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Die Wahrheit · 1928-08-10 · Heft 32 (10.8.1928) · page 10

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1928
Issue
Heft 32 (10.8.1928)
Date
1928-08-10
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 10 uoniiiRiMjiiiiiiiiiiHiiiiiiiiuiuiiiiiiiiiniiiiiiiii.iii! otE WAH^Hf i i Staatsmannes, als dessen höchstes Verdienst sie bekanntlich immer wieder ein paar unfreundliche Worte gegen die Juden aus seiner frühesten Jugend zitieren. Man glaube aber ja nicht, daß sich die Herrschaften in ihrer Judenbetze im geringsten durch die eben erschienenen Publikationen werden stören lassen, die daran erinnern, daß der mächtige deutsche Kanzler einen jüdischen Arzt und einen jüdischen Rechtsanwalt hatte, die er bis zu ihrem Tode in diesen so verantwortungsvollen Stellungen behielt. Wer weiß, mit welchen Mitteln die Juden es durchsetzten, daß Fürst Bismarck just ihren Glaubensgenossen sein Leben und die Führung seiner wichtigsten Rechts- und Finanzangelegenheiten anvertraute. Die Antisemiten befleißigen sich bekanntlich einer viel zu vornehmen und bescheidenen Zurückhaltung, als daß Bismarck auf die Idee hätte verfallen können, Männer aus ihren Reihen in solchen Angelegenheiten heranzuziehen. Einer der Getreuesten Hitlers, der Kaufmann Knot, der sich seinerzeit als rabiater „Semitentöter" auszeichnete, hat jetzt wieder allgemeines Interesse auf seine Person gelenkt. Er wurde nämlich unter dem erdrückenden Verdachte der Spionage im Dienste Rußlands verhaftet und soll bereits seine Schuld eingestanden haben. Die Hitler-Presse, die unausgesetzt die deutschen Juden als Verräter beschimpft, wird sich jetzt vielleicht darauf berufen, daß sie Männer mit hervorragenden Fachkenntnissen auf diesem Gebiete zu ihrer Partei zählt. Das Komitee der olympischen Spiele in Amsterdam hät einen der größten Preise der künstlerischen Wettbewerbe dem ungarischen Gymnasialprofessor Dr. Franz Mezö, einem glaubenstreuen Juden, zuerkannt. Die ungarischen Rassenschützler dürfen auch in diesem Falle wieder um so mehr von der bekannten jüdischen Vordringlichkeit sprechen, als Dr. Mezö, der den Krieg als Reserveoffizier mitmachte, auch auf dem Schlachtfelde die höchsten Auszeichnungen für eine ganze Reihe außerordentlicher Heldentaten eingeheimst hatte. Graf Albert Apponyi will im Falle, daß Graf Bethlen den früheren Chef der Rassenschützler Gömbös in sein Kabinett aufnimmt, nicht als Vertreter Ungarns beim Völkerbundrat in Genf erscheinen. Es verlautet zwar, daß Apponyi schon als Legitimist eine Aversion gegen Gömbös hegen muß, aber es würde den geistig so hochstehenden vornehmen Mann, der so oft brandmarkende Worte für den Antisemitismus gefunden, nur ehren, wenn er — auch ohne es auszusprechen — auf diese Weise gegen die Ernennung eines ausgesprochenen Antisemitenführers Protest erhöbe. Der Staatssekretär im Ministerium des Innern, Alexander Sztranyavszky, hat in Abony (bei Budapest) einer israelitischen Deputation gegenüber der Ueberzeugung Ausdruck verliehen, daß die traurigen Zeiten der Zerklüftung in der ungarischen Gesellschaft überwunden seien. Man könne nunmehr mit Vertrauen und Liebe der Mitarbeiterschaft der Juden am Wiederaufrichten des Landes gegenüberstehen. Die Deputation, die freudig diesen Ausführungen des Staatssekretärs folgte, war aber dann nicht wenig enttäuscht, als dieser schließlich feststellte, in der Vergangenheit hätte es zwei Typen von Juden in Ungarn gegeben: der eine Typus bekannte sich zuerst als Ungar und dann als Jude, während der andere es umgekehrt hielt. Kurios, die Juden waren bisher der Meinung, daß sie in diesem Punkte genau so wie Bekenner der anderen Konfessionen dachten, daß man aber gerade umgekehrt in antisemitischer Gehässigkeit ihnen gegenüber den Standpunkt einnahm, sie nur in zweiter Reihe als Ungarn gelten zu lassen. General Ludendorff, der, unterstützt von seiner ihm gesinnungsverwandten zweiten Gemahlin, den Krieg gegen das Freimaurertum mit nicht erlahmender Energie fortsetzt, hat eine sensationelle und vielleicht folgenschwere Entdeckung gemacht. Er will beweisen, daß die deutschen Verbindungsstudenten traditionellen Gebräuchen huldigen, die auf jüdische und freimaurerische Erfindungen zurückzuführen sind. Die zahlreichen deutschen Couleurstudenten, die sich in Verehrung für Ludendorff auch von ihm einreden ließen, daß die „Weisen von Zion" nicht das vertrottelte Fälscherwerk eines Judenhassers, sondern das raffinierte Kampfprogramm jüdischer Geisteshelden sei, werden jetzt vor eine schwere Wahl gestellt. Sollen sie bekennen, daß sie bisher, wenn auch unbewußt, Träger jüdischer Gedanken und Verherrlicher jüdischer Symbole waren? Ach, wenn Ludendorff, bevor er seine zweite Gattin heimführte, die französischen Armeen in soiche Verwirrung gestürzt hätte, wie er es jetzt mit Glück bei seinen Verehrern zuwege bringt, der Weltkrieg hätte einen anderen Ausgang gehabt. In der „Wiener Zeitung" werden vergebens Erben nach der bettelarmen Hinterlassenschaft Leopold H i 1 s n e r s gesucht. Dafür aber finden sich leider nur zu viele geistige Erben des Ritualmordhetzers Rohling. Ego. ■ KleiderkreditZaUbar £j£äalb elnes : 8 Sämtliche Herren- und Damenklelder ■ 5 Nur Qualitätsware! aachMafi sowie fertig lagernd. Billigste Preiset ■ ■ KLEIDERHAUS WERTER, WIEN XVI., ■ 5 Telephos A21-501 OttaJcringerstraBe 17 Telephon A 21-501 ISv Bollinger-Eiskasten sind seit 1870 die besten Fabrik: Wien XV., Staglgasse Nr. 10, Telephon 80-5-38 Filiale: VII., Burggasse Nr. 17, Telephon B 32-3-80 HP

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