bis 12 Uhr; an Werktagen von 2 bis Uhr im Tempelgebäude, IL, Pazmanitengasse 6 (Sekretariat). Gottesdienst. Der Verein „Wohlfahrt" zur Erhaltung der im Jahre 1843 gegründeten israelitischen Kinderbewahranstalt veranstaltet in den neurenovierten Prachtlokalitäten der Kinderbewahranstalt. Wien. IL, Schiffamtsgasse 15. wie alljährlich auch heuer anläßlich der hohen Feiertage einen Festgottesdienst unter Mitwirkung erstklassiger Kantoren. Restliche Karten sind während der Amtsstunden im Sekretariate der Kinderbewahranstalt zu haben. Telephon R 42-2-51. Todesfall. Am 27. d. M. wurde der langjährige und verdienstvolle Tempelvorsteher des Prater-Bethauses T e f i 1 a t Ii Jeschurun Herr S. L. Bergmann im 67. Lebensjahre zu Grabe getragen. Der Verstorbene war ein tief religiöser Mann, der sich wegen seines trefflichen Charakters wohlverdienter Achtung erfreute. Bescheiden und liebenswürdig als Mensch, hat er sich die Verehrung weiter Kreise erworben und kam diese Verehrung auch bei seinem Leichenbegängnisse zum Ausdruck. Schon die Einholung der Leiche vom Trauerhause fand unter außerordentlich großer Beteiligung statt, und bewegte sich der imposante Zug als Zeichen besonderer Ehrung für den Verstorbenen nach der hellbeleuchteten Synagoge des Bethausvereines „Tefilath Jeschurun" in der Sebastian Kneippgasse. — Bei dem am neuen Friedhofe stattgefundenen Leichenbegängnisse scharte sich ebenfalls der Gesamtvorstand und zahlreiche Mitglieder des Tempelvereines unter Führung des Präsidenten Heinrich Edelstein, des Vizepräsidenten Adolf Deutsch und der Tempelvorsteher David Waldmann und Ch. U e b e r s f e 1 d um den Sarg des Verewigten. Herr Schriftführer Leopold Altholz dankte im Namen des Gesamtvorstandes tiefbewegt dem Verblichenen für dessen langjährige hingebungsvolle Tätigkeit im Dienste des Tempelvereines und versicherte, daß der Verein solche hervorragende Leistungen stets in ehrenvoller Erinnerung behalten werde. Das Moskauer Jüdisch-akademische Theater. Die Mitglieder des Moskauer Jüdisch-akademischen Theaters sind unter der Leitung von Alexis Granowsky in Wien eingetroffen. Die Truppe besteht aus vierzig Personen. Sie reist mit ihren eigenen aparten Dekorationen und Kostümen. Das Gastspiel, dem mit nicht geringen Erwartungen entgegengesehen wird, beginnt Freitag, den 31. d., um 2^8 Uhr abends im Carltheater mit der musikalischen Komödie „200,000" nach Scholom AI ei ehem. Die Musik zu „200,000" ist von Leo Pulver. Um Mißverständnissen vorzubeugen, sei darauf hingewiesen, daß die Gesellschaft sich eines allgemein verständlichen deutsch-jiddischen Idioms bedient. Aus Bad Hall wird uns gemeldet: Die Ueberfüllung in Bad Hall nimmt trotz des herannahenden Herbstes noch immer nicht ab. Eine Sensation gab es am 20. August im Kurtheater, da es einem jüdischen Komitee gelang, zugunsten der armen Kurbedürftigen den hier zur Kur weilenden Herrn Konzertdirektor Josef Koller, als Komiker von den „Budapestern" noch in bester Erinnerung, Herrn Oberkantor Gerson Marguli e s als Opernsänger und die aus Wien telegraphisch berufene Konzertpianistin Gretl Koller, die vielen der Kurgäste vom Radio und Konzerthaus bestens bekannt war, zu gewinnen. Das volle Haus bejubelte die einzelnen Darbietungen. Zuerst ein Konzertteil, in welchem Gretl Koller Rachmaninoff, Moszkowsky und Liszt spielte. In Liszt VIII. Rhapsodie zeigte sie besonders ihre künstlerisch auf hoher Stufe stehenden Qualitäten. Der Anschlag dieser jungen Künstlerin, der Ton, den sie aus dem Instrument holte, begeisterte die Menge, die sie wiederholt vor die Rampe rief und Zugaben erzwang. Die Begeisterung steigerte sich noch durch ihre feinfühlige Begleitung des nun folgenden Opernsängers Gerson Margulies. Als guter Sänger ist Oberkantor Margulies wohl bekannt, jedoch seine Arien aus Halewys „Jüdin", Puccinis „Tosca", in italienischer Sprache gesungen, waren herrlich. Sein schöner Tenor, die hohe Schule des Gesanges reiht ihn in die erste Reihe unserer Größen. Er mußte immer Zugaben leisten und besonders seine jüdischen Lieder wurden bejubelt. Es war ein hoher künstlerischer Genuß. Dasselbe gilt von dem zweiten, dem Theaterteil, wo Josef Koller in einem Einakter drei verschiedene meisterhaft gesehene und gezeichnete Charakterrollen, blitzschnell von Kopf bis Fuß verwandelt, darstellte und äußerst komisch wirkte, so daß das Publikum in heiterster Stimmung das Haus verließ. In dieser Komödie fiel auch Herr Erwin Lehndorf angenehm auf. Hijglcnisdies Kdnigsllclit Seit vielen Jahren das anerkannt beste M^-ntMM Man achte auf die ges. gesch. Harke .Hygien. Königslicht* und Name Schulz Fabrik und Büro; Wien XIV., Braunhlrschengasse 3 Telephon P 33-1-87

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