Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1928
- Issue
- Heft 32 (10.8.1928)
- Date
- 1928-08-10
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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gelte 12 gwwHHWWM^^ dje WAHRHEIT daß in erster Reihe Soldaten, die dem Vaterlande ^hriich gedient haben, zu Feldbesitz gelangen sollen! Die Rede Qraf Hadiks machte einen großen Eindruck. Vereitelte Friedhofschändung in Köln. In der vorigen Woche hat ein Beamter der Wach- und Schließgesellschaft eine Rotte junger Burschen gestellt, die die Mauer des jüdischen Friedhofs in Köln-Ehrenfeld übersteigen wollten. Es kam zu einem Handgemenge, wobei der Wächter von seiner Scblagwaffe Gebrauch machen mußte. Erst als er mit der Schußwaffe drohte, ließen die Burschen von ihm ab und ergriffen unerkannt die Flucht. Nach den Aussagen des Beamten waren die Burschen mit Hakenkreuzen geschmückt und hatten sich zum Teil mit Handwerkszeug gut versehen. Bekanntlich wurde vor einiger Zeit der Friedhof in Kola-Deckstein zum Teil verwüstet, ohne daß es bis jetzt gelang, der Täter habhaft zu werden. Vor wenigen Tagen erst wurde an der vor kurzem erbauten kleinen Tempelhalle auf dem alten jüdischen Friedhof am Bonner Tor in Köln das „Mögen Dovid" abgeschlagen. Auch von diesen Tätern fehlt jeder Spur. „Der Jude ist schuld!" Wie die „A b w e h r b 1 ä 11 e r", Berlin, melden, ist an den vielen Eisenbahnunfällen in Bayern der Jude schuld, ebenso wie er daran „schuld" war, daß der Krieg kam, daß er zu früh oder nach': anderer Lesart zu spät beendet wurde, daß es zu heiß oder zu kalt ist! Streichers „S t ü rmer", Nürnberg, begründet die Schuld der Juden an den Eisenbahnunfällen damit, daß Stresemann und die „Judenparteien" die deutsche Eisenbahn zur Privatgesellschaft gemacht und dadurch also den Juden ausgeliefert hätten. Seitdem sei die Eisenbahn verflucht, und der deutsche Fahrgast wisse nicht, ob er auf der „verjudeten, ver_f 1 uchten Bahn" nicht in der nächsten Stunde sein Leben lassen müsse. Wir können die Angaben des „Stürmers" noch durch einige weitere „Enthüllungen" ergänzen. Die Judenschaft hat den wahrhaft teuflischen Plan gefaßt, auf dem Wege des Eisenbahnfahrens allmählich die gesamte arischgermanisch-christliche Bevölkerung auszurotten; in gemessenen Abständen werden Züge zum Entgleisen gebracht, die mit Germanen bis zum Rande vollgefüllt sind, und dabei gibt es immer ein paar Dutzend Tote. Seitdem die Judenschaft diesen ungeheuerlichen, mörderischen Plan ausgeheckt hat, fahren keine Juden mehr auf der Eisenbahn! Alle Juden fahren ausschließlich Auto oder Luftschiff! Sie wissen, warum! Sie wollen eben ihr von ihnen sehr wertgeschätztes Leben retten und, wenn die Christen allesamt eisenbahnverunglückt sind, endlich die heißersehnte Weltherrschaft an sich reißen! Aber sie sind jetzt entlarvt, und so wird es doch wohl noch nicht gleich werden!! Schofler Antisemitismus. Die Abwehrblätter, Berlin, bringen folgende interessante Abhandlung: Bei der Lektüre der „Deutschen Zeitung" vom 6. v. M. fiel unser Blick zufällig auf die Rubrik „Allerlei Wissenswertes", und wir fanden dort eine Notiz, die mit den Worten beginnt: „Ein Berliner Giftforscher hat in dem Saft einer südamerikanischen Pflanze, der Liama Banisteria Caapi, ein bisher noch nicht bekanntes Rauschgift entdeckt..." Merkwürdig, sagten wir uns, der Name der Pflanze wird genannt, der Name des Giftforschers aber nicht. Wir erinnerten uns sofort, einen Aufsatz über diese Sache in der t,Vossischen Zeitung" gelesen zu haben, wo als der Entdecker des betreffenden Rauschgiftes der berühmte Berliner Giftforscher Dr. Louis Lewin, Professor an der Universität und der Technischen Hochschule, genannt wurde. Ein Vergleich, der beiden Artikel zeigte uns, daß derjenige der „Deutschen Zeitung" einen kurzen Auszug aus dem der „Vossischen Zeitung" vom 31. März d. J. darstellt. In einer redaktionellen. Notiz der letzteren wurde auch mitgeteilt, daß der Artikel des Professors Dr. Louis Lewin demnächst in den Abhandlungen der französ schen Akademie der Wissenschaften erscheinen werde., Der Gelehrte genießt als Giftforscher einen Weltruf und ist u. a. auch der Verfasser eines sehr bekannten Buches über die Gifte. Natürlich hat aie „Deutsche Zeitung" den Namen des Forschers unterschlagen, weil dieser Jude ist. Wäre sein Name bei ihr infolge eines Schreib¬ oder Druckfehlers fortgeblieben, so hätte doch die Notiz mit aen Worten „Der Berliner Giftforscher usw." beginnen müssen. „Nicht gedacht soü seiner werden!" Derartige Fälle begegnen uns nicht eben selten in der völkischen Presse. So nagelten wir in der Nummer 5-6 unserer ,.Abwehrbläiter'' vom 15. März 1925 das echt völkische Verhalten des v. Graefe-Wulleschen „Deutschen Tageblattes" fest, das damals gemeinsam mit einer großen Anzahl anderer Blätter unter der Ueberschrift „Goethe beim alten Fritz" einen von der ersten bis zur letzten Zeile gleichlautenden Artikel brachte, der also einer Feuilletonkorrespondenz entnommen war. Im Gegensatz zu allen anderen Blättern aber fehlte gerade im „Deutschen Tageblatt" die Mitteilung, daß dieser Aufsatz aus einem damals neuerschienenen Buche des sowohl als Goethe-Forscher wie als Kenner Berlins rühmlich bekannten Professors Dr. Pniower, des ehemaligen Direktors des Märkischen Museums, entnommen war. Sein Name durfte in dem völkischen Blatte ebenfalls nicht genannt werden, weil er Jude ist. Wir kennzeichneten damals das Verhalten des „Deutschen Tageblattes" als „schoflen Antisemitismus". In den Wörterbüchern werden als Uebersetzung des jüdischen Ausdruckes „schofel" die Worte: „geringhaltig, schlecht, armselig, erbärmlich, schmutzig, schäbig, niederträchtig" angegeben. Keiner dieser deutschen Ausdrücke trifft aber ganz den Kernpunkt der Sache: das hier gekennzeichnete Verhalten der beiden angeführten antisemitischen Blätter gegenüber zwei hervorragenden jüdischen Gelehrten ist eben — schofel. Der Ursprung der christlichen Liturgie. Der jüdische Musikhistoriker Ferdinando Liuzzi, Professor der Musikgeschichte an der Universität Rom, hat soeben ein Buch über kirchliche Liturgie veröffentlicht, in welchem er nachweist, daß die christliche Liturgie jüdischen Ursprunges ist. Viele Kirchengesänge, behauptet Liuzzi, sind abgewandelte religiöse jüdische „Nigunim", wie überhaupt alle primitiven kirchlichen Hymnen ihre Wurzeln in der jüdischen musikalischen und religiösen Tradition haben. Das Buch Professor Liuzzis wird in der katholischen Presse Italiens viel kommentiert. Bei Stuhlverstopfung, Verdauungsstörungen, Magenbrennen, Wallungen, Kopfschmerzen, allgemeinem Unbehagen nehme man früh nüchtern ein Glas natürliches „Franz-Josef"- Bitterwasser. Nach den an den Kliniken für innere Krankheiten gesammelten Erfahrungen ist das Franz-Josef-Wasser ein äußerst wohltuendes Abführmittel. (Entgeltlich.) pMuiinuiiiiimiiiiiiiiiniiiiiminiuiiminim SS 1 Sorgfältigste Lieferung in plombierten Säcken von H 1 Sack SO kg angefangen franko Haus, ebenso in g Fuhren und Waggons * JULIUS HABER Kohlen- und Koksgroßhandlung Für Tempel- und Wohlfahrtsvereine Ausnahmspreiae FLEISCH HAUEREIk SIEGMUNP KORNMEHL WIEN IX., BIRGGASSE NR. f 9 FILIALE i XVIII., WAHRINGERSTRASSE NR. 97 Telephon Nr. A 17-349 und A 16-8-34 Lteterafct für Heilanstalten Abteilung für Koscherfleisch IX., Itfiiusi IS lud XVIII., fHriflgintroBB 97 wnter Aafsloht 4ns thrar. Rabbinates der Isis KaHusfleaittiade Wnn- Sämtliche Fleischsorten von ausschließlich Prima- Qualität zu den billigsten Marktpreisen Nordbahnrutscnen Wien IL, Taborstraße 9 3. Kohlenhof Nr. 372-376 Fernsprecher Nr. R 41-0-22