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Die Wahrheit · 1928-08-10 · Heft 32 (10.8.1928) · page 7

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1928
Issue
Heft 32 (10.8.1928)
Date
1928-08-10
Page
– (sequence 7)
Language
German
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DIE WAHfcHßB' <iHill!lll!!lli!HiilHllliillllllli!illlM^ ^elte 7 Newton haben nichts entdeckt, was schon nicht in der Bibel angedeutet wäre. Diese stehe aber unvergleichlich höher durch die Idee Gottes, der diese Energien in Bewegung gesetzt und ihnen Leben eingeatmet hat, während die Wissenschalt trotz allem Fortschritt vor den Problemen der kosmischen Bewegungen und des Lebens ratlos dastehe und immer dastehen werde. Zu den menschlichen Gestalten der Bibel übergehend, verfolgt der Autor mit großem Aufwand an Scharfsinn und Eindringlichkeit dieselbe Methode. In Adam und Eva sei der Gedanke des ewigen Lebens und der geistigen Wiederauferstehung einerseits und des leiblichen Todes anderseits versinnbildlicht. K a i n, Abel, Noah. die Patriarchen, Moses, Josua, seien Träger der fortschreitenden Entwicklung der religiösen Ideen und Menschheitsideale. Der Dualismus Jakob-Israel führe das weltliche und ethnische im Gegensatz zum religiös-ethischen Prinzip vor Augerl. In dem Fortschreiten Jakobs zu Israel liege das Geheimnis der Zukunft, der Fortschritt des Judentums und der ganzen Menschheit zu Gott. Die Leiter Jakobs, die in der Erde wurzelt und in den Himmel reicht, ihre Sprossen, auf denen die Engel ab- und aufsteigen, symbolisieren die Entwicklung zur höchsten Erkenntnis und Sittlichkeit. Aegypten, der Nil. das Meer und die Wüste bedeuten Sinnlichkeit und Knechtschaft des Körpers, aus der ein Weg zur geistigen und sittlichen Freiheit und Erlösung führt. Das sind die Wege Gottes. Diese rabbinistisch-philosophische Hermeneutik ist mit wahrhaft prächtigen Farben ausgestattet. Dem Dr. Aschkanasy ist eine hochpoetische Sprache voll berauschender Musikalität eigen. Sein Stil bezeugt einen Mann von starker Individualität und Unerschütterlichkeit des Urteils. Wie aus einer lebendigen (Juelle überschüttet ein Sprühregen voll glitzernder Edelsteine den dankbaren Leser. Leider wird dieses Gefühl der Dankbarkeit durch einen Mißton getrübt, der die Wirkung dieses sonst ausgezeichneten Werkes auf ein frommes jüdisches Gemüt wesentlich beeinträchtigt und in ihm einen bitteren Nachgeschmack zurückläßt. Ich meine das Kapitel über Jesus, den der Autor in krassem Widerspruche zu der jüdischen Gefühlswelt und den Notwendigkeiten der jüdischen Eigenart und ihrer historischen Individualität als großen jüdischen Propheten darstellt. Obwohl er es an scharfer Kritik der Evangelien in bezug auf die Attribute dieser Persönlichkeit nicht fehlen läßt, muß es doch ein jüdisches Herz tief verletzen, wenn er in falscher und vergeblicher Sucht die tiefwurzelnden Gegensätze zu überbrücken, den Begründer des Christentums mit dem von den Propheten verkündeten Messias zu identifizieren sucht und diesbezüglich den christlichen Theologen in die Hände spielt. Im zweiten Teile setzt sich der Autor mit der Wissenschaft auseinander, der er die Bibel als einzige erkenntnistheoretische Quelle gegenüberstellt. Mit allen wissenschaftlichen Waffen wohl ausgerüstet, beschäftigt er sich in besonderen Kapiteln mit dem Kosmos, der anorganischen und organischen Natur und dem Menschen. Er läßt alle Systeme der Naturgeschichte, Philosophie, Ethik, Physiologie, Psychologie usw. Revue passieren, um den Beweis der Ohnmacht aller Systeme und Hypothesen gegenüber der letzten Frage nach dem Ursprung aller Dinge und der Seele zu erbringen. Nur das biblische Dogma gebe auf alle Fragen eiae befriedigende Antwort. Die mechanistische Weltanschauung werde nie alle Rätsel lösen, dies könne nur sozusagen „mit Hilfe Gottes" geschehen. In diesem Lichte erörtert er die Probleme der Metaphysik, des Geistes und der Seele, der Willensfreiheit, des sittlichen kategorischen Imperativs, des Prinzips von Gut und Böse usw. Auch hier nehmen den Leser herrliche Kaskaden seiner Blumensprache gefangen. Der dritte Teil befaßt sich mit Geschichtsphilosophie. Dem Primat der Bibel als Inbegriff der Wahrheit gegen- SCHULERPENSION streng rituell, erstklassig, in Beamtenfamilie. Zuschriften unter „Mäßiger Preis" an die Verwaltung der Wahrheit" über dem Schönheitsideal der Hellenen und dem Kraftideal Roms werden begeisterte Hymnen gesungen. Schönheit und Kraft sind nichtig und vergänglich, nur der Ewigkeitswert der Wahrheit sei unvergänglich und göttlich. Die Erfahrungen der Weltgeschichte haben a posteriori diese a priori wahrnehmbare Superiorität der jüdischen Weltanschauung bewiesen. Wo sind die Griechen und Römer? Die Juden aber sind ein ewiges Volk. Die jüdische Lehre hat die Welt erobert, ihre Feinde besiegt, sich den Weg in die Herzen aller Völker gebahnt, der modernen Kultur ihr Gepräge aufgedrückt. Die Ideen der Pröpsten sind Gemeingut der Welt geworden. Der Weltkrieg sei cne letzte Zuckung Mizrajims, des bösen Prinzips gewesen. Der Völkerbund bedeute die Bekehrung der Menschheit zum biblischen Zukunftsideal. Im Judentum vollziehe sich vor unseren Augen die Wandlung von Jakob zu Israel. Das Buch endet mit einer Apotheose des Zionismus, aber nicht des nationalen, sondern des religiösen Zionismus der Propheten, der die ganze Menschheit erlösen wird. Diese Apotheose klingt in eine Vision Palästinas mit seinen lachenden, in den Strahlen der Thora glänzenden Gefilden aus, wo das „ewige Volk, das Volk Gottes, im ewigen Frieden" sich mit Gott vereinigen werde. Dort werde Gottes Sonne leuchten in alle Ewigkeit über dem Neuen Jerusalem! Zum Schluß eine Bemerkung: Dieses Werk klingt wie ein Echo aus vergangener Zeit. Die Zeitgeschichte hat, ähnlich den geologischen Formationen der Erde, einen neuen, wissenschaftlich technischen Ring angesetzt. Die glühenden religiösen Ergüsse des Verfassers mit ihren Flammengarben der Begeisterung kommen wie aus einer unterirdischen Schicht und bieten einem modernen Menschen mehr ästhetischen Genuß als wissenschaftliche Erbauung. Die Zeit ist vorüber, wo der menschliche Geist sich vor dem Zweifel in das Dogma flüchtete. Wir ziehen die Ungewißheit einer vermeintlichen Gewißheit vor, die es nicht gibt und nicht geben kann. Aber wohl denen, die glauben, denn ihrer ist das Himmelreich. Eines steht fest: Das Buch ist wert, auch von den Ungläubigen, und von diesen erst recht, gelesen zu werden. Dr. Josef Grünberg. Der jüdische Leibarzt des Fürsten Bismarck. (Schluß.) Am 30. Dezember desselben Jahres verzeichnet Dr. Cohen in seinem Tagebuch folgende Aeußertmg Bismarcks über DisraelU der damals schon zum? Lord Beaconsfield ernannt worden war (S. 393): „Beaconsfield hält er sehr hoch. Er spräche stets „to the point". wüßte, was er wollte, und sei sehr entschieden, so daß man rasch mit ihm zum Ziele käme. Er hat ihn während des Kongresses oft bei sich im Hause gesehen, aber Disraeli habe stets nur allein dort essen wollen." An demselben Gespräch beteiligte sich auch der Baumschulenifeesitzer John Booth aus Kl.-Flottbeck, der durch seine von Bismarck sehr begünstigten Versuchspflanzungen mit ausländischen {Nadelhölzern und durch die Gründung der Viltenkolonie Grunewald bei Berlin im Jahre 1882 in weiteren Kreisen bekannt geworden ist und1 rjer ebenfalls sehr lesenswerte Erinnerungen über zahlreiche Gespräche mit Bismarck hinterlassen hat. In! Vovbetew und Maweh suefti für die hohen Feiertage Stellung. Zuschriften mit Gehaltsangabe erbeten unter „<S3t*t (Tefitotk" an die Verwaltung der ..1f7oArfteit"

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