Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1928
- Issue
- Heft 33 (17.8.1928)
- Date
- 1928-08-17
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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MM t <. 8 iWUMIWlMHIHM^ „Der Kern der Sache ist, daß die Regierungen sowohl in Oesterreich ais auch In Deutschland vÄchiiL anderes mehr sind als Schauspieler, Drahtpuppen und Vollzieher des Wiüens der indischen Machthaber. Falls uns die Wirklichkeit und die neudeutsche Politik darüber nicht handgreifliche Beweise genug gibt, so klären uns zur Genüge die „zionistischen Protokolle" auf. Im zehnten Protokoll heißt es: „An die Stelle des Monarchen setzen wir die Karikatur eines Herrschers, einen Präsidenten, aufgelesen aus der Masse, ausgewählt aus der Schar der uns sklavisch ergebenen Kreaturen." (Von uns fett gesetzt. Die Schriftleitung.) Danach ist also Hindenburg von den „W eisen von Zion" „aus der Masse aufgelesen" und „eine den Juden sklavisch ergebene Kreatur." Auch der Schluß des Aufsatzes, der sich zuerst mit den österreichischen Verhältnissen befaßt, ist charakteristisch für die Schätzung, die die Einsicht und die Selbständigkeit des deutschen Reichspräsidenten bei ernsten Völkischen genießen: . . . „Daß ein christlich-katholischer Prälat (gemeint ist Bundeskanzler Dr. Seipel. Die Schriftleitung) international eingestellt ist und wie die Juden für die Menschheit der ganzen Welt mehr Verständnis hat als für unser Volk und seine Ehre, nimmt uns nicht wunder. Es gehen ja seit alters her das allerchristliche Rom und das auserwählte Volk getreulich miteinander, um ihre gemeinsame Politik, die Entfremdung der Völker gegenüber ihrer angestammten Art, zu betreiben. Daß aber der volkstümlichste Deutsche, der gefeierte Generalfeldmarschall von Hindenburg, in seinen alten Tagen dazu verurteilt ist, jene planmäßige und zielbewußte Verelendungspolitik seines Volkes mitzumachen, ist für jeden sehenden Deutschen so schmerzlich, als es für das Judentum und die übrige Menschheit erfreulich sein mag. Er, der einst aus innerem Auflehnen gegen den Schandfrieden den Oberbefehl niedergelegt hatte, ist jetzt gezwungen, zu allen Demütigungen, die dieser Vertrag Deutschland auferlegt hat. zu allen Würdelosigkeiten einer zwangläufigen Versöhnungspolitik" Ja und Amen zu sagen. Damit hilft er seinen Feldherrnruhm selbst verdunkeln. Der deutsche Mensch aber ist am Verzweifeln ob seiner Ohnmacht." Der Leser aber ist am Verzweifeln über den Verstand eines Mannes, der solchen blühenden Unsinn geschrieben! iraiiiminiiim ßjjg vVAfl!RHE17 Qlerren» Anläßlich des 10. Todestages P. K. Roseggers ist ein Aufruf zur Errichtung eines Denkmales für den großen Dichter veröffentlicht worden, der schon durch sein monumentales, mehr als 50 Bände füllendes Qeisteswerk sich ein Erz und Stein überdauerndes Standbild geschaffen hat« Die Juden haben allen Grund, sich überdies noch mit Gefühlen tiefinnerster Dankbarkeit daran zu erinnern, daß Rosegger zur Zeit, als die schmutzigen Wellen des Antisemitismus in Oesterreich am höchsten gingen, mit edlem Mute, unbekümmert um gehässige Beschimpfungen und Verleumdungen, die schärfsten Worte zur Brandmarkung dieser Bewegung fand. In zahlreichen größeren und kleineren Aufsätzen hat Rosegger den Judenfeinden ungeschminkt seine Meinung gesagt und vor 40 Jahren bereits den Antisemitismus als eine Geisteskrankheit gekennzeichi ist. Diese Diagnose, die wohl heute noch besonderes Interesse verdient, hat Rosegger in einer Buchbesprechung zum Ausdruck gebracht. Zur Empfehlung einer 1891 erschienenen Schrift vom Pfarrer W. Schirmer, schrieb er im 8. Heft des „Heimgarten" u. a.: „Ein kurzes, kräftiges, zeitgemäßes Wort gegen den Antisemitismus. Die Besseren des deutschen Volkes erheben endlich häufiger ihre Stimmen gegen diese Geisteskrankheit....... Wenn man zehn Antisemiten fragt, wie sie sich den Erfolg ihrer Sache denken, so wird man zehn verschiedene meist recht verschwommene Meinungein hören. Der Aufrichtigste wird jener sein, welcher gesteht: Die Aufgabe des Antisemitismus ist, soviel als möglich und mit allen Mitteln den Haß gegen das Judentum aufzustacheln; das übrige gibt sich dann von selber." Aufrichtigere Worte kann man aufrichtigen Antisemiten auch heute nicht sagen. * * * Der Sohn P. K. Roseggers hat gelegentlich des 10. Todestages seines Vaters in einer Wiener Wochenschrift pietätsvolle Erinnerungen an ihn veröffentlicht. Er schildert darin die Gefühle „der tiefsten Liebe und höchsten Verehrung", die er für den Vater hegte, „und als er von uns schied1 — sagt er u. a. — kam ich mir wie ein Fesselballon vor, dessen Leime gekappt wird, daß er zwecklos immer höher und höher ins Leere steigt". Nur ein großer Mangel an Aufrichtigkeit hätte dem Sohn P. K. Roseggers die Erklärung abringen können, daß er im „Heimgarten", den er geerbt, auch das Erbe der von Freisinn und Vorurteilslosigkeit beseelten Ansichten seines Vaters angetreten habe. Der „Heimgarten" ist unter der Leitung des Sohnes P. K. Roseggers in j.„.--........„..„....„.„.„......„....„„„„„.„„„„.„.„„„„„.a 5 ■ | Herren- und Damenkleider I S nach Maß sowie fertig lagernd, nur Qualitätsware, billigste Preise. Even- 5 S tnelle langfristige, bis zu einem Jahre wahrende Zahlungserleichterungen; s _ ■ S l&eider-Erzeugungs-Ufuon, Wien VI., Kaserneng. 6 S Telephon 2-15; J m .«■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■k. 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