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Die Wahrheit · 1928-08-10 · Heft 32 (10.8.1928) · page 11

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1928
Issue
Heft 32 (10.8.1928)
Date
1928-08-10
Page
– (sequence 11)
Language
German
Belongs to
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HMinHiiniM Seit« 11 JJmtliche ^rlaulharungeiv cbtkixielittoc^ Stellenausschreibung. Bei der israelitischen Kultusgemeinde Wien gelangen Bassistenstellen in den Tempelchören zur Besetzung. In Betracht kommen nur des Blattlesens kundige, musikalische und hebräisch entsprechend vorgebildete Bewerber mit sehr schönen Stimmitteln. Nähere Auskünfte im Kultus- und Schulamte der israelitischen Kultusgemeinde, Wien I., Seitenstettengasse 4, von 8 bis 12 Uhr vormittags. * Vorbeter für die hohen Feiertage* Für die vom Vorstande der israelitischen Kultusgemeinde anläßlich der hohen Feiertage im Jahre 1928 zu veranstaltenden temporären Gottesdienste werden Vorbeter, welche in der Lage sind, mit Chor zu fungieren, aufgenommen. Nähere Auskünfte im Kultus- und Schulamte der israelitischen Kultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 4, von 8 bis 12 Uhr vormittags. : Haben Sie schon 1 einen Abonnenten i geworben? ■ Folgen auch Sie dem Beispiel der vielen Leser, denen wir B in kurzer Zeit eine stattliche Anzahl neuer Abonnenten ■ verdanken. Auch in Ihrem Bekanntenkreis gibt es sicherlich ■ viele, die die ■ Jüdische Wochenschrift 1 „Die Wahrheit" 9 .' gern beziehen würden. ■ Wenn jeder Leser nur einen neuen Abonnenten wirbt. ■ können wir das Blatt bedeutend ausgestalten und noch 5 mehr bieten als bisher. ■ Je größer der Abonnentenkreis, desto größer unsere ■ Schlagkraft im Kampfe gegen den Antisemitismus! 2 Wir senden unser Blatt kostenlos zur Probe an die ■ Adressen, die Sie uns aufgeben! Mit Tinte ausfällen! Ausschneiden and auf einer Postkarte an den Verlag der Wahrheit (Wien II., Heinestraße 13) senden. Nr. Name Adresse 1 2 3 (Ort und Datum) (Name und Adresse) Miiiiiiniiiiiiiuuuiuuiiiiiiiiiiiil tCkthdieitmrcm'lSqp Der Leibdichter. Nun hat Adolf Hitler seinen Leibdichter, der für ihn und seine Ideen auf 62 Seiten die Harfe schlägt Hans Steiger heißt er und schreibt folgendes: „Durch Adolf Hitlers Wort und Tat restlos von dem Qedankengift des Marxismus befreit, fand ich zunächst auch in der Weltanschauung des Kirchenchristtums, das ia mit seinen Bekenntnissen hierzulande mehr oder weniger jener jüdisch-völkischen Irrlehre politisch verbunden ist, keinen sittlichen Lebensboden mehr. Als ich diesen dann in der (urchristlichen) Lehre Hitlers, im Nationalsozialismus wiedergefunden hatte, fühlte ich mich gottliebender geworden, denn jemals zuvor . . ." Ueber die Qualität der Poesie ist einiges zu bemerken. Am besten lassen wir den Hitler-Dichter selber sprechen. So sagt er in seinem einleitenden Hymnus Herrn Adolf Hitler folgendes: Und ob deinen Namen man haßt oder liebt — gleichviel — er hat das Volk gesiebt: Feig oder tapfer. Kristall oder Emaille: Faß oder Zapfer, Held oder Kanaille! . . . Und denen dein Zeichen „noch gar nicht bekannt4*, was sind sie denn einsam da vongerannt? Hand vor die Ohren Blick nur im Grase . . . Spur verloren —: Schaf ohne Nase! Darnach scheint der völkische Barde nicht gerade zum „Kristall", sondern mehr zur „Emaille" zu gehören. Die Konfessionen im deutschen Reichstag. Unter der Ueberschrift „Die Weltanschauungen im Reichstag" entwirft der Abgeordnete Hof mann, Ludwigshafeii. in der „Kölnischen Volkszeitung" ein Bild des neuen Reichstages in konfessioneller Beziehung. Darnach sind die protestantischen Mitglieder in ihrer überwiegenden Mehrheit bei den Deutschnationalen, der Deutschen Volkspartei und den Demokraten zu finden und bilden zwei Drittel der Wirtschaftspartei. Die Katholiken sind in geschlossener Einheit beim Zentrum und der Bayrischen Volkspartei vertreten, während die Dissidenten (ohne konfessionelles Bekenntnis) die große Mehrheit der Sozialdemokraten und Kommunisten ausmachen. Zum jüdischen Qlauben bekennen sich zwei Demokraten und zwei Sozialdemokraten, doch sind unter den sozialdemokratischen Dissidenten noch 12 Mitglieder jüdischer Abstammung. Was in Ungarn mit jüdischem Besitz gemacht wird. Die Erörterungen über den Gesetzentwurf betreifend den stufenweisen Abbau des Gerichtshofes für Bodenbesitzregulierung haben vom Abgeordnetenhaus auf das Oberhaus übergriffen. Im Oberhaus brachte der ehemalige Ministerpräsident Graf Johann Hadik den Fall der Witwe Moritz Grosz zur Sprache. Die Witwe Grosz in Käpofnäsnye'k hat zwei Söhne und zwei Töchter. Die beiden Söhne haben sich im Kriege hervorragend ausgezeichnet, wurden mehrere Male schwer verwundet und kehrten nach der Wiederherstellung immer wieder zur Front zurück. Sie sind noch heute wegen der erlittenen Verletzungen vermindert erwerbsfähig. Auch einer der Schwiegersöhne der Witwe Grosz ist Kriegskrüppel. Trotzdem hat das Gericht für Bodenbesitz der Witwe 129 Joch von ihr erworbenes Feld zur Gänze enteignet und dem Heldenkapital übergeben, da sich für dieses Fetd kein Anspruchswerber gemeldet hatte. FTau Grösz besaß im Dorfe noch ein Haus samt großem Garten; diese Realität hatte sie aus dem Erlös ihres ererbten Grund und Bodens erworben. Den wertvollsten Teil des Gartens hat das Gericht dem Verkäufer zurücküberwiesen mit der Begründung, daß er sich beim Verkaufe in einer Zwangslage befunden habe, da sein Gärtner zur Kriegsdienstleistung hatte einrücken müssen. (Große Heiterkeit.) Mit erhobener Stimme fuhr Graf Hadik fort: Darf man es zulassen, daß die Institution des Heldenkapitels durch die Zuweisung des Feldbesitzes von Bürgern, die im Kriege tapfer gekämpft hatten, diskreditert werde? Lautete doch die erste Verfügung des Bodenreformgesetzes,

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