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Die Wahrheit · 1928-08-17 · Heft 33 (17.8.1928) · page 14

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1928
Issue
Heft 33 (17.8.1928)
Date
1928-08-17
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 14 VmWochasu IDockc Stammes- oder Religionsgemeinschaft? In der heutigen Zeit herrscht eine ungerechtfertigte Abneigung gegen theoretische Klärungen von Problemen. Wenn man beispielsweise in einem theoretischen Vortrag dartut, daß das Judentum Religion ist und die jüdische Gemeinschaft daher (unbeschadet dessen, was sie in alten Zeiten gewesen sein mag) als Religionsgemeinschaft aufzufassen ist, so werden unweigerlich superkluge Debattenredner aufstehen, etwas von oben herab die „graue Theorie" des Referenten abtun und alsdann mit flammendem Pathos über die „biologische Struktur des jüdischen Menschen, wie wir ihn aus der Erfahrung kennen", sprechen. Glücklicherweise gibt es für jede richtige Theorie immer die dazugehörigen Erfahrungstatsachen. Wie wenig die Erfahrungstatsachen für einen einheitlichen jüdischen Stamm oder gar für ein jüdisches Volk sprechen, wie wenig wir von einem durch einheitliche biologische Struktur charakterisierten „jüdischen Menschen" etwas erfahren, wie sehr wir im Gegenteil immer von der rassischen und biologischen Mannigfaltigkeit der „Juden", d. h. der Anhänger der jüdischen Religion erfahren, wie sehr dennoch die Theorie vom alleinigen Bestehen einer jüdischen Religionsgemeinschaft durch die Erfahrungstatsachen bestätigt wird, dazu diene folgender Beitrag aus dem „Israelitischen Wochenblatt für die Schweiz" (Nr. 28 vom 13. Juli) als Beleg: „Der letzte Negerkongreß in New York hat die Aufmerksamkeit auf die in New York bestehende Synagoge der schwarzen Juden gelenkt. In New York lebt eine ansehnliche Zahl jüdischer Neger, die in dieser Synagoge vereinigt sind. Ihr Rabbiner. Jesaja A. Ford, der gegenwärtig an der Spitze der den Namen ..Beth Benei Abraham" (Haus der Söhne Abrahams) führenden Synagoge steht, wurde von dem Mitarbeiter des „Morning Journal" aufgesucht und über die Gemeinde der schwarzen Juden ausgefragt. Rabbi Jesaja Ford erzählte: Ich bin in Westindien geboren, mein Vater Thomas und meine Mutter Elisabeth waren beide Juden. Mein Vater lämthfltUv^ 2. bis 8. September 1928 (Rotunde bis 9. September) SONDERVERANSTALTUNGEN: Internationale Hafen-Ausstellung Kolonial-Ausstellung Sowjetrussische Ausstellung „Technische Neuheiten und Erfindungen" Kohlenmesse Reklame-Ausstellung Wiener Petzmode-Salon Bedarfsausstellung für das Gastwirte-, Hotel- und Kaffeesiedergewerbe Ausstellung für Nahrungs- und Genußmittel Landu. forstwirtschaftliche Musterschau UI.ÖsterreichischeGerstenschau / Gartenbau-Ausstellung Kleintier- und milchwirtschaftliche Ausstellung Bundesweinkosf Erste Österreichische Tiermesse (4. bis 6. September 1928) Zuchtviehschau / Nutzviehschau / Pferdeschau Bedeutende Fahrpreis-Ermäßigungen! Messeausweise ä S 5.— bei der Wiener Messe-Aktiengesellschaft, Wien VII., Messeplatz 1 — Eintrittskarten (zum einmaligen Besuch der Rotunde oder des Messepalastes und der Neuen Burg) ä S 2.— bei den Kassenschaltern der Messehäuser DIE WAHRHEIT trat dann zum Christentum über, kehrte jedoch vor nicht langer Zeit infolge meines Einflusses zum Judentum zurück. Meine Mutter blieb eine gute Jüdin und erzog mich auch in jüdischem Geiste. Sie bestellte für mich einen Juden aus Aegypten, der mich im hebräischen Schrifttum unterrichtete. Im Jahre 1910 kam ich nach Amerika, und da ich als Komponist und Musiker unter den Negern einen guten Namen habe, wurde ich von der Universal Negro Iprovement Assocation zum Musikdirektor bestellt. Ich nahm die Gelegenheit wahr und gründete Bibelkurse für Neger und hielt Vorträge über die Ethik des Judentums. Diese meine Kurse und Vorträge hatten großen Erfolg, bis ein christlicher Missionär es durchsetzte, daß ich an der weiteren Abhaltung solcher Vorträge gehindert wurde. Die Aufgabe unserer Synagogegemeinde ist, die Lehre des traditionellen Judentums zu verbreiten und im Geiste des jüdischen Glaubens und der Tradition zu wirken." Jeder Einsichtige muß erkennen, daß die Fiktion eines jüdischen Volkes die graue, weil falsche Theorie ist; die jüdische Religionsgemeinschaft kommt mit dem Leben überein. (Oder will man etwa die Neger-Juden als nationale Minderheit innerhalb des „jüdischen Volkes" konstituieren?) 1J. Tempelkonzert in Marienbad. Ueber vielseitigen Wunsch des Marien bade r Kurpublikums veranstaltete Herr Oberkantor Max Feder noch ein zweites Tempelkonzert, welches einen ebenso erfolgreichen Verlauf nahm. Es ist ein nicht genug hoch einzuschätzendes Verdienst dieses außerordentlich begabten Sängers, die künstlerisch hochwertigen Kompositionen von Levandovski, Rambam, Herschmann, Dunajewski, Mendel söhn und Silberts zur Aufführung zu bringen, und er hat damit neuerdings seinen feinen Geschmack i'oi der richtigen Auswahl des Programmes bewiesen und allseitige Anerkennung gefunden. Herr Chordirigent Fabian G o n s ki aus Leipzig, ein junger, hochbegabter, sehr routinierter Dirigent, leitete den trefflich geschulten Chor mit großer Intelligenz und vornehmer Diskretion. Frau Prof. Gabler- Funke verfügt über prächtige Stimmittel und fiel durch ihren schönen, hellen Sopran allgemein auf. Herr Prof. Knauschn e r beherrscht die Orgel meisterhaft und registrierte mit den besten Kontrastwirkungen sämtliche Orgelwerke, sowie ein Solo, ein wundervolles Präludium von Bach. Professor Roderich B a s s. nqgicnlsdies Künigsliclit Seit vielen Jahren das anerkannt beste M^TttMM Man achte auf die ges. gesch. Marke ,Hygien. Königslicht1 und Name Schulz Fabrik und Büro; Wien XIV., Braunhlrschengasse 3 Telephon 83-1-87

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