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Die Wahrheit · 1928-08-03 · Heft 31 (3.8.1928) · page 13

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1928
Issue
Heft 31 (3.8.1928)
Date
1928-08-03
Page
– (sequence 13)
Language
German
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DIE WAHRHEIT Seite 13 TkiiWocheza IDock* Der fragische Tod Lilli Schnitzlers. Kein Selbstmord, sondern ein Unfall. Zu denr Mysterium!, das um iden Tod der jungen Tochter Dr. Ärtur Schnitzlers liegt, hat nun auch der Vater der jungen Dame Stellung genommen. Der Dichter schildert in einem Brief an einen Wiener Freund den Tod Lilli C a p p e 11 i n i s als einen unglücklichen Zufall und nimmt entschieden gegen die Selbstmordversion Stellung, Üie von einzelnen italienischen Blättern, darunter dem Triestiner „Piccolo", verbreitet wurde. Das Leichenbegängnis fand bereits Sonntag, den 29. v. M. vom Zivilkrankenhiaus aus auf dem israelitischen Friedhof San Nicolo di Lido statt. Cafetier J. Müller ein Sechzigerl „Schier zweimal dreißig bist du alt!" So möchten wir das alte Mantellied Holtei's variieren, wenn wir nicht richtiger „dreimal zwanzig" sagen müßten. Ja. drei und mehr jugendliche Mitarbeiter wiegt Freund Müller auf, wo es gilt, für die Jugend zu schaffen und zu leisten. Man muß ihn um die Mittagsstunde in unserer Kinderbewahranstalt in der Schiffamtsgasse sehen, wenn er, der allgeliebte Großpapa, von den Kleinen umtollt wird, die ihm auf den Wink gehorchen. Sie wissen, daß er für ein gutes Papperl sorgt. Aber nicht nur auf das, was zum Munde eingeht, versteht sich unser Freund als Fachmann. Auch was aus seinem erfahrenen, wohlwollenden, ganz und rein der Sache dienenden Munde kommt, wird gewürdigt — im Rate der Alten. Und nicht allein der Jugend, die ihn selbst jung erhält, schlägt sein gütiges Herz. Wir Juden vergessen nicht über den Ansprüchen der Jugend das Recht der Alten. Auch unser Versorgungshaus in der Seegasse hat an ihm einen treuen Freund. Wie manche stille Gabe wandert aus seinem Hause in das Heim, das den vom Leben geprüften Alten Zuflucht bietet! Sechzig Helden bewachten den Schlaf des Königs Salomo. Wenn gute Taten, wie eine solche Wache, gut schlafen lassen, dann muß unseres Freundes Schlaf beneidenswert sein. Sein Beruf läßt ihn freilich wenig davon genießen Dieser Beruf bringt ihn täglich mit den verschiedensten Menschen zusammen. Jeder hat seinen eigenen Kopf, jeder einen anderen Geschmack, jeder seine besondere Clique. Eines hat aber keiner von ihnen allen: Kein Mensch hat gegen unseren M üYl 1 e r irgendetwas auf dem Herzen. Beneidenswert ist auch diese seine Beliebtheit, die er sich aber keineswegs mit dem Opfer der Uliaufrichtigkeit oder Unselbständigkeit des Urteils erkauft. Oh. wie kann er deutlich und energisch werden, wenn ihm einmal die Galle überläuft! Aber gerade darum taugt er zum rechten Freunde. Wir wünschen uns viele seines Schlages und ihm selbst weitere 60 glückliche Jahre! Dr. G r u n w a I d. Das größte jüdische Hospital der Welt. Das größte jüdische Hospital der Welt und gleichzeitig das größte Krankenhaus von New York, das Mount Sinai Hospital, wird in diesem Jahre 75 Jahre alt. Als es 1853 unter dem Namen „Jewish Hospital" in einem Privathause eröffnet wurde, gab es in New York im ganzen 20.000 Juden, und das Spital hatte bloß 28 Betten. Heute hat Mount Sinai, wie das Haus nunmehr heißt, 669 Betten und wird demnächst auf einen Fassungsraum von 775 Betten erweitert werden. Im Verlaufe der letzten Jahre hat sich das Momit Sinai Hospital zu einer anerkannten und führenden Stellung auf dem Gebiete der medizinischen Forschung und klinischen Behandlung entwickelt. So hat es schon 1878, als erstes New Yorker Krankenhaus, eine eigene moderne Abteilung für Kinderkrankheiten eingerichtet, die für alle späteren ähnlichen Anstalten von New York und ganz Amerika als Muster diente. Im vorigen Jahr wurde im Anschluß an das Hospital eine große Anstalt zur Ausbildung von jüdischen Krankenschwestern und Pflegepersonal eröffnet. Die Spitalsanlage Mount Sinai bildet eine eigene Stadt für sich; der medizinische und allgemeine Beamtenstab beträgt außer den Pflegeschwestern 500 Personen. Besonders berühmt wurde Mount Sinai durch sein hervorragend ausgestattetes Forschungsinstitut, das von zahlreichen Gelehrten benützt wird, um neue Erfindungen auf dem Gebiete der Medizin vorzubereiten. Wie der letzte Bericht hervorhebt, ist dieses Institut gegenwärtig mit 50 verschiedenen Experimenten und wissenschaftlichen Arbeiten beschäftigt, von denen viele im Falle des Gelingens wichtige Umwälzungen auf wissenschaftlichem Gebiete hervorrufen werden. Das Institut wird auch wegen seimer großartigen Ausstattung von verschiedenen Universitäten der Vereinigten Staaten zur Abhaltung von Fortbildungskursen für Aerzte benutzt. Im vergangenen Jahr standen über 12.000 Patienten an durchschnittlich je 16 Tagen im Mount Sinai in Pflege. Das Budget betrug rund 1,690.000 Dollar. An Einnahmen hatte das Spital, einschließlich der Subventionen der Stadt New York, des Vereinigten Spitalfonds und des Verbandes der jüdischen . Wohltätigkeitsgesellschaften, zusammen rund 1,580.000 Dollar. Das Defizit von rund 109.000 Dollar wird durch private Spenden gedeckt. Das Mount Sinai Hospital ist das einzige Krankenhaus New Yorks, in welchem ein großer Prozentsatz von Patienten völlig unentgeltlich behandelt wird. Deutschlands Turner ehren die jüdischen Gefallenen. Aus Anlaß des deutschen Turnfestes wurde in Köln von der Deutschen Turnerschaft am Denkmal der jüdischen Gefallenen, Synagoge Roonstraße, durch den Ersten Vorsitzenden des Hauptausschusses, Stadtverordneten B. G ö d d e, in Gegenwart des Gemeinderabbiners Dr. Rosenthal, der Kameraden des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten, einiger Vertreter der Kölner Synagogengemeindo und des jüdischen Turnvereines Kränze niedergelegt. Nach einem kurzen Gebet des Rabbiners Dr. Rosenthal richtete im Auftrage der Jüdischen Gemeinde Köln Justizrat Dr. Bodenh e i m e r einige Worte an die Anwesenden und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die deutsche T u r n e r s c!i a 11 fcl Heilbad Gleidienberg Steiermark Station: Kurzeit: Feldbach-Bad Gleichenberg Mai—Oktober Heilanzeigen: Luftröhre, Brondiialand Lungenspitzenkatarrhe, Asthma, Emphysem, Herzmuskelerkrankungen, Nervenleiden usw. Kurntlttel: Natürliche Kohlensäurebäder, pneumatische Kammern, Quellsole- und Fichtennadel-Inhalationen, Kaltwasserkuren, Sonnenbäder, elektrische Lichtbäder, künstliche Höhensonne Berühmte Heilquellen Konstantin- und Emmaquelle Ausgezeichnetes Tafelwasser: Johannisbrunnen Gute Verpflegung! Mildes Klima! | Auskünfte durch die Kurkommission | KONKURS Der Vorstand des Tempelvereines „Chewra-Beth- Hatfilah", Wien IX., Müllnergasse Nr. 21 und des Kranken - Unterstürzungs - Vereines Chewra - Blkkur- Cholim sucht für den an den hohen Feiertagen stattfindenden FiliaSgottesdienst einen erstklassigen stimmbegabten, musikalischen, nachweisbar religiösen Tenoristen oder Baritonisten als rauss«i»li-¥orlreter Gehalt nach Uebereinkommen. Nur schriftliche Offerte sind bis 20. August zu richten an den Vorsteher Salomo» Oesterreich, IX., Liechtensteinstraße 113. Spesen werden nicht vergütet.

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