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Die Wahrheit · 1928-08-24 · Heft 34 (24.8.1928) · page 13

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1928
Issue
Heft 34 (24.8.1928)
Date
1928-08-24
Page
– (sequence 13)
Language
German
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DIE WAHRHEIT T »»»»"»niininiiiniuiiiulM Seite 13 WkbdMctiiwfitenfiirTkWahhätl VmIDsAeZtllDochc Es enthält folgende Aufsätze: Die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden. Rückblick — Gegenwartsbericht — Ausblick. Von Dr. Friedrich 011 e n d o r f. Der Orden Bne Briss. Jüdische Wohlfahrtspflege in und nach dem Kriege 1914—1928. Von Dr. Alfred Q o 1 d s c h m i d t. Die soziale Arbeit des Jüdischen Frauenbundes im letzten Jahrzehnt. Von Hannah Karminski. Ein Jahrzehnt der Wohlfahrtspflege des Deutsch- Israelitischen Gemeindebundes. Von Dr. Wilhelm N e u m a n n. Aus der Tätigkeit des Hilfsvereins der deutschen Juden in den letzten 10 Jahren. Von Dr. Mark Wischnitzer. Jüdische Wanderfürsorge und Arbeitsnachweis. Von S. Adler- Rudel. Durch die ausführlichen Darstellungen erhalten wir ein anschauliches Bild von dem Werden und Wesen der jüdischen Wohlfahrtspflege in Deutschland, von der Zusammenfassung aller Kräfte zur Bewältigung mannigfaltiger und großen entstandenen Aufgaben und von den Leistungen der einzelnen Organisationen auf allen Gebieten der sozialen Fürsorge. Ein Nachruf für die am 14. Mai d. J. verstorbene Frau Henriette May, Mitbegründerin und stellvertretende Geschäftsführerin der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden von Frau S. Wronsky sowie ein Nachruf von Dr. Wischnitzer für Herrn Dr. Paul Nathan, bringen von neuem zum Bewußtsein, welche Verluste die jüdische Wohlfahrtspflege in der letzten Zeit erlitten hat. Schließlich ist in dem Heft der Zedakah noch ein, durch den Erlaß des Gesetzes zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten besonders bedeutungsvoller Aufsatz von Rabbiner Dr. Eschelbacher -Düsseldorf über „Jüdische Weltanschauung und Verhütung der Geschlechtskrankheiten" enthalten. Die Zedakah ist bei der Geschäftsstelle der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, Berlin-Charlottenburg 2, Kautstr. 158. II., zum Preise von Mk. 1.50 für das Heft zu beziehen. ■V Zu Rosch - Haschonoh gratulieren Sie allen Ihren Verwandten, Freunden, Bekannten, Kunden und Gästen in der Neujahrsfestnummer der WAHRHEIT IC ff Sie ersparen damit Mühe. Porto und Zeitaufwand! Da im vorigen Jahre infolge verspäteten Einlangens viele Aufträge keinen Raum mehr finden konnten, bitten wir, uns die geschätzten Aufträge schon jetzt zu erteilen. Muster: Anläßlich des Rosch-Haschonoh-Festes entbieten hier, mit ihren Verwandten und Freunden die herzlichsten Glückwünsche (Einfaches Feld) Eugen Holtmann und Familie III., Marxergasse 6 Ausschneiden! An die Administration „DIE WAHRHEIT", Wien IL, Heinestraße 13 Ich bestelle hiermit einen Rosch-Haschonoh-Glückwunsch a) Einfaches Feld zum Preise von S 6"— b) Doppelfeld zum Preise von S 12 — Textangabe:................................................................... Unterschrift: | Landesrabbiner Dr. Fuchs. I Von Dr. Felix Kanter, Zwittau (Mähren). Einen schweren, unersetzlichen Verlust hat das Judentum in Luxemburg erlitten. Am 21. Juli 1. J. hauchte der langjährige Seelsorger der jüdischen Gemeinde in Luxemburg, Herr Dr. Samuel Fuchs, plötzlich seine Seele aus. Dr. Fuchs, der sich der größten Achtung und Wertschätzung in allen Schichten und Kreisen des Großherzogtums Luxemburg erfreute, erreichte ein Alter von kaum 52 Jahren. An den kommenden hohen Feiertagen sollte er sein 25jähriges Airitsjubiläuni als großherzoglicher Landiesrabbiner feiern, ein unerbittliches Schicksal hatte es aber anders beschlossen. Nun steht eine ganze Gemeinde am frischen Grabe ihres Führers, ihres Freundes, ihres Beraters in tiefer Trauer. Der Verblichene war ein Seelsorger im wahrsten Sinne des Wortes, bescheiden, friedfertig, hilfreich und gut gegen jedermann und stand in hohem Ansehen nicht nur bei seiner Gemeinde, sondern auch bei der gesamten Bevölkerung bis hinauf zum großherzoglichen Hause, das ihm über das Grab hinaus Zeichen außerordentlicher Hochschätzung gegeben hat. wie sie in unserer Zeit selten nur einem Rabbiner zuteil werden. Auch auf wissenschaftlichem- Gebiete hat Doktor Fuchs Hervorragendes geleistet. Von Jugend auf widmete er sich dem Studium der assvrischen und babylonischen Keilinschriften, auf welchem Gebiete er bald als Autorität galt. Ebenso hat der Verstorbene als Talmudforscher sich erfolgreich betätigt und heute noch sind seine Studien über talmudische Rechtsurkundien, die in Kohlers „Zeitschrift für vergleichende Rechtswissenschaft" und in den „Mitteilungen" des Seminars für orientalische Sprachen zu Berlin erschienen, geschätzt. Durch eigenen Fleiß und eigene Tüchtigkeit hatte sich Dr. Fuchs emporgearbeitet und einen Namen in der wissenschaftlichen Welt geschaffen, die nun den Verlust eines ihrer Großen beklagt. Noch vor ungefähr drei Jahren, als der Engel dies Todes bereits seine Fangarme nach ihm auszustrecken begann, schrieb mir der Verblichene, daß er beabsichtige, die Sommerferien in Paris an der Sorbonne zu verbringen, um dort Vorlesungen über verschiedene Zweige der jüdischen Wissenschaft zu hören und seine wissenschaftlichen Studien fortzusetzen. Es dürfte überhaupt kaum eine Neuerscheinung auf jüdisch-wissenschaftlichem Gebiete geben, die nicht sein Interesse im höchsten Maße erregt hätte, obwohl er von seinem Amte voll und ganz in Anspruch genommen war. Mit Recht schreibt daher das „Luxemburger Tageblatt" in seinem Nachruf vorn 24. Juli: „Diejenigen, die in ihm den Religionsvorsteher hatten, können stoilz sein, daß dieser Mann sich zu ihnen bekannte. Und auch jene, welche ihn seit seiner 25jährigen Anwesenheit in Luxemburg gekannt haben, ohne zur israelitischen Gemeinde gehört zu haben, müssen sich tief, tief vor der Bahre beugen, auf welcher ein ganz Großer schlummert. Dr. Fuchs war eine jener Elitenaturen, wie man sie nur selten

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