Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1928
- Issue
- Heft 34 (24.8.1928)
- Date
- 1928-08-24
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Seite 14 ■■ luuiiiiiuitiiiniiiiiHnniMinnniiiininiiniiMummtiüiiHiuiimuitmiiJUiiiJHiinnnHim dje WAHRHEIT Iii * ¥ v 'l A *. r i' :* i \ antrifft, groß als Mensch und groß als Herz und Seele." > ■ Die Beliebtheit, deren sich der verstorbene Landesrabbiner erfreute, kam besonders beim Leichenbegängnis zum Ausdruck, an dem Vertreter aller Aemter und Behörden, der Flügeladjutant dter Oroßherzogin Major Spiller als Vertreter des großherzoglichen Hauses, Minister D u m o n t, ein Vertreter der Regierung iL v. a. teilnahmen. In diesen Zeilen schmerzlichen Gedenkens sei auch meiner Wehmut ein bescheidener Raum gewährt, der ich mit den Worten Ausdruck verleihen will, die einst ein Dichter auf den Tod seines besten Freundes schrieb: „Sie haben einen großen Mann verloren, mir aber war er — mehr." Auszeichnung Dr. Paul Zifterers. Der bekannte Novellist und Kritiker Dr. Paul Z i f f e r e r, ein Jude, seit einigen Jahren Presseattache bei der österreichischen Gesandtschaft in Paris, wurde vom Präsidenten der französischen Republik durch Verleihung des Offizierskreuzes der Ehrenlegion ausgezeichnet. Ehrung des Großrabbiners Dr. Simon Hevesi. Die Pester israelitische Religionsgemeinde bereitete dem Großrabbiner Dr. Simon Hevesi, der vonschwerer Krankheitgenesen ist und nach mehrmonatiger Abwesenheit seine Tätigkeit in der Hauptsynagoge wieder aufgenommen hat, eine herzliche Feier. Gemeinde- und Tempel Vorstellung, sowie die Rabbinerschaft empfingen ihn am Tempeleingang und begrüßten ihn im Namen der Gemeinde. t—9—& KONKURS lllllllllllllll Bei der israelitischen Kultusgemeinde in Pilsen gelangt die Stelle eines Oberkantors! : : i 2 : i : zur sofortigen Besetzung. Musikalisch gebildete, mit der Liturgie und dem Thoravorlesen vollkommen vertraute Reflektanten mögen ihre entsprechend belegten Gesuche nebst Photographie längstens bis 1. September 1928 an den Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde in Pilsen einsenden. Bewerber, die an den hohen Feiertagen Probevortrag halten können, werden entsprechend berücksichtigt. Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Pilsen. den 15. August 1928. Der Sekretär: Gustav R e i c h n e r. Der Präsident: Dr. Max Hütt er. 60. Geburtstag. Am 2. August wurde TheodorWolff. der Chefredakteur des „Berliner Tageblatt", 60 Jahre alt. Theodor Wolff, ein guter Jude, ist ein ungewöhnlich begabter Stilist, alle seine Aufsätze sind wundervoll abgerundet und bilden Musterstücke deutscher Prosa. Von einem unbeirrbaren Rechtsgefühl getragen, hat er seine Feder in vier Jahrzehnten immer dort eingesetzt, wo das Recht gebeugt wurde und eine Minderheit vergewaltigt werden sollte. Wenn irgendwo in der Welt die Gewalt sich erhob, um das Recht zu beugen, hat Theodor Wolff niemals geschwiegen. Daß Theodor Wolff jedesmal seine Stimme erhoben hat, wenn irgendwo in der Welt rohe Gewalt sich gegen Juden verging, soll besonders lobend hervorgehoben werden. Theodor Wolffs leidenschaftlicher Kampf gegien den Antisemitismus entsprang aber, was ihm hoch angerechnet werden muß, nicht ausschließlich oder vorwiegend aus Liebe zum Judentum, sondern wenn er den Antisemitismus abgewehrt hat, so tat er es aus der Erkenntnis, daß die Interessen des deutschen Volkes von den Judengegnern verletzt werden, und aus der weiteren Ueberzeugung, daß alle ethischen und sittlichen Begriffe der Menschheit von den Antisemiten vergewaltigt werden. Tempelbrände in der Tschechoslowakei. In dem westmährischen Städtchen O 1 i s c h a n vernichtete eine Feuersbrunst die dortige 800 Jahre alte Synagoge, einen Holzbau, der als solcher das älteste jüdische Baudenkmal darstellte. Olischan besitzt einen vor mehr als 1000 Jahren angelegten jüdischen Friedhof. Die jüdische Gemeinde dieses Ortes, die noch vor 100 Jahren die Hälfte der Gesamtbevölkerung ausmachte, hat sich schon vor Jahrzehnten aufgelöst. — Am Freitag, dem 10. August, nachmittags, entstand infolge eines Kurzschlusses in der elektrischen Leitung im israelitischen Tempel zu Mährisch-Ostrau ein Brand, der schnell um sich griff, den ganzen Dachstuhl und einen großen Teil des Inneren des Gebäudes einäscherte. Durch das geistesgegenwärtige Eingreifen des Tempeldieners konnten die Thorarollen und die Tempelschätze gerettet werden. Der durch den Brand entstandene Schaden ist sehr bedeutend, ist aber durch Versicherung gedeckt. Der israelitische Tempel in Mährisch-Ostrau war eines der prunkvollsten Tempelgebäude in der Tschechoslowakei. fei HUgicnisdies KöniMkM Seit vielen Jahren das anerkannt beste ttD^-iTÖiW Man achte auf die ges. gesch. Marke ,Hygien. Königslicht' und Name Schulz Fabrik und Büro; Wien XIV., Braunhlrschengasse 3 Telephon 83-1-87