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Die Wahrheit · 1928-08-17 · Heft 33 (17.8.1928) · page 13

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1928
Issue
Heft 33 (17.8.1928)
Date
1928-08-17
Page
– (sequence 13)
Language
German
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DIE WAHRHEIT iininiuniiin^ Seite 13 'liutxrt und Litemtut J. Kurtzig, Dorf juden, Berlin 1928, M. Poppelauer. Auch in dieser von der Sonne echt jüdischen Humors verklärten Milieuschilderung hat der Verfasser, wie in seiner früheren Veröffentlichung verwandten Gegenstandes, den richtigen Ton getroffen. Für die jüdische Volkskunde fällt manches dabei ab, dem Laien wird eine unterhaltende Lektüre geboten. Jewish Studies in Memory of Israel Abrahams, herausgegeben von George Alexander K o h u t, New York 1927, The Jewish Institute of Religion. Dieser stattliche, mit dem Bild des vortrefflichen Abrahams gezierte Band enthält eine große Anzahl wertvoller Beiträge aus der Feder von Gelehrten, die zu dem genannten Institut in Beziehungen getreten sind. Von allgemeinerem Belang ist der Aufsatz des Herausgebers über königliche Hebraisten, der von neuem beweist, daß der Verfasser nicht nur durch vorbildliches Mäzenatentum das Andenken seines Vaters zu ehren weiß, sondern persönlich, durch eigene geistige Leistung, die seines Vaters Namen verherrlichende hochherzige Stiftung für Zwecke der jüdischen Wissenschaft fördert. Ebenso die Studie von Herford über die Trennung des Christentums vom Judentum. Gressmanns über das jüdische Leben im alten Rom, Cecil Roth über Leo da Modenas Beziehungen zu christlichen Hebraisten seiner Zeit und viele andere, die als eine Bereicherung unserer Kenntnis des biblischen und nachbiblischen jüdischen Schrifttums gelten dürfen. Wir beglückwünschen die Alexander Kohut-Stiftung zu dieser ihrer jüngsten Veröffentlichung. Würdiger und zweckentsprechender kann dem Geist eines jüdischen Gelehrten von der Bedeutung Alexander Kohut nicht gehuldigt werden. G. J. Höxter, Quellenlesebuch zur jüdischen Geschichte und Literatur, III. Teil, Frankfurt 1927, J. Kauffmann, Mark 1.80. Auch dieser Band des dankbar aufgenommenen Unternehmens zeigt Vertrautheit mit dem Stoff und.Umsicht in der Auswahl. Von Konstantin dem Großen bis zum Ritualmordprozeß von Trient begleiten uns diese Auszüge aus jüdischen und außerjüdischen Quellen durch Deutschland, Frankreich und Italien. G. Edmund Mugler, Gottesdienst und Menschenideal, I. Buch, Die israelitische Volksreligion und die Propheten. Fr. Fromraanns Verlag, Stuttgart 1927, brosch. 4.50, geb. 6 Mark. Dieses Buch erscheint als eine Vorarbeit für eine Reihe von Büchein, in denen dJe Geschichte der ethischen Idee behandelt werden soll. Also eine dankenswerte Aufgabe, die mit den ersten Kündern der hohen Ethik, den Propheten, begonnen wird. Der Verfasser vergißt dabei, daß das biblische Gesetz schon di'e höchsten ethischen Forderungen stellt. Und er vergißt dies, weil sein Wissen von der Bibel aus bibelkritischer Schule stammt. So erklärt sich der Umstand, daß Arnos wohl in den Himmel erhoben, Ezechiel als der „Priesteirprophet" recht einseitig aufgefaßt, daß das Hiobbuch in nachbabylonische Zeit verlegt wird. So wird man vom jüdischen, bibelgläubigen Standpunkte viel gegen dieses Buch im einzelnen einwenden können. Dennoch darf nicht ungesagt bleiben, daß der Verfasser seine Meinung und Absicht recht gut vorzutragen versteht und warme Worte für die tiefen Gedanken prophetischer Rede hat. Auch den ganzen Aufbau des Hiob schildert er gut, besser wäre es freilich, er hätte eine eigene und . nicht die Duhmsche Uebersetzung benutzt. Die Frage; nach dein Entstehen der sogenannten Kultfrömmigkeit — oder besser gesagt nach der Betonung dieser Seite bei Ezechiel — müßte einer viel schärferen Prüfung unterzogen werden, dann würde auch die Vergeltungsfrage bei Ezechiel anders zu lösen sein. Das Große und Ewige der Propheten kommt nur zum Teil heraus, aber um dieses Teiles willen kann das Buch warm empfohlen werden. Möge man diese Stimme der Propheten nur immerdar hören! Rabbiner Dr. Posner, Kiel. i Auf rauhem Wege. Jugenderinnerungen eines deutschen Professors. Alfred Töpelmann, Gießen 1927. Dieser deutsche Professor macht es uns nicht schwer, den Schleier seiner Anonymität zu lüften. Er nennt einige seiner Arbeiten und bezeichnet sich selbst als Stiefbruder N. Sokolows. Welcher Geist diese Erinnerungen an das polnische Ghetto beseelt, aus dem der Verfasser stammt, zeigt schon, was er S. 94 über den Talmud sagt: „Der Talmud steht noch auf dem Standpunkt, daß alle Moral nur innerhalb der Glaubensgemeinschaft gelte." Besonders verhängnisvoll zeigte sich der Lehrsatz: „Den Irrtum eines Nicht juden (auszunutzen) ist gestattet." Dies wurde auch auf Fundsachen bezogen und dahin gedeutet, daß man, „wenn man einen von einem Christen verlorenen Gegenstand findet, ihn nicht zurückzugeben braucht". Allerdings schreibt der Verfasser unmittelbar darauf, daß „die Warnung vor Entweihung des göttlichen Namens den Juden vor jedem derartigen Vergehen zurückhalten sollte. Aber natürlich gab es nur wenige, die sich dadurch vor Gaunereien abhalten ließen". Das ist ein rechter Braten für unsere Judenfresser! Als ob ein Bloch, ein Strack — auch ein deutscher Professor und nicht aus dem Ghetto! — nie existiert hätten, werden diese Ungeheuerlichkeiten hier wieder brühwarm aufgetischt. Auch sonst läßt den Verfasser sein Gedächtnis in Stich. So (S. 39), wenn er die Hausfrau am Freitagabend die Decke von den Barches nehmen und den Segen über sie sprechen läßt. Im übrigen ist jedoch das Buch voll beachtenswerter Einzelheiten, die in das Gebiet der Folklore und der Kulturgeschichte fallen. Besonders spannend ist die Lektüre für Leser, die manche der hier erwähnten Personen, wie den trefflichen Dr. Bloch in Posen, gekannt und geschätzt haben. Promotion. Bei der letzten Promotion in Wien zum Doktor der Staatswissenschaften wurde auch der Sohn des in Ruhestand lebenden Religionslehrers Jakob Werdish e i m, Dagobert W e r d i s h e!i m promoviert; ein Bruder des Promovierten wirkt in Gleichenberg als Kurarzt, ein zweiter Bruder ist als Verteidiger in Strafsachen in Graz hervorragend tätig. Zu Bosch - Haschonoh gratulieren Sie allen Ihren Verwandten, Freunden, Bekannten, Knnden und Gasten in der Neujahrsfestnummei der „WAHRHEIT" Sie ersparen damit Mühe. Porto und Zeitaufwand! Da im vorigen Jahre infolge verspäteten Einlangens viele Aufträge keinen Raum mehr finden konnten, bitten wir, uns die geschätzten Aufträge schon jetzt zu erteilen. Muster : Anläßlich des Rosch-Haschonoh-Festes entbieten hier, mit ihren Verwandten und Freunden die herzlichsten Gluckwünsche (Einfaches Feld) Eugen Rottinann und Familie III., Marxergasse 6 Ausschneiden! An die Administration „DIE WAHRHEIT", Wien IL, Heinestraße 13 Ich bestelle hiermit einen Rosch-Haschonoh-Glückwunsch a) Einfaches Feld zum Preise von S 6'— b) Doppelfeld zum Preise von S 12 — Textangabe:............................................................... Unterschrift-

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